Ulrich Boom

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Ulrich Boom
Weihbischof Ulrich Boom

Ulrich Boom (* 25. September 1947 in Alstätte bei Ahaus/Münsterland) ist katholischer Theologe und seit 2008 Weihbischof des Bistums Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Boom wollte Ingenieur werden, nachdem er die Ausbildung zum Bauzeichner abgeschlossen und in Münster das Abitur über den zweiten Bildungsweg nachgeholt hatte. Über die kirchliche Jugendarbeit fand er zum Theologiestudium. Der Grundstein hierfür mag schon im Elternhaus gelegt worden sein. Als Ältester von drei Geschwistern wuchs Ulrich Boom in einer Großfamilie auf, in der vor allem die Großeltern den christlichen Glauben vermittelten. Im Leben des jungen Mannes erhielt das religiöse Tun im Alltag einen festen Platz.

Ab 1972 studierte er Katholische Theologie und Philosophie in Münster, München und an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1980 trat er in das Priesterseminar in Würzburg ein und wurde am 25. Februar 1984 von Bischof Paul-Werner Scheele im Dom St. Kilian zu Würzburg zum Priester geweiht.

  • 1984 - 1986: Kaplan in Schweinfurt (St. Peter und Paul) und Baunach
  • 1987 - 2000: zunächst Pfarrverweser, dann Pfarrer in Frammersbach und Dekan des Dekanates Lohr
  • 2000 - 2008: Pfarrer von Miltenberg und Administrator von Bürgstadt

Deutschlandweite Bekanntheit erlangte Boom in seiner Zeit als Miltenberger Pfarrer, als er am 22. Juli 2006 die Glocken der St. Jakobuskirche 20 Minuten lang läuten ließ, um so lautstark die Demonstration einer rechtsextremen Jugendorganisation zu verhindern. [1] [2] Für dieses Engagement erhielt Ulrich Boom den „Aschaffenburger Mutig-Preis“.

Weihbischof im Bistum Würzburg[Bearbeiten]

Am 6. Dezember 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Sullectum und Weihbischof in Würzburg. Die Konsekration übernahm der Würzburger Diözesanbischof Friedhelm Hofmann am 25. Januar 2009 im Würzburger Kiliansdom zusammen mit Paul-Werner Scheele und seinem Amtsvorgänger Helmut Bauer.

Die Deutsche Bischofskonferenz wählte ihn in die Pastoral- und Liturgiekommission. Seit 2009 ist er in der Tradition seines Amtsvorgängers katholischer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Weihbischof Ulrich Boom

Ein schwarzes Kreuz in der Mitte des Wappens teilt die gesamte Fläche in Viertel. Links oben findet sich ein stilisiertes rotes Herz auf weißem Grund. Es verweist auf das Signet der Priestergemeinschaft Jesus Caritas, die sich am Leben des 2005 selig gesprochenen Charles de Foucauld [3] orientiert.

Im oberen rechten Viertel sind die Farben des Bistums Münster zu sehen, der Heimat von Weihbischof Boom: ein roter Querbalken auf goldenem Grund.

Das linke untere Viertel zeigt den Fränkischen Rechen: drei silberne Spitzen auf rotem Grund sind ein altes Symbol für das Bistum Würzburg. Die Verbindung Booms mit dem Bistum Würzburg ist lange gewachsen. Mit Bischof em. Dr. Paul Werner Scheele verbindet ihn eine Bergsteigerfreundschaft.

Das rechte untere Viertel zeigt die weiß-rote Muschel auf rotem Grund, das Zeichen der Santiago-Pilger. Mit diesem Symbol reiht sich der Weihbischof ein in die Reihe der Apostel und Nachfolger Jesu. Er bekennt, dass wir auf Erden keine bleibende Heimat haben und solidarisiert sich mit allen Menschen, die auf oft verschlungenen Pfaden ihren Lebensweg gehen. Boom möchte ihnen Helfer, Begleiter, aber auch Wegbereiter und Wegweiser sein. Ein stilisierter Bischofshut mit Quasten krönt das Wappenbild. Das goldene Kreuz zwischen Hut und Wappenschild erinnert an die Auferstehung und das Erlösungswerk Jesu.

Wahlspruch des neuen Weihbischofs ist der Gruß des Apostels Paulus am Ende des Zweiten Korintherbriefs: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ Die lateinische Kurzformel lautet: Gratia, Caritas, Communio (Gnade, Liebe, Gemeinschaft).

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Erläuterungen und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel-Online: „Himmlischer Lärm - Wie ein Pfarrer die NPD aus seiner Stadt vertrieb“ (4. Dezember 2006)
  2. Main-Post: „Justiz ermittelt gegen Pfarrer“ (18. August 2006)
  3. Charles de Pontbriand (* 15. September 1858 in Straßburg; † 1. Dezember 1916 in Tamanrasset, Algerien) war ein französischer Forscher, Offizier im 2e régiment de hussards, Priester, Mönch und Eremit. Er wurde im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg vor seiner Klause von Senussi ermordet und am 13. November 2005 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].