St. Bartholomäus (Kist)

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Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus
Hauptportal der Pfarrkirche
Bildstock an der Pfarrkirche

Die heute existierende Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde Ende des 19. Jahrhunderts im neoromanischen Stil errichtet und ist am 14. Juli 1872 eingeweiht worden.

Lage[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche liegt in der Ortsmitte von Kist an der Oberen Dorfstraße.

Patrozinium[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche ist dem hl. Bartholomäus (* Anfang des 1. Jahrhunderts in Kana, † um 51 (?) in Armenien (?)) geweiht, einem Apostel Jesu und Märtyrer. Er war laut Markusevangelium (Mk 3, 14 - 19) einer der zwölf Jünger Jesu. Patrozinium ist am 24. August.

Geschichte der Pfarrgemeinde[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte Kist zur Urpfarrei Tauberbischofsheim, ehe es zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde. Eine erste Kirche dürfte bereits um das Jahr 900 existiert haben und den Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan geweiht gewesen sein. Eine zweite Kirche existierte vermutlich bereits um das Jahr 1344, die wohl der Hl. Margarethe geweiht war. Jene Kirche wurde aufgrund ihrer Baufälligkeit ersetzt durch eine ebenfalls der Hl. Margarethe geweihten dritten Kirche, die der damalige Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn ab 1596 errichten ließ, und die im Jahre 1598 eingeweiht wurde. Wohl einziges Überbleibsel dieses Renaissance-Baus ist ein Gedenkstein mit einer Mahnung des Fürstbischofs und der Jahreszahl 1598, die beim Bau der heutigen Kirche im Bereich des Haupteingangs angebracht wurde. Nach über dreihundertjähriger Zugehörigkeit zur Pfarrei St. Martin (Kleinrinderfeld) als Kaplanei und ab 1890 als Expositur[1], wurde die Pfarrei erst 1952 wieder eigenständig.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die heutige Pfarrkirche wurde im 19. Jahrhundert unter dem Rimparer Baumeister Balthasar Schömig im neoromanischen Stil errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. August 1871, endgültig vollendet wurde der Bau am 1. Oktober 1872. Die feierliche Einweihung des Gotteshauses durch den damaligen Würzburger Bischof Johann Valentin von Reißmann erfolgte bereits am Sonntag, den 14. Juli 1872. Ab 1980 wurde die Kirche einer grundlegenden Renovierung unterzogen, und der ursprüngliche Zustand durch Wiederaufstellen der noch vorhandenen, zuvor eingelagerten Ausstattung annähernd wiederhergestellt. Die so neu gestaltete Pfarrkirche wurde zu ihrem 110-jährigen Jubiläum am 18. Juli 1982 von Paul-Werner Scheele neu konsekriert.

Innenraum[Bearbeiten]

Sehenswert ist vor allem der Hochaltar, der in der Mitte den Kirchenpatron, links den Hl. Kilian und rechts die Hl. Margarethe, als Kirchenpatrone der Vorläuferkirchen, zeigt. Über dem Hl. Bartholomäus von Carl Behrens befindet sich eine Darstellung des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube. An dieser Stelle befand sich zuvor ein Ölgemälde, das Gott Vater und den Heiligen Geist zeigte. Dieses thront nun über dem Chorbogenkreuz, welches über dem sogenannten Volksaltar hängt. Zwischen Volks- und Hochaltar schwebt das sogenannte „Ewige Licht“, ein Werk des österreichischen Barock, das als Ersatz für das ursprünglich vorhandene Ewige Licht dient.

Die beiden Seitenaltäre zeigen links die gekrönte Gottesmutter mit dem Jesuskind, rechts den Hl. Josef ebenfalls mit dem Jesuskind.

Darüber hinaus sind an den Seitenpfeilern der Kirche sechs weitere Heiligenfiguren angebracht: Die Hl. Anna, Hl. Lioba, Hl. Agnes, Hl. Joachim, Hl. Antonius, Hl. Sebastian (?).

Über dem Beichtstuhl an der rückwärtigen Seite befindet sich das Gemälde „Petrus in der Reue“ aus der Schule des flämischen Hofmalers Oswald Onghers. In einer kleinen Nische unterhalb des Aufgangs zur Empore fand eine dem gotischen Original nachgebildete Pieta Platz. Ein Deckengemälde zeigt Jesus als Heiland auf der Weltkugel sitzend.

Eine ursprünglich auf der linken Seite des Kirchenschiffes befindliche Kanzel konnte aufgrund der liturgischen Bestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht mehr in der Kirche aufgestellt werden. Einziges Überbleibsel ist die Taubengestalt des Hl. Geistes, die auf dem Dach der Kanzel angebracht war und ihren neuen Platz am Hochaltar gefunden hat (siehe oben).

Kirchturm[Bearbeiten]

Als „Fingerzeig in den Himmel“ markiert die Spitze des Kirchturms zugleich den höchsten Punkt im Landkreis Würzburg. Nachts ist die Kirche angestrahlt.

Geläut[Bearbeiten]

Das Geläut der Pfarrkirche besteht aus insgesamt vier Glocken: die größte von ihnen, die der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet ist, wurde im Jahr 2000 zur Ergänzung der übrigen bei Albert Bachert in Heilbronn gefertigt und durch Weihbischof Helmut Bauer gesegnet. Drei von ihnen wurden im Sommer 1951 in der Gießerei Friedrich Otto in Bremen gefertigt und am 30. September von Domkapitular Johannes Kötzner geweiht, die als Ersatz für die alten zu Kriegszwecken eingeschmolzenen Glocken gegossen wurden.

  • Josephsglocke: 250 kg, Schlagton: cis
  • Aveglocke: 350 kg, Schlagton: h
  • Christkönigglocke: 600 kg: Schlagton: gis
  • Dreifaltigkeitsglocke: 800 kg, Schlagton: f

Pfarrsprengel[Bearbeiten]

Die Pfarrei St. Bartholomäus ist zuständig für die Gemeinde Kist, Forsthaus Irtenberg, Forsthaus Guttenberg und die Marktgemeinde Reichenberg mit den Gemeindeteilen Albertshausen, Lindflur und Reichenberg mit der Filialkirche Erscheinung des Herrn (Reichenberg).

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

PG Kreuz Christi.jpg

Die Pfarrei St. Bartholomäus gehört zur Pfarreiengemeinschaft „Kreuz Christi“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seelsorgsbezirk ohne eigene Vermögensverwaltung unter Leitung eines Expositus bzw. Pfarrvikars [1]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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