Altstadt

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Luftaufnahme von der Altstadt (© Kai Fraass)
Blick auf die Altstadt (im Zentrum der Dom)

Die Altstadt (oft auch als Innenstadt bezeichnet) ist der zentral gelegene Stadtbezirk und stellt das historische Zentrum Würzburgs dar. Historisch wurde der Bereich in acht Stadtteile gegliedert.

Geographie[Bearbeiten]

Lage des Stadtbezirks Altstadt in Würzburg

Lage[Bearbeiten]

Zur 3,96 Quadratkilometer großen Altstadt zählt das historische Stadtgebiet, das einst von der barocken Stadtbefestigung umschlossen wurde. Also linksmainisch das Mainviertel am Fuß des Marienbergs, rechtsmainisch die Fläche innerhalb der Ringstraße bzw. des Ringparks. Nördlich und östlich erstreckt sich der Bezirk heute etwas weiter und umfasst auch die anliegenden Flächen bis zu den Bahnlinien.

Benachbarte Stadtbezirke sind rechtsmainisch Grombühl, das Frauenland und die Sanderau. Linksmainisch grenzt südlich der Bezirk Steinbachtal an, nordwestlich die Zellerau.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Blick auf die Altstadt
Stadtteil Äußere Pleich

Die Altstadt ist mit 18.136 Einwohnern (Stand 31.12.2015) der bevölkerungsreichste Stadtbezirk.[1] 2011 hatte der Stadtbezirk eine Einwohnerdichte von ca. 5.000 Einwohnern pro Quadratkilometer, im gesamtstädtischen Vergleich belegt die Altstadt somit nach der Sanderau und der Lindleinsmühle den dritten Platz. Schlusslicht ist der Stadtbezirk Altstadt dagegen beim Anteil der Haushalte mit Kindern.

Ehemalige Stadtteile[Bearbeiten]

Der Bezirk Altstadt wurde in acht historisch gewachsene Stadtteile gegliedert, welche heute statistisch nicht mehr getrennt erfasst werden. Im Sprachgebrauch haben sich die Bezeichnungen aber teilweise erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Im 6. Jahrhundert ist eine erste Ansiedlung rechts des Mains dokumentiert.
  • 704: Erste urkundliche Erwähnung der Stadt als Castellum Virteburch
  • 742: Gründung des Bistums Würzburg
  • 787/788: Erster Dombau an der Stelle des heutigen Neumünster.
  • Im 9. Jahrhundert wird ein neuer Dom gebaut; der alte war nach einem Blitzschlag abgebrannt.
  • Die erste Maueranlage entstand um das Jahr 1000, nachdem ab etwa 900 ein Wall-Graben-System existierte.
  • Bis 1063 entsteht das Kollegiatstift Neumünster.
  • Nachdem auch der zweite Dom abbrennt, wird 1075 der dritte Dom fertiggestellt.
  • 1133 wird die Alte Mainbrücke erstmals urkundlich erwähnt.
  • Ab dem 12. Jahrhundert wird aufgrund des Stadtwachstums die Befestigungsanlage erweitert.
  • 1256: Erste Erwähnung eines Rats der Stadt Würzburg.
  • 1319: Stiftung des Bürgerspitals.
  • 1316: Der Grafeneckart wird zum Rathaus.
  • 1410 wird die Stadt zur Erhebung von Steuern in acht Stadtviertel eingeteilt.
  • 1576: Gründung des Juliusspitals.
  • 1720: Grundsteinlegung der Residenz.
  • 1854: Der erste Bahnhof am heutigen Mainfranken Theater wird eröffnet.
  • 1878-1900: Entstehung des Ringparks um die Altstadt herum.
  • März 1945: 90-prozentige Zerstörung der Kernstadt durch den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945.
  • 1970: Der Wiederaufbau der Altstadt ist weitestgehend abgeschlossen.
  • Ab 1972 schrittweise Einführung und Erweiterung der Fußgängerzone. Im Zuge dessen wurde 1990 die Alte Mainbrücke für Kraftfahrzeuge gesperrt.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Bis zur Eingemeindung weiterer Gebiete war in diesem Bereich lediglich von Würzburg die Rede. Später benötigte man zur Differenzierung einen neuen Namen für den zentralen Teilbereich der Stadt. Da sich in diesem Gebiet die ältesten Ansiedlungen des Stadtgebietes befinden, wird der Stadtbezirk als Altstadt bezeichnet.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Die meisten (alten) Straßen beziehen sich auf das Flussbett des Mains, indem sie parallel oder im rechten Winkel dazu verlaufen. Auch der halbkreisförmige „Ring" ist lediglich eine Erweiterung des alten U-förmigen Hauptstraßennetzes aus der zentralen Verkehrsachse zwischen Dominikanerplatz, Schönbornstraße, Marktplatz und Kürschnerhof, die von der Juliuspromenade und der Domstraße flankiert wird. Dabei hatte traditionell die Domstraße die wichtigere Rolle – nicht nur aufgrund des Handels oder des Wegs zur Festung, sondern auch bei Prozessionen. Viele Straßennamen lassen noch Rückschlüsse auf die ursprüngliche Nutzung / Funktion zu: Während beispielsweise Schustergasse, Gerberstraße oder Plattnerstraße typische Handwerkerstraßen waren, sind Schüttgasse, Pleicherwall, Wallgasse, Innerer Graben, Grabengasse, Katzengasse etc. Indikatoren für die damalige massive Stadtbefestigung. Oftmals wurden Straßen auch nach Höfen bzw. Herrenhäusern benannt.

ÖPNV[Bearbeiten]

Die Altstadt ist Knotenpunkt von allen Straßenbahnlinien und den meisten Buslinien. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Haltestellen am Hauptbahnhof, am Busbahnhof sowie die Haltestellen Barbarossaplatz, Juliuspromenade und Sanderring. Am Hauptbahnhof besteht Anschluss an den Nah- und Fernverkehr, sowie am Busbahnhof zu Fernbuslinien.

Einzelhandel und Unternehmen[Bearbeiten]

Unternehmen der Bereiche Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und Dienstleistung befinden sich vor allem in und im Umfeld der Fußgängerzone. Messen und Märkte werden in der Regel am Marktplatz und gelegentlich auch auf dem Platz Beim Grafeneckart abgehalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Baureferat / Christian Baumgart / Yvonne Beck: Zentrenkonzept 2011: Rahmenkonzept für die weitere Entwicklung des Einzelhandels in Würzburg. Würzburg, 2012.
  • Baureferat / Christian Baumgart: Stadtbild Würzburg - eine Analyse im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen zur Stadtsanierung. Würzburg, 1997.
  • Hans Steidle: Vom Kaiserhof zum Konsumtempel: Eingriffe in die Würzburger Altstadt. Würzburg, 2009.
  • Heinz Bretz: Der Verkehr und seine Probleme in der Altstadt Würzburgs. Würzburg, 1975.
  • Heribert Düthmann: Sanierung Innenstadt: Ergebnisbericht über die vorbereitenden Untersuchungen für das Sanierungsgebiet Innenstadt. Würzburg, 1997.
  • Marc Lucas Schulten: Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept: Innenstadt Würzburg. Dortmund, 2012.
  • Stefan Kummer: Bauen in der Altstadt. Würzburg, 2000.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Information der Statistikstelle Stadt Würzburg

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …