Dallenberg

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Dallenberg bezeichnet sowohl einen Hügel im Süd-Westen von Würzburg als auch das dort gelegene Wohngebiet.

Der Dallenberg erstreckt sich linksmainisch von der Grünanlage im Steinbachtal bis zur heutigen B19 (Autobahnzubringer), sowie von der Mergentheimer Straße über den Hang hinauf bis auf die Hochfläche des Bergs. Dabei führen insbesondere der Ost- und Nordhang der Erhebung den Namen „Dallenberg“, während der Südhang in Richtung Lehmgrubensiedlung als „Blosenberg“ bezeichnet wird.

Das Gebiet gehörte zur Stadt Heidingsfeld bis es mit dieser 1930 nach Würzburg eingemeindet wurde. Organisatorisch zählt der Dallenberg heute zum Stadtteil Steinbachtal, die Grundstücke befinden sich aber immer noch auf Heidingsfelder Gemarkung.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Es bestehen zwei Erklärungen für den Namen Dallenberg:

  • Eine Umformung von Dahlenberg, was „Berg der Dohlen“ (Art der Rabenvögel) bedeutet.
  • Der Wortteil „Dalle“ bedeutet "Delle", Falte, Vertiefung. Was auf die Form des Berg mit einer Vertiefung im flachem abfallenden Hang hinweist.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch die Bezeichnung „Thalberg“ verwendet, die aber ab 1914 wieder durch die historisch korrekte Namensgebung Dallenberg ersetzt wurde.

3 Pappeln[Bearbeiten]

Letzte der drei alten Pappeln. Blickrichtung Altstadt/Steinberg

Die drei Pappeln waren einst ein Wahrzeichen des Dallenbergs. Sie standen am höchsten Punkt des Berges und waren weithin sichtbar, da der Hang sonst kaum bewachsen war. Auf Fotos um 1914 sind sie deutlich zu erkennen. Heute ist der Berg stark bewachsen, auf der Hochfläche vor allem von Kiefern. In unmittelbarer Nähe der Bushaltestelle „Am Wald“ (Fahrtrichtung Waldfriedhof) ist auf einer Wiese mit weitem Ausblick noch eine der alten Pappeln zu finden.

Entstehung des Wohngebiets[Bearbeiten]

Um die Wende zum 20. Jhd. bestanden am Dallenberg neben einer Ziegelei Kleingartenkolonien und landwirtschaftliche Betriebe. Die Böden waren aber steinig und lehmig, was die Bearbeitung aufwändig und wenig ertragreich machte.

Damals begann der Verschönerungsverein Würzburg e.V. mit den Planungen eines Parks am Steinbach als Verbindung zum Guttenberger Forst. Da die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern nördlich des Steinbachs (am Hang des Nikolausbergs) scheiterten, verlegte man die Planung auf die Südseite des Bachs (Heidingsfelder Gemarkung). Da es kaum anderweitige Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände gab, wurde man sich schnell einig. Die Stadt Heidingsfeld gab noch eigene Grundstücke als Schenkung hinzu. So konnten die Arbeiten an den Steinbachtal-Anlagen 1895 in Angriff genommen werden.

Während der Amtszeit von Bürgermeister Max Schnabel 1911-30 wurde die Entwicklung des Dallenbergs zum Wohngebiet vorangetrieben. Insbesondere der Architekt Christoph Mayer trug zur Entstehung einer „Landhauskolonie“ mit Klein- und Sommerwohnungen bei. Seine Vision war es, dass sich „jedermann in sicherer Stellung“ ein eigenes Häuschen leisten könne. Er erwarb ein großes Gelände und gab Grundstücke zu günstigen Konditionen bei geringer Anzahlung an Interessenten ab. Einige der Häuser erbaute er selbst, wobei ihm immer auch die künstlerische Ausgestaltung wichtig war.

Inzwischen wurde auch die Infrastruktur ausgebaut. 1919 wurde die Wasserversorgung über Heidingsfeld eingerichtet (noch versorgten sich aber viele über eigene Brunnen). 1924 erfolgte der Bau einer Gasleitung. Sodann wurden die Wirtschaftswege und Straßen ausgebaut. 1928 wurde die Wasserversorgung mittels zweier Hochbehälter verbessert. Der südliche Dallenberg profitierte auch vom Ausbau der Straßenbahnline, die 1930 vom Zollhaus Steinbachtal bis nach Heidingsfeld verlängert wurde. Heute zählt der Dallenberg zu den exklusiveren Wohngebieten Würzburgs.

Sportstätten[Bearbeiten]

1950 entstanden erste städtische Planungen für große Sportanlagen am Dallenberg. Stadion, Universitätssportplätze und ein großzügiges Freibad sollten entstehen. Letzteres war notwendig, da Ende der 40er Jahre der Main so stark mit Koli-Bakterien belastet war, dass Baden im Fluss untersagt werden musste und die Flussbäder geschlossen wurden. Außerdem war die Anlage eines Bades Bestandteil der Eingemeindungsverträge mit Heidingsfeld. Auf dem Gelände des Bades befanden sich noch landwirtschaftliche Flächen, Kleingärten und die Ziegelei, deren massiver Schornstein für die Neuanlagen gesprengt werden musste. 1954 begannen die Erdarbeiten für das Freibad mit Hilfe der 1. Amerikanischen Division. Eröffnung feierte das Dallenbergbad 1956.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

100 Jahre Geschichte Steinbachtal 1890-1990. Nachtrag Dallenberg. Hrsg: Talgemeinde Steinbachtal, Würzburg, 1995.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biozentrum der Universität