Adam Joseph Onymus

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Letzte Ruhestätte von Adam Joseph Onymus

Prof. Dr. Dr. Adam Joseph Onymus (* 29. März 1754 in Würzburg; † 9. September 1836 ebenda) war Geistlicher, Theologieprofessor und Schriftsteller.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Onymus wurde nach gymnasialer Ausbildung in Würzburg 1770 in das Klerikalseminar aufgenommen und erhielt nach der Promotion zum Dr. phil. und theol. am 29. März 1777 die Priesterweihe. Zunächst war er Kaplan bzw. Kooperator in Hausen bei Würzburg und Fahr am Main, ab 1778 Kaplan am Juliusspital. Von 1779 bis zu seiner Ernennung zum Subregens war er auch Hofmeister im Hause der Familie von Franckenstein in Mainz. 1782 berief ihn Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal als Subregens an sein Priesterseminar.

Professor in Würzburg bis zur Säkularisation[Bearbeiten]

1783 wurde er zum Professor der Exegese [2] an der Universität Würzburg ernannt. 1786 wurde Adam Joseph Onymus Kanonikus [3] am Stift Neumünster, 1789 Regens des adeligen Seminars und Direktor der Gymnasien in Würzburg und Münnerstadt sowie Mitglied der Schulkommission.

Onymus war Anhänger der Aufklärung [4], welcher Richtung auch der Fürstbischof und die meisten jüngeren Professoren angehörten. Er veröffentlichte Artikel gegen die alte Schule der katholischen Kirche in den „Würzburger gelehrten Anzeigen” und ging besonders schroff gegen die Aussagen des Dompredigers Alois Merz (SJ)(1727 - 1792) in Augsburg vor. Unter anderem forderte er, als Direktor der Mittelschulen, die Einführung gymnastischer Übungen als Erholung für die Schüler.

Nach der Säkularisation avancierte Onymus 1803 unter bayerischer Herrschaft zum Landesdirektionsrat mit dem Vortrag in Schulsachen. Seine Schärfe gegen die Kirche war derart, dass er es durch sein Amt schaffte, dass alle Professoren der theologischen Fakultät außer ihm und dem als Vertreter einer Philosophie der Aufklärung geltenden Professor Franz Berg zurücktreten mussten.

Beurlaubung im Großherzogtum[Bearbeiten]

Während der Regierungszeit von Ferdinand III. von Toskana als Großherzog von Würzburg wurde Adam Joseph Onymus beurlaubt. Ferdinand, der der katholischen Kirche sehr nahe stand, missfielen die Aufklärungsgedanken von Onymus. Nach französischem Vorbild wurde 1809 die Katholisch-Theologische Fakultät in das geistliche Seminar verlegt und die bisherigen Professoren in den Ruhestand versetzt.

Professor in Würzburg im Königreich Bayern[Bearbeiten]

Nach der Rückkehr der bayerischen Herrschaft im Jahre 1816 wurde Onymus von Maximilian von Montgelas reaktiviert und erhielt den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität Würzburg. Zu dieser Zeit kehrte er in die kirchlichen Bahnen zurück. Seine in der Zeit der Aufklärung abgegebenen Äußerungen schien er jetzt öffentlich sühnen zu wollen. Er stiftete die 1816 errichtete Pfarrkirche in Oberdürrbach und das dazugehörige Pfarrhaus. Im Jahre 1823 schickte er seine Schrift „Über die Verhältnisse der katholischen Kirche” und seine 1820–1828 in drei Teilen erschienene „Glaubenslehre der katholischen Kirche” an den neu gewählten Papst Leo XII. mit der Bitte um die Approbation. Diese wurde zwar als nicht üblich verweigert, doch erhielt Onymus als Antwort im Auftrag des Papstes von der Münchener Nuntiatur ein vom 25. November 1823 datiertes sehr anerkennendes Schreiben (abgedruckt in der Tübinger Quartalsschrift 1824, 179 f.). Als er 1824 von König Maximilian I. Joseph von Bayern zum Domdechant ernannt wurde, nahm er mit dem Programm „Presbyterium eiusque partes in regimine Ecclesiae” [1] Abschied vom akademischen Lehramt. 1825 wurde er Generalvikar des Bischofs Adam Friedrich Groß zu Trockau. Onymus übte bis ins hohe Alter auch die Seelsorge aus und bewies sowohl im Leben als auch durch sein Testament eine außerordentliche Mildtätigkeit, namentlich durch Stiftungen.

Rektor der Universität Würzburg[Bearbeiten]

1821 wurde er zum Rektor der Universität ernannt.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Beigesetzt ist er auf dem Friedhof in Oberdürrbach neben der von ihm gestifteten Kirche St. Josef (alt) (Dürrbachtal). Hier steht auch eine Säule auf einer Wiese, die sein Wirken würdigt.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach ihm wurde die Dr.-Onymus-Straße in Oberdürrbach benannt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1777-1779: „Opera s. Justini Mart. graece et lat.“
  • 1777: „Dissertatio exponens Justini Mart. de praecipipuis religionis christianae dogmatis sententiam"
  • 1786: „Die Weisheit Jesu Sirachs Sohns aus dem Griechischen“ mit Anmerkungen
  • 1786: „Entwurf zu einer Geschichte des Bibellesens“
  • 1787-1802 erschienen fünf Bände „Geschichte des alten und neuen Testamentes“
  • 1793: erschien als Anonyme Schrift zu Zürich: „Bemerkungen auf einer Reise durch einen großen Teil von Deutschland“
  • 1802: Begräbnisrede für Weihbischof Fahrmann
  • 1803: „De usu interpretationis allegoricae in novi foederis tabulis“
  • 1807: „Der 104 Psalm, übersetzt mit Anmerkungen“
  • 1818: Über die Verhältnisse der katholischen Kirche, oder die Beantwortung der Punkte, welche der Freiherr von Wangenheim in seiner Eröffnungsrede bei der Beratung mehrere teutschen Bundesstaaten über die Angelegenheiten der teutschen katholischen Kirche vorgelegt hat.
  • 1819: „Programma de eo, quod iustum est circa rationem et revelationem.“ Darin erklärt er die Kantsche Philosophie für unvereinbar mit der katholischen Kirche.
  • 1820-1823 veröffentlichte er die in drei Teilen erschienene „Glaubenslehre der katholischen Kirche“
  • 1821: „Meine Ansichten von der wunderbaren Heilungen, welche der Fürst Alexander von Hohenlohe seit dem 20. Juni d. J. in Würzburg vollbracht hat.”
  • 1822: „Die Dämonenlehre der Alten oder die Idee des Göttlichen in iher Ausartung bei den Ägyptern, Phöniciern und Griechen.“
  • 1823: „Die Principien der katholischen Kirche in katechetischer Form“ in zwei Bänden
  • 1823: „Über die Verhältnisse der katholischen Kirche“
  • 1824: „Lehre von den Heilsmitteln der christlichen Religion, katechetisch vorgetragen“
  • 1827: „Homilien und Betrachtungen über die Leidensgeschichte Jesu, seine Auferstehung und Himmelfahrt“
  • 1831: „Das Leben und die Lehre Jesu nach Matthäus, Marcus und Lucas in Homilien“
  • 1831: „Die Klagelieder des Propheten Jeremias“
  • 1831: „Die Feyer des heiligen Abendmahls, insbesondere den ersten Communicanten gewidmet“
  • 1831: „Besuche des Kreuzweges Jesu unseres Erlösers in vierzehn Stationen“.

Quellen[Bearbeiten]

  • Allgemeine Deutsche Biographie, Band 24, Seite 359-361; Leipzig 1887
  • Karl Bosl: Bosls Bayerische Biographie, Seite 129, Ergänzungsband, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1988. ISBN 3-7917-1153-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerische Staatsbibliothek digital [1]

Weblinks[Bearbeiten]