Barthel von Siebold

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Johann Bartholomäus von Siebold (Kupferstich von Johann Pleikard Bitthäuser)

Prof. Dr. Johann Bartholomäus von Siebold, genannt (Johann) Barthel von Siebold (* 3. Februar 1774 in Würzburg; † 28. Januar 1814 ebenda) war Professor für Anatomie, Chirurgie und Physiologie an der Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Barthel wurde als dritter Sohn von Carl Caspar von Siebold und dessen Ehefrau Veronica, geborene Stang, in Würzburg geboren. Nach dem Unterricht durch Hauslehrer und Gymnasium studierte er Medizin in Würzburg, Göttingen und in Jena, wo er 1797 promovierte. [1] Im selben Jahr wurde er entsprechend dem Wunsch seines Vaters vom Fürstbischof am 4. April zum außerordentlicher Professor [2] für Anatomie und theoretischen Chirurgie berufen. 1798 wurde er Professor für Physiologie und übernahm bis 1799 den Lehrstuhl seines verstorbenen Bruders Christoph. 1802 wurde Barthels Sohn, der spätere Würzburger Anatomie-Professor Johann Elias Gottfried von Siebold, geboren.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1803 wurde Johann Bartholomäus von Siebold Oberwundarzt am Juliusspital und erhielt die ordentliche Professur für Anatomie und Chirurgie. Rufe nach Wien und Halle lehnte er ab. [3] Zunehmend konnte er seinen Vater im Hörsaal und Operationszimmer ersetzen. Mit Oberwundarzt Barthel von Siebold und dessen Antrag auf ein Zimmer für am Star operierte Augenkranke versuchte am 16. Mai 1807 erstmals ein Mediziner in Würzburg, die Augenheilkunde zu etablieren. [4]

Publikationen[Bearbeiten]

1814 erschien seine „Geschichte und gegenwärtige Einrichtung des Chirurgischen Clinicums im Julius-Spitale zu Würzburg”. In diesem Werk beschäftigte er sich ausführlich mit der organisatorischen Struktur der Klinik in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts. Seine Pläne eines Projektes einer „Teutschen Akademie der Chirurgie” nach dem Vorbild der Leopoldina oder der Josephs-Akademie in Wien scheiterten aufgrund der politisch unruhigen Zeiten Anfang des 19. Jahrhunderts, die auch an Würzburg nicht spurlos vorübergingen. [5]

Barthel von Siebold war durch die kriegerischen Ereignisse, angefangen mit der Schlacht von Würzburg bis hin zu den Eroberungsfeldzügen Napoleons, gezwungen sich intensiv mit feldchirurgischen Problemen zu beschäftigen. 1813 veröffentlichte er seine „Erinnerungen an Militär-Wundärzte über die wichtigsten Momente, welche bey Amputationen und beym Verband beherziget zu werden verdienen”. Die Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig [6] gegen Rußland, Preußen und Österreich läutete das Ende der Toscanazeit in Würzburg ein. Mit dabei auf der französischen Seite waren auch Würzburg und Bayern. Bayern brach nach der Niederlage Napoleons mit diesem und wechselte die Seiten. Ein bayerisch-österreichisches Heer belagerte und beschoss Würzburg, das von den Franzosen besetzt war. Die durchziehenden Heere brachten neben Kranken und Verwundeten aber auch Seuchen in die Stadt.

Siebolds Ende[Bearbeiten]

Barthel von Siebold starb am 28. Januar 1814 am „Lazarettfieber” (Flecktyphus), mit der er sich wahrscheinlich bei der Behandlung von Kranken infiziert hatte. Sein Nachfolger wurde Georg Anton Markard.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen, Hinweise und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner E. Gerabek: Siebold, Johann Bartholomäus, in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 327 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/ppn119473704.html
  2. Professoren ohne Lehrstuhl, in Bayern auch heute noch im Gesetz als Extraordinarien oder außerordentliche Professoren, abgekürzt a. o., bezeichnet, verfügen über deutlich weniger oder gar keine Mitarbeiterstellen und haben auch sonst geringere reguläre Haushaltsmittel. Nähere Informationen bei Wikipedia [1].
  3. Hans Körner: Die Würzburger Siebold. Eine Gelehrtenfamilie des 18. und 19. Jahrhunderts, Neustadt a. d. Aisch 1967, S. 609-650
  4. Rita Stauber: Robert Ritter von Welz, medizinische Dissertation, Würzburg 1983, S. 13 f. und 83 f.
  5. Siehe hierzu Großherzogtum Würzburg
  6. Nähere Informationen zur Völkerschlacht bei Leipzig bei Wikipedia [2].