Sanderau

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadtbezirk Sanderau aus der Luft
Im Sommer bei den Würzburgern sehr beliebt: Die Mainufer im Stadtbezirk Sanderau (hier: Kurt-Schumacher-Promenade).

Die Sanderau ist ein südlicher Stadtbezirk und Stadtteil von Würzburg auf der rechten Mainseite.

Geographie[Bearbeiten]

Lage des Stadtbezirks Sanderau in Würzburg

Lage[Bearbeiten]

Im Süden der Stadt gelegen grenzt die 1,62 Quadratkilometer [1] große Sanderau im Norden getrennt durch den Ringpark an die Altstadt, im Osten an das Frauenland und die Keesburg sowie im Süden an die Gemeinde Randersacker. Im Westen begrenzt der Main das Areal. Mit den jenseits des Flusses liegenden Stadtbezirken Heidingsfeld und Steinbachtal ist die Sanderau durch die Konrad-Adenauer-Brücke und den Sebastian-Kneipp-Steg verbunden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 13.614 Einwohnern (Stand: 31.12.2015) [2] ist die Sanderau der drittgrößte Stadtbezirk Würzburgs. Außerdem ist die Sanderau mit 8.509 Einwohnern pro Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Stadtbezirk Würzburgs. Die 25-Jährigen stellen mit 521 Sanderauern den stärksten Jahrgang im Stadtbezirk (Stand: 31.12.2011). [3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sanderau ist der erste Stadtteil, der außerhalb der Stadtmauer entstand. Ausschlaggebend war die Aufhebung der Festungseigenschaft für die Stadt durch einen königlichen Erlass am 26. September 1856, die eine Bebauung mit Ausnahme des Siechenhauses Ehehaltenhaus bis dahin verhinderte. Geprägt wurde die Sanderau anfangs vor allem durch Gärtnereien mit weiten Gartenanlagen, Wiesen und Winzer. Auch heute lässt sich dies noch anhand von Straßennamen nachvollziehen: Weingartenstraße, Traubengasse, Florastraße, Floraweg, Gartenstraße. Die Sanderau war nach Aufhebung der Festungseigenschaft die Heimat für die „besseren“ bzw. einkommensstärkeren Bevölkerungsschichten (z.B. Universitätsprofessoren, Beamte, Angestellte, pensionierte Offiziere) und war auch stark geprägt durch zahlreiche Gastronomiebetriebe, von denen gegenwärtig nur noch ein kleiner Teil existiert. Über die Stadtgrenzen bekannt war beispielsweise das Veranstaltungszentrum Huttensäle. Der Stadtbezirk war anfangs sehr locker bebaut und von Grünanlagen durchzogen. Die Bebauung vor dem 1. Weltkrieg ging bis zur Arndtstraße, nur an den Ausfallstraßen wie Neuberg-, Randersackerer- und Heidingsfelder Straße, weiter ins Gärtnerland. Es handelte sich meist um vierstöckige Bauten. Die jetzige dichte Wohnbebauung - die Sanderau ist der Stadtbezirk mit der höchsten Bevölkerungsdichte - entstand hauptsächlich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und speziell in der südlichen Sanderau in den 1970er und 1980er Jahren aufgrund des gestiegenen Wohnraumbedarfs. Seit 1981 gibt es in der Sanderau mit der S.Oliver-Arena die bis dato größte Würzburger Veranstaltungshalle. Drei Jahre später wurde der Betriebshof Sanderau der Würzburger Straßenbahn GmbH in seiner jetzigen Dimension fertiggestellt.

Mit dem Steinbachtal war die Sanderau anfangs durch eine Personen-Fähre verbunden. Aufgrund des gestiegenen Fahrgastaufkommens wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg der Bau einer Fußgängerbrücke geplant. Die Umsetzung erfolgte jedoch erst 1978 in Form des Sebastian-Kneipp-Stegs.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name bezieht sich (abgeleitet wie die Sanderstraße von dem ehemaligen, „im Sande“ gelegenene Vorort Sand [4]) auf die in früherer Zeit durch die Sand- und Kiessedimente des Mains geprägte Flusslandschaft. Da der Fluss anfangs noch keine ausgebaggerte Fahrrinne hatte, überflutete er oftmals die links- und rechtsmainischen Flussauen (Wiesen) und hinterließ darauf die Ablagerungen. [5] Auch heute noch prägt dieser spezielle Untergrund mit seinen Hohlräumen und Verwerfungen Bauprojekte im Stadtbezirk Sanderau (siehe Randersackerer Straße).

Sehenswertes[Bearbeiten]

Adalberokirche[Bearbeiten]

Die Adalberokirche ist eine katholische Pfarrkirche, die von 1895 bis 1900 nach den Plänen des Dombaumeisters Franz Josef Ritter von Denzinger im neuromanischen Stil errichtet. Das Gotteshaus ist größtenteils aus fränkischem Muschelkalk-Gestein. Nach außen kennzeichnet die Adalberokirche eine sehr hohe Zweiturmfassade und ein mächtiger Vierungsturm. Im Inneren befindet sich eine große Orgel mit 52 Registern und einem Spieltisch aus Mahagoniholz. Umgangssprachlich wird das Gotteshaus auch Sanderauer Dom genannt.

Brunnen[Bearbeiten]

In der Sanderau finden sich einige Brunnen, die großteils im Sommerhalbjahr in Betrieb sind. Sie sind in der Tabelle Brunnen in der Sanderau erfasst.

Ehehaltenhaus mit St. Nikolaus-Kapelle[Bearbeiten]

Das Ehehaltenhaus in der Virchowstraße wurde im 13. Jahrhundert als „Siechenhaus St. Nikolaus“ mit Kapelle für Lepra-Kranke außerhalb der Stadtmauer in einiger Entfernung zum Sander Tor errichtet. Die „Aussätzigen“ lebten dadurch isoliert von der übrigen Stadt, um ein weiteres Ausbreiten der Krankheit zu verhindern. Die gleiche Funktion hatte das Siechenhaus später auch für Pestkranke. Die Kapelle St. Nikolaus diente dabei als „Schleuse“ - dort wurden die Speisen und die Getränke für die Pestkranken niedergelegt.

Den Name Ehehaltenhaus erhielt das Quarantänehaus erst Mitte des 16. Jahrhunderts. Namensgebend waren Dienstboten (Ehehalten), die damals durch ihre Arbeit in einer Familie die Ehe erhalten haben (Ehehalten-haus) und im Alter dort (jedoch nur bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts) untergebracht wurden. 1601 wurde das alte Siechenhaus durch einen Neubau ersetzt. In der Folgezeit diente es als Aufnahmeort für Kranke und Ort der Pflege. Gegenwärtig ist das Ehehaltenhaus Teil des Seniorenwohnstifts des Bürgerspitals. [6] [7]

Neumann-Pavillon[Bearbeiten]

Der barocke Gartenpavillon in der Randersackerer Straße 3-5 wurde um 1720 erbaut und diente den Fürsten wahrscheinlich als Sommerschlösschen.

Huttenschlösschen[Bearbeiten]

Das Huttenschlösschen ist ein barockes Bauwerk in der Sanderglacisstraße, das heute als Korporationshaus von der Studentenverbindung Corps Rhenania Würzburg genutzt wird.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Kinderbetreuung[Bearbeiten]

  • Städt. Kinderhort an der Max-Dauthendey-Schule
  • Kindergarten Gnadenkirche „Sonnenschein“
  • KiTa/Kindergarten/Kinderkrippe St. Rita
  • Kindergarten St. Gabriel der Schwestern des Erlösers mit Kleinkindgruppe
  • Marienkindergarten
  • Kinderkrippe Marienverein
  • Krabbelstube St. Andreas
  • Krabbelstube St. Adalbero

Soziales[Bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Neben verschiedenen Buslinien wird die Sanderau durch die Straßenbahnlinie 1 und 4 erschlossen. Der Stadtbezirk wird außerdem von der Nachtbuslinie angefahren. In der Friedrich-Spee-Straße befindet sich der Betriebshof Sanderau sowie ein Taxistand.

Gastronomie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen der Stadt Würzburg, FA Tiefbau
  2. Information der Statistikstelle Stadt Würzburg
  3. Main-Post: „Sanderau: der Stadtbezirk für Jung und Alt“ (29. Mai 2012)
  4. Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen, Band I. Fränkische Gesellschaftsdruckerei GmbH, Würzburg 1967, S. 46 (Sanderstraße)
  5. Main-Post: „Zwischen Studenten-WG und Altenheim“ (29. Mai 2012)
  6. Main-Post: „Wandelndes Lexikon - Willi Dürrnagel“ (29. Mai 2012)
  7. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 380 ff.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …