Historischer Verein für Unterfranken und Aschaffenburg

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Sammlungen des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg (1864)

Der Historische Verein für Unterfranken und Aschaffenburg wurde 1831 unter dem Regierungspräsidenten Max Freiherr von Zu Rhein gegründet, aus dem 1893 der Fränkische Kunst- und Altertumsverein hervorging.

Geschichte[Bearbeiten]

Die am 22. Januar [1] 1831 erfolgte Gründung des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg geht auf einen ausdrücklichen Wunsch König Ludwig I. von Bayern zurück. Dieser wollte, dass in allen Kreisen ein historischer Verein gegründet wird. Innenminister Eduard von Schenk [2] wandte sich an alle Regierungspräsidenten, um die nötigen Schritte hierzu einzuleiten. Unter den 28 Gründungsmitgliedern des Vereins waren nur zwei Fachhistoriker, der Rest bestand aus geschichtsbegeisterten Laien.

In seiner Satzung von 1831 stellte sich der Verein sehr breit angelegten Aufgaben, die sich nicht nur auf das Gebiet der Lokalgeschichte und der Sammlung von Altertümern erstreckte, sondern den ganzen Bereich der regionalen Kulturgeschichte umfasste. Zweck des „historischen Vereins für den Unter-Mainkreis“ war laut den Statuten [3] „ein doppelter, nämlich: 1)Sammeln und Aufbewahren von Materialien für die Geschichte und Topographie des Unter-Mainkreises insbesondere, und des Königreichs Bayern überhaupt; 2) Benützen und Verarbeiten der gesammelten Materialien zu einem umfassenden Ganzen“. Über die Arbeit und die Leistungen der aktiven Vereinsmitglieder informierte das seit 1832 erscheinende Organ Archiv des historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg. 11 Die Sammlungen des Vereins wuchsen schnell an. Da der Verein nur wenig finanzielle Mittel für Ankäufe zur Verfügung hatte, war er auf Stiftungen und Schenkungen angewiesen, die ihm reichlich zuteil wurden. Da die Lagerungs- und Ausstellungsmöglichkeiten nur bedingt gegeben waren, wurde das Fehlen eines regionalen kulturhistorischen Museums zunehmend deutlicher.

Aus diesem Grunde fand sich an einem Herbstabend des Jahres 1892 im Anschluss an einen Vortrag des Historischen Vereins im Speisesaal des Hotels Rügemer, am Platze der jetzigen Ortskrankenkasse, eine Gruppe von Bürgern zusammen, unterstützt von Regierungspräsident Friedrich Graf von Luxburg, um einen Verein zur Errichtung eines Fränkischen Museums zu gründen. Am 26. April 1893 fand mit über 1.200 Mitgliedern die Gründungsversammlung des Fränkischen Kunst- und Altertumsvereins im Alhambrasaal in Würzburg statt. In dieser Versammlung wurden die wichtigsten Grundfragen entschieden, die Statuten genehmigt und ein Ausschuss gewählt.

1913 konnte in den für Museumszwecke adaptierten Räumlichkeiten des von der Stadt angekauften ehemaligen chemischen Laboratorium der Universität Würzburg in der Maxstraße das Fränkische Luitpoldmuseum eröffnet werden.

Die Zeit des Historischen Vereins und der Kunstvereine ging allmählich zu Ende. Ihre Funktionen wurden von anderen, spezialisierten Stellen übernommen (z.B. Galerien, privater Kunsthandel), die Künstler bildeten eigene Vereinigungen und Gruppen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kam das Vereinsleben des Historischen Vereins und des Kunst- und Altertumsvereins völlig zum Erliegen. [4] Bereits 1936 war die Mitgliederzahl auf 250 geschrumpft. [5]

Mit Wirkung zum 6. September 1933 war auch der Kunst- und Altertumsverein innerhalb des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine nationalsozialistischer Führung unterstellt worden. 1938 wurde der Name des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg auf Befehl der Machthaber in Historischer Verein von Mainfranken umbenannt. Gleichzeitig dürfte auch beim Kunst- und Altertumsverein ein Namensumwandlung vorgenommen worden sein, zumal Gauleiter Dr. Otto Hellmuth das Präsidium für beide Vereine übernommen hatte. Der Verein führte von nun an den Namen „Mainfränkischer Kunst- und Altertums-Verein“ und wurde seit 1936 von Museumsdirektor Prof. Dr. Clemens Schenk geleitet. [6]

Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und dem Einmarsch der Amerikanischen Streitkräfte verfiel der Verein der allgemein befohlenen Auflösung. [7]

Die Initiative zur Wiederbegründung der Vereine ging nach Kriegsende von Friedrich Woesch für den Historischen Verein und Dr. Max von Freeden für den Kunst- und Altertumsverein aus. Mitglieder beider Vereine trafen sich am 20. März 1948 im Gasthaus Lämmle in Würzburg, um die Wiederbegründung in einem Zusammenschluss zu besprechen, dem sich noch der Kunstverein anschloss. Am 23. September 1948 fand die Wiederbegründungsversammlung im Sitzungssaal des Landratsamtes in der Ludwigstraße unter reger Beteiligung statt. [8] Die Eintragung in Vereinsregister beim Registergericht erfolgte am 31. Januar 1949 und somit die Gründung des Vereins der Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte.

Mitglieder des Historischen Vereins im Gründungsjahr 1831 (Auszug)[Bearbeiten]

(ergänzte Quelle: Alphabetische Liste der Vereinsmitglieder von 1831, in: Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 21, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 409-411)

Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg[Bearbeiten]

► Inhaltsverzeichnis Band 1 (1832) – Band 16 (1863) Weblink
► Inhaltsverzeichnis Band 17 (1864) – Band 71 (1937/38) Weblink
► Übersicht der verfügbaren Digitalisate bei Wikisource: Weblink

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 21, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 409-412; Sp. 411 f.
  2. Nähere Informationen zu Eduard von Schenk bei Wikipedia [1].
  3. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 21 (Besonderer Anhang), Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 425-431
  4. Geschäftsbericht im Mainfränkischen Jahrbuch für Geschichte und Kunst 1949, Nr. 1, S. 237
  5. Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg, 70. Band, Würzburg 1935/36, S. 403
  6. Geschäftsbericht im Mainfränkischen Jahrbuch 1949, Nr. 1, S. 237
  7. Geschäftsbericht im Mainfränkischen Jahrbuch 1949, Nr. 1, S. 234
  8. Geschäftsbericht im Mainfränkischen Jahrbuch 1949, Nr. 1, S. 239