St. Josef (alt) (Dürrbachtal)

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St. Josef (alt) in Oberdürrbach
Nordwestansicht der Kirche
Haupteingang

Die Pfarrkirche St. Josef, der Arbeiter in Würzburg (Oberdürrbach) ist das ursprüngliche Kirchengebäude gleichnamiger katholischer Pfarrgemeinde.

Lage[Bearbeiten]

Das Gebäude liegt erhöht über dem Dorfplatz in der Zehnthofstraße 10 im Stadtteil Oberdürrbach gleich neben gleichnamigem Friedhof zwischen Altort und Neubaugebiet.

Patrozinium[Bearbeiten]

Josef aus Nazareth ist im Neuen Testament Verlobter und dann Ehemann Marias, der Mutter Jesu. Papst Pius XII. verkündete 1955 den 1. Mai als Fest für Joseph, den Arbeiter.

Vorgängerbau[Bearbeiten]

Die Entstehungszeit einer ersten, 1525 erstmals bezeugten Kapelle ist unbekannt. Deren Abriß erfolgte in den Jahren 1791/92. Bis zur Fertigstellung der heutigen Kirche fanden die Gottesdienste zwischen 1791 und 1817 in der Vogtei des Juliusspitals statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Gotteshauses ist auch die Geschichte des Landes Bayern. Durch die Säkularisation im Jahre 1803 wurden viele wertvolle Kunstgegenstände und Gemälde von Kirchen und Klöstern verkauft und in alle Welt zerstreut. So wäre es auch der prächtigen Inneneinrichtung des Prämonstratenserinnenklosters Unterzell ergangen, hätte nicht Dr. Adam Joseph Onymus davon Kenntnis erlangt. 1804 war er Kommissar der an den bayerischen Staat gefallenen Kunstschätze geworden und auch für das Kloster Unterzell zuständig. Dr. Onymus erwog zu diesem Zeitpunkt den Neubau einer Kirche in Oberdürrbach und bewahrte die Innenausstattung der Unterzeller Klosterkirche für dieses Gotteshaus auf. Noch heute ist es ein Rätsel auf welche Weise Dr. Onymus es schaffte, die Kunstschätze so lange vor der neuen bayerischen Landesregierung in München, die großes Interesse an einem Verkauf gehabt hätte, zu verstecken. 1816/1817 beauftragte der Domdekan Dr. Onymus den Würzburger Landesbaumeister Johann Michael Büttner mit dem Bau einer klassizistischen Saalkirche in Oberdürrbach, in welche die prächtige Innenausstattung der ehemaligen Klosterkirche Unterzell zentimetergenau eingepasst wurde.

Die Konsekration erfolgte am 7. September 1817 durch Weihbischof Gregor von Zirkel. 1945 wurde das Gotteshaus durch Artilleriebeschuss beschädigt. Aufgrund des massiven Zuzugs an neuen katholischen Mitbürgern Ende der 1960er Jahre wurde die alte Kirche zu klein und deshalb ein Kirchenneubau am Talgrund des Dürrbaches geplant und gebaut. Außenrenovierungen fanden 1966,1983 und 2017 statt, eine Innenrenovierung 1985/86.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

An den Chorraum ist eine separate Sakristei angebaut. Der Kirchturm ist als Fassadenreiter über dem Hauptportal angebracht und wird von einer Welfenhaube mit Abschlusskreuz gekrönt.

Innenausstattung[Bearbeiten]

Hochaltar, Seitenaltäre, Kanzel, Chor- und Beichtstühle stammen aus dem ehemaligen Kloster Unterzell. Die Architektur des Hochaltars aus den Jahren 1744/45 stammt von Johann Peter Schaidthauf, die Bildhauerarbeiten von Ferdinand Tietz. [1] Im Chor links Herz-Jesu-Figur, rechts Figur des Auferstandenen Christus. Die beiden barocken Seitenaltäre von Balthasar Esterbauer sind aus der Zeit um 1720/28 mit Altarblättern von Johann Adam Remele.

Geläut[Bearbeiten]

1. Lobpreisungsglocke mit Schlagton c"; Durchmesser 72 cm; 160 kg; Schmuck: Kreuzigungsgruppe; Umschriften: „Sit nomen domini benedictum ex hoc nunc et in saeculum. (Der Name des Herrn sei gepriesen, von nun an bis in Ewigkeit) Psal. Goss. Michnach"; „Egenhoveni-M-Lan/Genegger in München".
2. Josefsglocke mit Schlagton es"; Durchmesser 66 cm; 150 kg.
3. Marienglocke mit Schlagton f"; 110 kg.

Die beiden zuletzt genannten Glocken wurden 1959 von Fa. Hamm in Regensburg gegossen.

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

PG Dürrbachtal.jpg

Die Pfarrei St. Josef (Oberdürrbach) gehört zur Pfarreiengemeinschaft Dürrbachtal zusammen mit der Pfarrei St. Rochus und St. Sebastian (Dürrbachtal) in Unterdürrbach und der Kuratie Heilig-Geist in der Dürrbachau.

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatsarchiv Würzburg, Rechnung des Klosters Unterzell 1744/45 (Rechn. Nr. 17486), fol. 109

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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