Feuerwehr

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Feuerwehr
Rettungszug Würzburg (erste Generation, bis 2016)

Die Feuerwehr ist eine kommunale Hilfsorganisation mit Rettungs- und Hilfsaufgaben bei Bränden, Unfällen, Hochwasser und ähnlichen Ereignissen. Hilfe zu leisten heißt, Menschen, Tiere und Sachwerte zu retten, zu schützen oder zu bergen. Oberste Priorität hat dabei das Retten. Im Stadtgebiet von Würzburg wird der Feuerwehrdienst von folgenden städtischen Institutionen übernommen: der Berufsfeuerwehr Würzburg und der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg. Während bei der Berufsfeuerwehr pro Schicht bis zu 22 feuerwehrtechnische Beamte hauptamtlich beschäftigt sind, handelt es sich bei den Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt ausschließlich um ehrenamtliche Helfer. Die Einsatzalarmierung erfolgt durch die Integrierte Leitstelle Würzburg.

In Würzburg befindet sich außerdem eine von drei staatlichen Feuerwehrschulen in Bayern und der Würzburger Hauptbahnhof ist Standort eines Rettungszuges (RTZ) der Deutschen Bahn AG, der im Ernstfall unter anderem von Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg („Portalfeuerwehren“) besetzt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Feuerwehrgerätehaus im Rathausinnenhof 1910
Feuerwehrgerätehaus Sanderau um 1956
  • 1456: Die „Feuer-Wehr Würzburg" wurde erstmals erwähnt. Die „Erste Würzburger Feuerordnung“ wurde vom Fürstbischof Johann III. von Grumbach erlassen.
  • Am 1. Dezember 1616 wurde diese Feuerordnung durch eine neue ersetzt. Die Verhandlungen hierzu dauerten 22 (!) Jahre. Im Rahmen dieser Verhandlungen wird auch der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (Gründer der Universität Würzburg und des Juliusspitals Würzburg) genannt.
  • 1848 wird in der Turngemeinde und 1850 im Turnverein Würzburg eine sogenannte Turner-Feuerwehr gegründet.
  • Mit der „Revidierten Feuerlöschordnung“ vom 4. Dezember 1857 wurde die Feuerwehr mit 4 Kompanien eingeführt. Die Feuerwache befand sich zu diesem Zeitpunkt im Innenhof am Grafeneckart. Sie wurde „Spritzenhaus der Zentrale“ bzw. „Central-Feuerhaus“ genannt.
  • 1883: Die Feuerwehr konnte auf einen für damalige Verhältnisse ansehlichen Fuhrpark zurückgreifen: Drei mechanische Leitern (12, 19 und 24 Meter), drei „große zweirädrige handfahrbare Abprotz-Druckspritzen“ und auch ein Depotwagen mit weiterer Ausrüstung zur Brandbekämpfung.
  • Ab 1. Oktober 1887: Telefonisch konnte ein Brand dem an die städtische Feuerwache angeschlossenen „Umschaltebureau“ des Königlichen Oberpostamts in Würzburg von 7 Uhr bis 23 Uhr mit dem Ruf „Feuerwache“ gemeldet werden. [1] Die Feuermeldestation (eine Einrichtung des Stadtmagistrats) befand sich damals in der Karmelitengasse 12 [2]
  • Am 22. September 1903 wurde die Bezirksfeuerwehr Pleich (später Löschzug I) der Freiwilligen Feuerwehr gegründet.
  • 1933: Die Würzburger Wehr gliederte sich in neun Kompanien der Freiwilligen Feuerwehr. Als Berufsmannschaft standen damals fünf Kraftfahrer und drei Mann zur Bedienung der Alarmanlage zur Verfügung. Man kann dies als Anfänge der jetzigen Berufsfeuerwehr sehen. Die Löschmannschaften kamen auch während der Zerstörung Würzburgs 1945 zum Einsatz.
  • 2. Juni 1945: In der Nachkriegszeit gab es 13 hauptberufliche Feuerwehrleute und 16 Fahrzeuge. Das Feuerwehrhaus befand sich im Rathaus-Innenhof (heute Bürgerbüro).
  • 30. Januar 1968: Die Hauptwache wurde in die Straße „Am Gardistenplatz" (heute Hofstallstraße) verlegt. 56 Mann der „Ständigen Wache" leisteten den 24-stündigen Wachdienst in drei Schichten.
  • 1. Januar 1972: Die „Ständige Wache" wurde offiziell zur Berufsfeuerwehr.
  • 1974, 1976 und 1978 wurden die Gemeinden Rottenbauer, Versbach, Lengfeld, Oberdürrbach und Unterdürrbach eingemeindet. Neben der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg sorgten nun auch die Freiwilligen Feuerwehren dieser ehemals selbstständigen Gemeinden für den Brandschutz in Würzburg.
  • 2000: Der Tagesalarmzug der FFW Würzburg wurde ins Leben gerufen.
  • 2008: Im Zuge des 150-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr wurde ein Straßenbahnzug der WVV zu einem „Feuerwehrzug“ umgeklebt.
  • 24. Februar 2010: Die erste Integrierte Leitstelle (ILS) Unterfrankens ging in Würzburg in Betrieb.

(Quelle: Information der Stadt Würzburg)

Berufsfeuerwehr[Bearbeiten]

 ► Siehe Berufsfeuerwehr

Freiwillige Feuerwehr Würzburg[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr Würzburg
Historische Saug- und Druckspritze, rechts Kommandant Klaus-Dieter Schulz
Fahrzeuge vom Löschzug 1 (Stadtmitte) vor der Residenz
Löschzug 3 bei einer Übung an der Friedensbrücke
Unterkunft der Löschzüge Stadtmitte und Grombühl sowie Standort des Tagesalarmzuges (TAZ)

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Neben der Berufsfeuerwehr gibt es in Würzburg sechs Freiwillige Feuerwehren, von diesen ist wiederum die Freiwillige Feuerwehr Würzburg die größte im Stadtgebiet. Gegenwärtig ist deren primäre Aufgabe die Unterstützung der hauptberuflichen Kräfte im Brandschutz, bei technischen Hilfeleistungen, Brandwachen und im Katastrophenschutz. Die fünf Löschzuge der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg mit 17 Fahrzeugen und über 160 Aktiven (davon etwa 80 Atemschutzgeräteträger) werden außerdem zu Einsätzen mit größerem Schadensbild alarmiert oder stellen während größerer Einsätze der Berufsfeuerwehr als Bereitschaften den Brandschutz in der Stadt sicher. Zum Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr zählen auch Sicherheitswachen im Mainfranken Theater, in der S.Oliver Arena sowie bei größeren Veranstaltungen (z.B. Kiliani Volksfest).

Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg ist seit März 2006 Klaus-Dieter Schulz (Spitzname: Hugo). Schulz war zunächst Stadtbrandinspektor und wurde 2008 nach Überarbeitung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG) zum Stadtbrandrat ernannt. Schon die Jahre zuvor hatte der heutige Kommandant den Posten des Stellvertreters inne. Sein Vorgänger war Norbert Schneider, der 2009 verstarb. Stadtbrandinspektor Norbert Moritz ist gegenwärtig stellvertretender Kommandant.

Klaus-Dieter Schulz ist gleichzeitig Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Bis 2010 führte Christian Schulz den Verein als Vorsitzender. Bernhard Weidner ist seit 2014 stellvertretender Vorsitzender. Das Büro des 1858 gegründeten Vereins Freiwillige Feuerwehr Würzburg e.V. ist im Gerätehaus Stadtmitte beheimatet. Der Verein zählte im Jahr 2013 rund 500 Mitglieder, Ende 2014 waren es 517 Mitglieder. Der Löschzug 5 (Heidingsfeld) hat geschichtlich bedingt einen eigenen Feuerwehrverein, es gibt jedoch einige Doppelmitgliedschaften.

Partnerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg ist die Freiwillige Feuerwehr Ochsenfurt.

Löschzüge[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Würzburg gliedert sich in fünf Löschzüge mit 17 Fahrzeugen: Die Löschzüge Stadtmitte und Grombühl befinden sich im selben Gerätehaus:

Die Löschzüge sind teilweise spezifisch ausgestattet: So besitzt beispielsweise der Löschzug Sanderau Komponenten zur Wasserentnahme und Verlegung langer Schlauchleitungen (Schlauchwagen, Tragkraftspritzen etc.), während der Löschzug Zellerau mit technischen Komponenten ausgestattet ist (unter anderem zwei Gerätekraftwägen). Zeitweise gab es einen Bergungszug/Technischen Zug, der sich ausschließlich aus (berge-) technischen Komponenten zusammensetzte - dieser wurde jedoch Anfang 2006 als eigenständige Einheit aufgelöst.

Längerfristig plant die Feuerwehr Würzburg, die Löschzüge Stadtmitte, Grombühl, Zellerau und Sanderau an einem zentralen Standort - möglicherweise auf dem Gelände der ehemaligen Faulenberg-Kaserne - zusammenzulegen und so die freiwilligen Kräfte zu bündeln. Das neue Feuerwehrzentrum soll dabei auch Gerätehallen für die bisher im Geräte- und Materiallager Röhre abgestellten Fahrzeuge und Gerätschaften umfassen und auch einige Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr beherbergen. Geplant sind außerdem Gemeinschaftsräume, eine moderne Atemschutz-Teststrecke und ein Trainingszentrum mit Übungsturm. Ziel der Zentralisierung ist es, den ehrenamtlichen Feuerwehrmännern und -frauen bessere Übungsbedingungen und eine zeitgemäße Unterkunft zu bieten. Trotz der Zentralisierung können die vorgeschriebenen Hilfsfristen eingehalten werden - die alten Standorte in den Stadtbezirken sollen veräußert werden. Wann dies geschieht ist noch offen.

Tagesalarmzug (TAZ)[Bearbeiten]

Seit 2000 gibt es in Würzburg einen Tagesalarmzug (TAZ): Der Tagesalarmzug wird von fünf Uhr morgens bis 17 Uhr abends alarmiert. In dieser Zeit werden aus allen fünf Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Würzburg die Feuerwehrmänner alarmiert, die beruflich abkömmlich sind. Der Standort des Tagesalarmzuges wurde in das Gerätehaus Stadtmitte/Grombühl gelegt; das heißt, alle verfügbaren Feuerwehrmänner sammeln sich im genannten Zeitraum dort. Dies in der Regel unabhängig vom eigentlichen Löschzug. Außerhalb dieses Zeitraums erfolgt ab 17 Uhr die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt jedoch über die jeweiligen Löschzüge.

Gründe für die Entstehung des Tagesalarmzuges waren bzw. sind zu lange Anmarschzeiten von der Arbeitsstelle zur Feuerwehr, die fehlende Personalstärke zur Tageszeit (und damit verbunden Probleme, Fahrzeuge ausreichend zu besetzen), sowie die Umstellung auf den EU-Führerschein (das Angebot an Fahrern ist dadurch eingeschränkt).

Funkrufnamen[Bearbeiten]

Um die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg zu unterscheiden, wurden die Löschzüge durchnummeriert und haben somit dreiteilige Funkrufnamen: An erster Stelle steht der Löschzug, an zweiter Stelle die Fahrzeugart und an dritter Stelle die Anzahl im jeweiligen Löschzug. Der Funkrufname „(Florian) 4/63/2" steht somit beispielsweise für den zweiten Gerätekraftwagen des Löschzug 4 (Zellerau). Die Berufsfeuerwehr ist davon ausgenommen, dies würde sich wahrscheinlich ändern, wenn die gewünschte zweite Wache im Bereich Heidingsfeld realisiert werden würde.

Einsätze[Bearbeiten]

2015 hatte die Freiwillige Feuerwehr Würzburg 485 Einsätze, in den Vorjahren waren es 666 (2014), 772 (2013), 568 (2012), 672 (2011), 526 (2010) bzw. 664 (2009).[3] Die Alarmierung erfolgt ausschließlich über Funkmeldeempfänger (FME, Pager, Piepser).

Freiwillige Feuerwehren in den eingemeindeten Gemeinden[Bearbeiten]

Neben den fünf Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg gibt es im Stadtgebiet weitere fünf eigenständige Freiwillige Feuerwehren in den ehemals selbstständigen Gemeinden. Diese Feuerwehren haben jeweils eigene Kommandanten, die im Einsatz wiederum dem Leiter der Berufsfeuerwehr untergeordnet sind und werden von der Stadt Würzburg finanziert. Sie tragen offiziell den Name „Freiwillige Feuerwehr XY der Stadt Würzburg" (z.B. Freiwillige Feuerwehr Versbach der Stadt Würzburg):

Mitgliedschaft im Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken e.V.[Bearbeiten]

Die Feuerwehr Würzburg ist seit 28. Oktober 1995 Mitglied im Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken e.V.. Aufgrund einer besonderen Satzung im Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken e.V. können kreisfreie Städte mit Berufsfeuerwehren oder ständig besetzten Wachen auch ohne eigenen Stadtverband direktes Mitglied werden. Somit wurde den Städten, die zum Teil nur über eine öffentliche Einrichtung Feuerwehr und einen Feuerwehrverein verfügen, ein zusätzlicher Verein als Stadtverband erspart. [4]

Feuerwehren im Landkreis[Bearbeiten]

Insgesamt gibt es im Landkreis 114 Feuerwehren. Diese unterteilen sich in 113 Freiwillige Feuerwehren sowie die Werkfeuerwehr Südzucker Ochsenfurt. Die Wehren in der Stadt und im Landkreis leisten sich im Bedarfsfall gegenseitige Unterstützung (gerätebezogene Alarmierung).

Das Kreisgebiet ist als Kreisbrandinspektion Landkreis Würzburg in vier Bereiche gegliedert. Die vier Inspektionsbereiche werden von Kreisbrandrat (KBR) Michael Reitzenstein geleitet und von vier Kreisbrandinspektoren (KBI) und 26 Kreisbrandmeistern (KBM) betreut. Letztere unterteilen sich in 12 Gebietskreisbrandmeister, je Inspektionsbereich drei. Diese sind direkt dem jeweils zuständigen Kreisbrandinspektor unterstellt. Weiter gibt es noch 14 fachbezogene Kreisbrandmeister in den Fachbereichen Atemschutz, Digitalfunk/TTB, Gefahrgut, EDV, Technik und First Responder, die dem KBR direkt unterstellt sind. Für die Jugendfeuerwehren im Landkreis gibt es einen Kreisjugendwart, des Weiteren einen Fachbereichsleiter für die Öffentlichkeit.

Flugfeldlöschfahrzeug Flugplatz Giebelstadt

Die Interessensvertretung aller Feuerwehren im Landkreis bildet der Kreisfeuerwehrverband Würzburg, der wiederum dem Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken e.V. untergeordnet ist.

Werk- und Betriebsfeuerwehren[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Piloty: Die Würzburger Stadtwehr. In: Die Frankenwarte. Wochenschrift für Leben und Kunst in Franken, 7. Jg., Nr. 20, 18. Mai 1919, Würzburg, o.S.
  • 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Würzburg. Festschrift zur 100-Jahr-Feier vom 2. mit 4. August 1958. Würzburg 1958.
  • Jahresberichte der Feuerwehr Würzburg (Herausgeber: Stadt Würzburg)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 1, 7 f. und 38
  2. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 36
  3. Information der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg, die Einsatzstatistiken sind teilweise online abrufbar.
  4. Quelle: 10 Jahre Landesfeuerwehrverband Bayern e.V. 1993-2003, Herausgeber: Landesfeuerwehrverband Bayern e.V.
  5. Information Flugplatz Giebelstadt GmbH

Weblinks[Bearbeiten]