Versbach

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Versbach
Ortstyp Stadtteil
Gemeinde Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Höhe 201 m ü. NN
Kfz-Kennzeichen
Einwohner 6.785 [1]
Fläche 9,81 km²
Eingemeindung 1. Januar 1978
Ehemaliges Wappen
Wappen Versbach.png
Lage des Stadtbezirks Versbach in Würzburg

Versbach (umgangssprachlich: Varschbooch, Värschbooch) ist ein Stadtbezirk von Würzburg und war bis 1978 eine eigenständige Gemeinde.

Lage[Bearbeiten]

Versbach liegt nördöstlich der Würzburger Altstadt. Es grenzt an die Stadtbezirke Lindleinsmühle, Grombühl, Dürrbachtal und Lengfeld sowie an die Gemeinden Rimpar und Estenfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansichtskarte von Versbach aus dem Jahre 1961
Ansichtskarte von Versbach um 1950
Ansichtskarte von Versbach aus dem Jahre 1928
Skulptur von St. Rochus, dem Ortsheiligen von Versbach, gefertigt von Josef Hofmann

Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes gab es im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Sitz des Geschlecht der Herren von Versbach: 1173 hält ein Lehenbrief fest, dass das Schottenkloster St. Jakob dort einen Weinberg besaß, der dann in den Besitz des Ritter von Versbach und dessen Söhnen überging. Weitere Aufschlüsse geben Schriften aus dem 13. und fortfolgenden Jahrhunderten, wobei hier überwiegend wechselnde Besitzverhältnisse thematisiert wurden und weniger, wann und wie der Ort entstanden ist. [2]

Mit der Errichtung einer Kirche auf einer altgermanischen Kult- und Opferstätte, der Heide, wurde Versbach christianisiert.

Die Gemeinde Versbach war lange Zeit im Eigentum der Grafschaft Hohenlohe, welche es je zur Hälfte dem Stift Haug zu Würzburg und den Herren von Grumbach (letzteren bis 1617) zu Lehen gegeben hatte. [3]

Aufgrund seiner Tallage und der hoch gelegenen Felder war Versbach lange Zeit eine landwirtschaftlich geprägte Kleingemeinde. Besonders der Weinbau spielte über mehrere Jahrhunderte eine wichtige Rolle. [4] Durch die Pleichach waren Fischfang und das Transportwesen weitere Grundpfeiler für die frühe Blüte Versbachs.

Wegen seines ländlichen Charakters und der Nähe zu Würzburg wurde das Pfarrdorf Versbach immer beliebter bei Wissenschaftlern der Würzburger Universität.

Beim Luftangriff der Alliierten auf Würzburg am 16. März 1945 wurde Versbach von den Bomben verschont. Bei den folgenden Tagesangriffen wurde jedoch auch Versbach am 26. März 1945 bombardiert, unter anderem wurde die Schule zum Teil zerstört. Unmittelbar in der Nachkriegszeit wurde verstärkt begonnen, neuen Wohnraum in Versbach zu schaffen. Beispiele sind die Voll-Siedlung oder auch die Kühlenbergsiedlung. Mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Versbach gab es in den 1940er- und 1950er Jahren sogar eine Wohnungsbaugenossenschaft in Versbach.

Am 1. Januar 1978 wurde Versbach nach Würzburg eingemeindet, die Stadt Würzburg versprach im Gegenzug die Anbindung an die Stadt über eine Straßenbahn die jedoch bis heute nicht realisiert wurde. Stattdessen wurde der Stadtbezirk mit zwei Buslinien angebunden.

1990 wurde ein von den Versbacher Vereinen erstellter Bildband zur Geschichte des Ortes publiziert.

Seit dem Sommer 2014 erarbeitet die Stadt Würzburg ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept für Versbach (ISEK Versbach), um eine Zukunftsvision für Versbach im Jahr 2030 zu entwerfen. Mit dem Konzept möchte die Stadt auf die verschiedenen Herausforderungen für Versbach reagieren und wesentliche Ziele und Schwerpunkte der zukünftigen Entwicklung setzen. [5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Das Wappen Versbachs zeigt einen goldenen Löwenkopf mit goldenem Sparren [6] im Maul auf blauem Schild.

Deutung[Bearbeiten]

Die Darstellung wurde aus dem 1712 und 1716 eingeführtem Siegel des Stiftes Haug entnommen. Ursprünglich stammt der Löwenkopf aus dem Rothenburger Grafenwappen. Das Versbacher Gemeindewappen ist bereits seit 1735 nachgewiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmalgeschützte Gasthäuser[Bearbeiten]

Brunnen[Bearbeiten]

Historisch versorgten mehrere Dorfbrunnen die Bevölkerung mit Trinkwasser. Sie wurden durch Quellen gespeist, deren Wasser mittels Leitungen aus ausgehöhlten Eichenstämmen zu den Brunnen geleitet wurde. Bis heute ist einer dieser Dorfbrunnen an der Versbacher Straße erhalten. Ein weiterer am Eingang der Steigstraße ist auf einem Foto aus dem Jahr 1900 zu sehen. Er zeigte einen ganz ähnlichen Aufbau auf einem quadratischen Sockel. [7]

Die Wasserversorgung übernahmen später zwei Tiefbrunnen, die 1954 und 1962 errichtet wurden. Seit den 1970er Jahren belebt ein moderner Brunnen den Vorplatz des neuen Rathauses (Haus des Bürgers).

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Naturdenkmal „Schillerlinde": Eine über 100 Jahre alte Linde an der Brunnenstraße, eingetragenes Naturdenkmal seit 15. März 1938, mit sehenswertem Bildstock aus dem Jahr 1697 (zuletzt 2014 saniert).

Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

KiTas[Bearbeiten]

  • Kath. Kindergarten St. Jakobus mit vier Gruppen
  • Evang.-luth. Kindergarten „Willa Wichtel" mit drei Gruppen
  • St. Josef Kindergarten und Jugendhort

Büchereien[Bearbeiten]

Stadtteilzentrum[Bearbeiten]

Die Pleichachtalhalle wird nicht nur für sportliche, sondern auch für gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sie erfüllt damit Aufgaben eines Stadtteilzentrums.

Kultur[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Pfarrgemeinden[Bearbeiten]

St. Jakobus der Ältere in Versbach
Hoffnungskirche in Versbach
  • Römisch-katholische Pfarrei St. Jakobus der Ältere. Bildet seit 2009 eine Pfarreiengemeinschaft mit St. Albert, Lindleinsmühle
Vereine innerhalb der Pfarrei St. Jakobus: Rochusbruderschaft, Jakobusverein, KAB

Infrastruktur[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Versbach ist über die Buslinie 12 an die Würzburger Innenstadt angebunden, außerdem hält die Buslinie 450 (Würzburg-Rimpar) in Versbach. Eine Anbindung an das Straßenbahnnetz (als Verlängerung der Grombühler Linie) war mehrmals in der Diskussion und Vorplanung, wurde aber bislang nicht verwirklicht.

Straßen[Bearbeiten]

Als zentrale Straße verläuft die Versbacher Straße durch den Stadtbezirk und verbindet diesen mit Rimpar und dem Greinbergknoten (über die Lindleinsmühle). Entlang dieser verläuft auch der Main-Werra-Radweg. Östlich begrenzt wird der Bezirk von der B19 zu der es aber keine Auffahrt gibt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Versbach im Wandel der Zeit. Ein geschichtlicher Überblick. Hrsg: Gemeinderat und Verwaltung Versbach. Druck Bonitas Bauer, Würzburg, 1977.
  • Versbach in Bildern aus vergangenen Tagen. Hrsg: Versbacher Vereine. Eigenverlag, Versbach, 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Karl Bosl: Bosls Bayerische Biographie. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 1983. Mit Querverweis auf Lebensläufe aus Franken Band 3. Seite 686.
  1. Information der Statistikstelle Stadt Würzburg
  2. Versbach im Wandel der Zeit. Hrsg. Gemeinderat und Verwaltung Versbach. 1978. S. 9 ff. (Stadtbücherei Stadtinfo-Stadtteil)
  3. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 379
  4. Versbach im Wandel der Zeit. Hrsg. Gemeinderat und Verwaltung Versbach. 1978. S. 16 (Stadtbücherei Stadtinfo-Stadtteil)
  5. Main-Post: „Ortszentrum braucht Aufwertung“ (20. November 2014)
  6. Wikipedia: Sparren (Heraldik)
  7. Versbach im Wandel der Zeit. Hrsg. Gemeinderat und Verwaltung Versbach. 1978. S. 11 und 35 (Stadtbücherei Stadtinfo-Stadtteil)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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