St. Cyriakus (Sulzdorf)

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Katholische Pfarrkirche St. Cyriakus in Sulzdorf

Zur Pfarrei St. Cyriakus im Giebelstadter Ortsteil Sulzdorf liegt in der Ortsmitte nahe der Ortsdurchfahrt am Dorfberg.

Patrozinium[Bearbeiten]

Kirchenheiliger ist der Heilige Cyriakus († 305 (?) in Rom). Er war Diakon in Rom und ist als einer der 14 Nothelfer zuständig für Beistand in der Todesstunde und bei Anfechtungen. Er starb als Märtyrer. Seiner wird am 8. August gedacht.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundliche Quellen zur Pfarreigeschichte vor 1180 fehlen. Aus der Auswertung der politischen Geschichte ergibt sich, dass die Anfänge von Sulzdorf und der Bau der ersten Kirche erheblich vor dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts liegen. Das Patronat über die Pfarrei Sulzdorf kam mit dem Vogteirecht um 1180 ans Hochstift Würzburg. Architektonische Hinweise im Untergeschoss des Kirchturms belegen, dass dieser Chorturm im Kern Teil einer romanischen Wehrkirchenanlage war, die ebenfalls wenigstens ins 12. Jahrhundert zu datieren ist. Für diese erste Kirche ist neben dem heutigen Patronat auch eine Verehrung der Heiligen Laurentius und Stephanus denkbar, wie eine Urkunde aus dem Jahr 1627 verrät. Die heutige katholische Pfarrkirche St. Cyriakus entstand um 1600.

Das heutige äußere Erscheinungsbild der Sulzdorfer Pfarrkirche prägt der große Umbau in der Barockzeit, in den Jahren 1725 bis 1727. Dem Barock entspricht als untrügliches Kennzeichen der eingeschnürte Zwiebelhelm. Zu dieser Zeit wurde auch das Langhaus wohl von Grund auf neu errichtet und auf seine heutige Länge nach Westen hin vergrößert. Von diesem Umbau kündet die geschweifte Relieftafel mit drei ovalen Wappen, Helmdecken aus Akanthus und einer Inschrift. Das Original der Gedenktafel hängt geschützt im Eingangsvorbau an der Westseite der Kirche und deren Kopie ist über dem Sakristeieingang zu sehen. Die drei Wappen, der fränkische Rechen des Domkapitels, flankiert vom Wappen des Dompropstes Johann Philipp Fuchs von Dornheim (links) und des Domdekans Johann Veit von Würtzburg (rechts), und die Inschrift geben Kunde von dem Patronatsherrn, der den Umbau seiner Kirche zu Sulzdorf im Jahre 1727 mit erheblichen finanziellen Mitteln förderte. Am 27. August 1730 wurde sie durch Weihbischof Johann Bernhard Mayer konsekriert.

Architektur[Bearbeiten]

Die nebenan liegende Ölbergkapelle wurde ebenfalls im 18. Jahrhundert errichtet.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die Kirche ist ein Saalbau mit Satteldach, eingezogenem Chor und dreigeschossigem Chorseitenturm mit Zwiebelhaube.

Innenausstattung[Bearbeiten]

Altäre[Bearbeiten]

Die Kirche erhielt mit dem St. Cyriakushochaltar, dem der Muttergottes geweihten linken Seitenaltar und dem Josefs- und Sebastiansaltar auf der rechten Seite drei Altäre. 1823 wurde sie im klassizistischen Stil umgebaut und 1886 der Neoromanik angenähert. Die beiden Seitenaltäre sind Ädikula-Retabeln mit schwarz gefaßter und goldenem Dekor geschmückter Architektur aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, stammen aus der Kapelle des Schlosses Egg bei Deggendorf und wurden 1937 vom damaligen Pfarrer Carl Hofmann für die Dorfkirche erworben. Sie ersetzten die neoromanischen Altäre aus der Kirchenrenovierung des Jahres 1886. Die heutige Innenausstattung geht auf die Renovierungen der letzten beiden Jahrhunderte zurück. Der Zelebrationsaltar, eine trogförmige, auf einem mittigen Sockel und auf einer beidseitigen Auskragung ruhende Muschelkalkmensa, der Ambo aus Muschelkalk mit einem säulenförmigen Schaft und abstrahierter Engelsfigur und der Tabernakel, ein kupfergetriebener und vergoldeter Metalltabernakel auf einem säulenförmigen Schaft und von zwei steinernen Flügel umrahmt, sind Werke des Würzburger Künstlers Lothar Forster.

Kanzel[Bearbeiten]

Die etwa 1800 entstandene, klassizistische Kanzel ist eine „interessante Arbeit mit Reliefmedaillons“ eines unbekannten Meisters und stammt aus der alten Augustinerkirche zu Würzburg. Sie wurde nach der Säkularisation von der Gemeinde Sulzdorf für 50 Gulden erworben.

Taufstein[Bearbeiten]

Der Taufstein aus grünem Sandstein ist ein etwa 1800 entstandenes Werk und steht auf einer quadratischen Platte. Die halbkugelförmige Beckenschale ruht auf einem konischen, kannelierten Schaft und schließt mit einem umlaufenden Flechtbandfries ab.

Weitere Kunstwerke[Bearbeiten]

Die bekrönende, polierweiße und vergoldete Figurengruppe der Taufe Christi schuf 1952 zusammen mit dem Vergolder Reges der fränkische Bildhauer Josef Gerngras. Von dem Würzburger Bildhauer und „Herrgottsschnitzer“ Gerngras stammt auch die Herz Jesu Figur, die Christus darstellt mit den Wundmalen, in Tunika und Mantel gekleidet, die Rechte zum Segen erhoben und die Linke auf das Flammenherz auf seiner Brust deutend. Im Rahmen der Kirchenrenovierung 1912 wirkte auch der Kunst- und Kirchenmaler Eulogius Böhler mit und gestaltete das Deckengemälde und die Kreuzwegstationen.

Pfarrgebiet[Bearbeiten]

Die Pfarrei St. Cyriakus ist für die Katholiken des Giebelstadter Ortsteils Sulzdorf zuständig.

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft Giebelstadt-Bütthard

Die Pfarrei St. Cyriakus ist Teil der Pfarreiengemeinschaft Giebelstadt–Bütthard.

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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