Johann Christoph Fesel

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Johann Christoph Fesel (* 14. Juli 1737 in Ochsenfurt, † 25. Oktober 1805 in Würzburg) war Portät- und Historienmaler und der letzte fürstbischöfliche Kabinett- und Hofmaler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

„Der Raub der Sabinerinnen” von Johann Christoph Fesel (1801)
Altarblatt „Madonna“ in der katholischen Pfarrkirche Maria-Schnee in Kleinochsenfurt; wahrscheinlich von Johann Christoph Fesel (1793)

Johann Christoph Fesels Talent als Maler wurde frühzeitig erkannt. Ursprünglich sollte er als Sohn des Ochsenfurter Stadtchirurgen den Beruf seines Vaters ergreifen, kam aber in frühen Jahren in die Lehre eines örtlichen Malers. Mit zwölf Jahren begann er 1749 eine fünfjährige Lehre beim Würzburger Hofmaler Franz Ignaz Roth, zu einer Zeit, als Giovanni Battista Tiepolo 1752/53 das Deckenfresko im Treppenhaus der Residenz malte.

Fürstbischöflicher Kabinett- und Hofmaler[Bearbeiten]

1755 sandte ihn Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim zur weiteren Ausbildung nach Wien. Dort scheint es ihm allerdings nicht gefallen zu haben, denn - so wird berichtet - nach etwa zweijährigem Aufenthalt sei er zu Fuß nach Würzburg zurückgekehrt und habe den Fürstbischof gebeten, ihn nach Rom zu schicken. 1757/58 bekam Johann Christoph Fesel von seinem Mäzen das Geld für die Reise nach Rom. Dort gehörte er dem großen Schüler- und Freundeskreis des Anton Raphael Mengs [1] bis zu dessen Abreise nach Spanien 1761 an. Anschließend kam Fesel in die Werkstatt von Pompeo Batoni [2], einem anderen Maler des Frühklassizismus in Rom. Nach einem etwa 10 Jahre währenden Aufenthalt kehrte Fesel 1767 nach Würzburg zurück und wurde durch ein Dekret vom 8. Januar 1768 zum Kabinettsmaler und Hofmalinspektor ernannt. Hofmaler zahlten keine Steuern, hatten ein festes Jahreseinkommen, wurden gebrödet - das heisst am Hof verköstigt - und genossen weitere Privilegien. Bald nach seiner Heimkehr nach Würzburg gründete Fesel eine Werkstatt und entfaltete eine große Produktivität.

Werke[Bearbeiten]

Dass von Johann Christoph Fesel heute nur um die 50 Katalognummern im Martin von Wagner Museum bekannt sind, mag zum einen daran liegen, dass die Residenz zu Fesels Zeit schon gut ausgestattet war. Größere Arbeiten wurden kaum noch in Auftrag gegeben, als der gebürtige Ochsenfurter 1768 die Stelle als Kabinettsmaler und Hofmalinspektor antrat. Der größte Teil seiner Arbeiten gelangte aber schon zu Lebzeiten Fesels ins Ausland, so dass diese heute überhaupt nicht mehr zu bestimmen sind. Die Universität Würzburg erwarb Fesels Werk „Der Raub der Sabinerinnen” (1801) für das Martin-von-Wagner-Museum.

Lehrtätigkeit[Bearbeiten]

Er unterrichtete Matthäus Josef Menna, Franz Wiesen und bis 1800 nebenbei seinen Sohn Karl Kaspar Fesel in Portraitmalerei. Außerdem wirkte er als Professor an der Akademie St. Lucca in Rom. Einen tragischen Verlauf sollte Fesels Werdegang am Ende seines Lebens nehmen: Mit der Säkularisation wurde im Jahr 1803 das Ende des fürstbischöflichen Hofs in Würzburg besiegelt, Fesel wechselte die Seiten: Im Dienste des bayerischen Staates organisierte er den Abtransport des Säkularisationsgutes nach München, das heisst auch jener Werke, um die er sich zuvor im Auftrag des Fürstbischofs gekümmert hatte.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach ihm wurde die Johann-Fesel-Straße im Ochsenfurter Stadtteil Lindhard/Bärentalsiedlung benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen zu Anton Raphael Mengs in Wikipedia [1]
  2. Nähere Informationen zu Pompeo Batoni bei Wikipedia [2]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Edgar Baumgartl, Gabriele Lauterbach, Kornelius Otto: Maler in Franken. Leben und Werk von Künstlern aus fünf Jahrhunderten., Spätlese-Verlag, Nürnberg 1993
  • Harry Heimann: Johann Christoph Fesel ... 1737-1805. Das Lebensbild eines fränkischen Malers an der Wende vom Rokoko zum Klassizismus, Kallmünz 1933

Weblinks[Bearbeiten]