Franz Oberthür

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Geistlicher Rat Franz Oberthür (Portrait von Johann Pleikard Bitthäuer)
Gedenkinschrift in der Oberthürstraße

Prof. Dr. mult. Franz Oberthür (* 6. August 1745 in Würzburg; † 30. August 1831 ebenda) war Theologe, Pädagoge und Professor für Glaubenslehre an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Geistliche Laufbahn

Oberthür besuchte nach dem Studentenmusäum des Juliusspital und dem Jesuitenkolleg das Priesterseminar und immatrikulierte sich 1760 an der Universität Würzburg. 1764 wurde er in Philosophie promoviert. 1769 wurde er zum Priester geweiht und war danach als Kaplan im Bistum Würzburg tätig. 1774 wurde er in Rechtswissenschaften und 1776 in Theologie promoviert. 1780 wurde er zunächst Kanoniker und ein Jahr später Stiftskapitular in Stift Haug. 1821 wurde er Mitglied des Domkapitels.

Professor in Würzburg

1773 kehrte er nach dem Tod seiner Mutter aus Rom, wohin ihn Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim zum Studium geschickt hatte, nach Würzburg zurück und wurde Konsistorial- und Vikariatsrat und Professor für Dogmatik und Polemik, später für Dogmengeschichte. 1803 wurde er als Professor emeritiert, trat im darauffolgenden Jahr wieder ein Lehramt an. Ab 1805 war er Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät und 1809 wurde er endgültig pensioniert.

Bildungseinrichtung

Von 1780 bis 1784 arbeitete er einen Schulreformplan als berufener Direktor der gesamten Stadtschulen aus. Er gründete den Polytechnischer Zentralverein zur Lehrlingsausbildung. Sein Amtsnachfolger wurde Johann Joseph Strobel. Am 30. August 1806 bestätigte Großherzog Ferdinand III. von Toskana, das Gründungdokument „einer Gesellschaft zur Vervollkommnung der mechanischen Künste und Handwerke“. Aus der 1806 gegründeten Geometrieschule entstanden bis 1831 dann verschiedene Fachklassen des „Polytechnischen Lehrinstituts“. Als Domkapitular setzte er sich für eine Reform des Würzburger Domchors und für die Armenfürsorge ein. [1]

Publikation

Zwischen 1777 und 1794 gab er eine Edition der Schriften der griechischen und lateinischen Kirchenväter heraus. Von 1807 bis 1810 veröffentlichte er das vierbändige Werk „Biblische Anthropologie“.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 1829: Ernennung zum Geheimen Geistlichen Rat von König Ludwig I. von Bayern.
  • Ehrenmitglied der philosophischen und medizinischen Gesellschaft in Würzburg.

Letzte Ruhestätte

Er wurde im Ehrengrab der Stadt Würzburg auf dem Hauptfriedhof beigesetzt.

Posthume Würdigung

Stiftung

Prof. Oberthür ist Namensgeber der Franz-Oberthür-Schulstiftung, die 2001 vom Bistum Würzburg ins Leben gerufen wurde, um in seinem Sinne eine Reform des Theologiestudiums und des Schulwesens im Sinne der Aufklärung zur fördern.

Publikationen

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Franz Oberthür: Meine Ansichten von der Bestimmung der Domkapitel und von dem Gottesdienste in den Kathedral-Kirchen. Etlinger, Würzburg 1826
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