Georg Eduard Rindfleisch

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Professor Eduard von Rindfleisch

Prof. Dr. Georg Eduard von Rindfleisch (* 15. Dezember 1836 in Köthen/Anhalt; † 6. Dezember 1908 in Würzburg) war Anatom und Pathologe sowie Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Rindfleisch gilt als Begründer des Neovitalismus.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Rindfleisch besuchte das Gymnasium in Wittenberg und studierte ab 1855 oder 1856 Medizin in Heidelberg, Würzburg und Berlin. 1859 promovierte er bei Rudolf Virchow und war anschließend in dessen neugegründetem Institut in Berlin als Assistent tätig, wo er über Eiterbildungen in der Hornhaut, auf Schleimhäuten und serösen Häuten forschte. 1861 ging Rindfleisch nach Breslau und habilitierte sich dort 1862 für pathologische Anatomie. 1862 folgte er einem Ruf als Prosektor nach Zürich, wo er einen Kurs für pathologische Gewebelehre einführte. 1865 wurde er ordentlicher Professor für Pathologische Anatomie in Bonn. Von 1837 bis 1882 erforschte er insbesondere auch die Tuberkulose.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1874 erhielt er einen Ruf an die Universität Würzburg, wo nach seinen Entwürfen ein neues pathologisches Institut durch den Universitätsarchitekten Georg Lutz erbaut und 1878 fertiggestellt wurde. Rindfleisch wirkte in Würzburg bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1906. Um 1889 erkannte Rindfleisch die speziellen Knochenmarksveränderungen bei Anämie („Blutarmut“) durch Vitamin-B12-Mangel. In Würzburg hatte er 1888 mit seinem Vortrag über Ärztliche Philosophie [1] den, die Bedeutung des Lebens in der Selbstbestimmung sehenden Neovitalismus begründet.

Rektor der Universität[Bearbeiten]

Von 1887 bis 1888 war von Rindfleisch Rektor der Universität.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Ernennung zum Geheimrat

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Eduard von Rindfleisch: Ärztliche Philosophie. Festrede zur Feier des dreihundert und sechsten Stiftungstages der Königl. Julius-Maximilians-Universität, gehalten am 2. Januar 1888, Würzburg 1888

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Büttner, Stefan: Rindfleisch, Georg Eduard von, in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 627 Onlinefassung
  • Barbara I. Tshisuaka: Rindfleisch, Georg Eduard von, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 1252
  • Hans-Werner Altmann: Pathologie und Pathologen in Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 1011-1025, S. 1017 f.