Pathologisches Institut

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Ehemaliges Insitut im Gartenpavillon im Park des Juliusspitals
Pathologisches Institut

Das Pathologische Institut der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg war zunächst im Garten des Juliusspitals angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit Carl Caspar von Siebold, der seit 1769 Professor für Anatomie und Chirurgie war, begann sich in Würzburg die Pathologie als wissenschaftliches Fach zu entwickeln. Siebold sezierte regelmäßig Leichen vor Studenten und wertete die gesehenen Krankheitsbefunde aus.

Carl Caspars Sohn und Nachfolger, Barthel von Siebold, hielt ab dem Wintersemester 1797/98 erste Vorlesungen über pathologische Anatomie. Da Anatomie und Pathologie zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch vereint waren, führten die Bestrebungen der jungen Pathologen nach mehr Selbständigkeit zu Spannungen mit der Anatomie. Die in Würzburg vor allem von den Klinikärzten unter wesentlicher Beteilung von Johann Lukas Schönlein, der sich bereits 1817 für pathologische Anatomie habilitiert hatte, und Franz von Rinecker forcierte Entwicklung der Pathologie zu einer eigenständigen Fachabteilung gelangte am 21. Oktober 1845 ans Ziel, als der Schönlein-Schüler Bernhard Mohr in Würzburg zum ordentlichen Professor der pathologischen Anatomie ernannt wurde (Vor ihm war für dieses Fach der Anatom Martin Münz zuständig). Somit entstand an der Universität Würzburg der erste ordentliche Lehrstuhl für das Fach pathologische Anatomie im heutigen Deutschland. [1] [2]

Mit Rudolf Virchow, der von 1849 bis 1856 das Institut leitete und 1855 bereits einen Aufsatz zur ihn weltweit bekannt hat werden lassenden Zellularpathologie veröffentlichte, begann eine rege Forschungstätigkeit. Zunächst im, seit 1726 [3] der anatomischen Forschung dienenden und auch für Belange der Pathologie genutzten Gartenpavillon im Park des Juliusspitals beheimatet, zog man 1853 in das Kollegiengebäude. Einer der bedeutenderen Wissenschaftler des Instituts war Karl Josef Eberth. Auch der ab 1872 nur drei Semester den Lehrstuhl für Pathologie in Würzburg innehabende, 1856 bei Virchow in Würzburg promovierte und 1861 bis 1865 dessen Assistent in Berlin gewesene Theodor Albrecht Edwin Klebs [4] war ein bedeutender Forscher. So wies er beispielsweise nach, dass zur Auslösung vieler Infektionskrankheiten Bakterien erforderlich sind.

Nach den Entwürfen von Georg Eduard Rindfleisch entstand ein neues pathologisches Institut in der Koellikerstraße unter Mitarbeit von Universitätsarchitekt Georg Lutz, das am 2. November 1878 Jahres eingeweiht wurde. [5]

Seit 1921 ist das Institut auf dem Areal des Luitpoldkrankenhauses angesiedelt. [6] Institutsvorstand war zu dieser Zeit Martin Benno Schmidt. [7] Am 16. März 1945 brannte das Institut bis auf die Mauern aus und wurde zu mehr als 60 Prozent zerstört. Vorstand war seinerzeit Hermann Groll (*4. Februar 1888; † 13. April 1947), nach dessen Tod 1947 mit Hilfe des als kommissarischer Leiter tätigen Prosektors (und späteren Erlangener Professors) Erich Müller und ab 1949 unter der Vorstandschaft von Eugen Kirch (1888-1973), dem „zweiten Gründer“ des Instituts, der Wiederaufbau erfolgte. [8]

Aufgaben[Bearbeiten]

Das Pathologische Institut ist zuständig für Diagnostik und klinische Obduktionen, primär für das Universitätsklinikum Würzburg, darüberhinaus für weitere Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen.

Kontakt[Bearbeiten]

Pathologisches Institut
Josef-Schneider-Straße 2 / E2
97078 Würzburg

Ordentliche Professoren[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Theodor Heinrich Schiebler: Anatomie in Würzburg (von 1593 bis zur Gegenwart), in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 985-1004, S. 992
  2. Hans-Werner Altmann: Pathologie und Pathologen in Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 1011-1025, S. 1011-1013
  3. Hans-Werner Altmann, a.a.O., S. 1014
  4. Werner Köhler: Klebs, Theodor Albrecht Edwin, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 755 f.
  5. Eduard Rindfleisch: Rede zur Einweihung des neuen Pathologischen Institutes in Würzburg am 2. November 1878, Würzburg 1878
  6. Martin Benno Schmidt: Das Pathologische Institut 1921-1926, in: Das staatliche Luitpoldkrankenhaus zu Würzburg. Die ersten fünf Jahre des Vollbetriebes 1921-1926 bzw. 1923-1928, hrsg. von F. König, Berlin 1924, S. 86-93
  7. Institut für Pathologie der Universität Würzburg: „Martin Benno Schmidt, Vorstand von 1913-1934“
  8. Hans-Werner Altmann, a.a.O., S. 1020 f.
  9. Paul Ernst: Edwin Klebs geb. 6.II.1834, gest. 23.X.1913, Münchener Medizinische Wochenschrift 61 (1914), S. 193-196 und 251-254
  10. Hans-Werner Altmann, a.a.O., S. 1018

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Werner Altmann: Pathologie und Pathologen in Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 1011-1025
  • derselbe: Der Weg der Würzburger Pathologie, Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie 52 (1968), S. XIX-XXVIII
  • Adolf Holzmann: Bernhard Mohr. Was gab es in Würzburg vor Virchow an pathologischer Anatomie und pathologisch-anatomischem Unterricht?, Virchows Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie 272 (1929), S. 531-573

Weblinks[Bearbeiten]

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