Maria-Schnee (Kleinochsenfurt)

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Katholische Pfarrkirche Maria-Schnee in Kleinochsenfurt

Die katholische Pfarrkirche Maria-Schnee in Kleinochsenfurt liegt mitten im Ort in der Kleinochsenfurter Straße.

Patrozinium[Bearbeiten]

Die Widmung geht auf den Tag der Neueinweihung der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom am 5. August 432 zurück. Die Kirche soll der Legende nach aufgrund eines Schneewunders dort durch Papst Sixtus III. gebaut worden sein. Gedenktag ist der 5. August.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bauzeit der ersten 1126 als Pfarrkirche St. Cyprian und St. Sebastian bestehenden Kirche ist unbekannt. Das Kirchenschiff der heutigen Kirche und das Turmfundament stammen im Kern aus dem späten 12. Jahrhundert. Chor, Turmaufbau und Sakristei sind spätgotischen Baustils von 1615. Deshalb ziert den Kirchturm auch eine für die Zeit typische Echterspitze. Eine umfangreiche Innenrenovierung wurde 1973 durchgeführt, die äußere Instandsetzung 1981.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Maria Schnee, Saalbau mit nicht eingezogenem Chor und Turm mit Spitzhelm, Langhaus und Turmuntergeschoss im Kern spätes 12. Jahrhundert, Chor, Turmaufbau und Sakristei nachgotisch um 1615, mit Ausstattung.

Innenraum[Bearbeiten]

Der Kirchenraum verfügt über drei spätbarocke Altäre. Der Hochaltar, gefertigt 1700 von Balthasar Esterbauer, stammt aus dem Kiliansdom in Würzburg, wo er bis zum Jahr 1793 am ersten Freipfeiler (von Westen her) auf der Südseite des Langhauses aufgestellt war. Durch die Einrichtung mit neuen Altären (1793) war er überflüssig geworden und wurde nach Kleinochsenfurt verschenkt, wo er seither als Hochaltar dient. [1] Das Altarblatt, wahrscheinlich 1793 von Johann Christoph Fesel, zeigt Maria mit dem Kind, im Hintergrund die skizzierte Kirche Santa Maria Maggiore in Rom. Über den seitlichen Durchgängen stehen die Holzfiguren des hl. Joachim und der hl. Anna, gefertigt 1793 vom Würzburger Hofbildhauer Johann Peter Wagner, von dem ebenfalls der Tabernakel aus dem selben Jahr stammt. Im Auszug die hl. Dreifaltigkeit, auf den Segmentgiebeln zwei große, geflügelte Engel. Zwei weitere Engel halten das Wappen des Stifters des Altars, des Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg.

Die beiden Seitenaltäre wurden nach der Säkularisation 1804 aus der Kartause in Tückelhausen gekauft.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind eine Renaissancekanzel des frühen 17. Jahrhunderts, ein überlebensgrosses Chorbogenkruzifix (1739) von Leopold Kurzhammer aus Ochsenfurt und ein spätgotischer Taufstein.

Orgel[Bearbeiten]

Das Instrument mit sieben Registern aus dem Jahr 1973 stammt von der Orgelbaufirma Weise aus Plattling. Der barocke Prospekt stammt von einem Vorgängerinstrument.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Wallfahrt[Bearbeiten]

Das Gotteshaus von Kleinochsenfurt liegt am Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg von Würzburg über Rothenburg ob der Tauber nach Ulm und an der Via Romea.

Pfarreisprengel[Bearbeiten]

Die Pfarrei Maria-Schnee ist für die katholischen Christen des Stadtteils Kleinochsenfurt der Stadt Ochsenfurt zuständig.

Seelsorger (Auswahl)[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Katholische Pfarreiengemeinschaft Ochsenfurt

Die Pfarrkirche Maria-Schnee in Kleinochsenfurt gehört zur Pfarreiengemeinschaft Ochsenfurt.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Kleinochsenfurt/Gh. Weißes Lamm


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Peter Trenschel: Die kirchlichen Werke des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner. Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1968, S. 301 f.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschluss des Domkapitels den Altar nach Kleinochsenfurt zu verschenken vom 3. August 1793:
    Staatsarchiv Würzburg, Domkapitelprotokolle 1793 (3. Aug.), fol. 839 f.
    „Seine Excellenz Herr Domdechant tragen occasione hujus vor, daß der von der freiherrlich von Guttenbergischen Famille gestiftete Altar fast noch ganz neu sey, wann solcher nicht wieder in eine sonstige Kirche versetzet würde, sie hielten daher dafür, daß dieser Altar in der Pfarrkirche zu Kleinochsenfurt angebracht worden könnte.
    Conclusum: Es wäre dieser fragliche Altar in die Pfarrkirche nacher Kleinochsenfurt zu verschencken und da Seine Hochwürden Herr Kapitular von Guttenberg jun. die Erklärung zu thun beliebt haben, ein Altarblatt hinzumahlen lassen zu wollen, so wäre dem Pfarrer allda Nachtricht hiervon zu geben.“

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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