Hermann Schell

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Prof. Hermann Schell

Prof. Dr. Jacob Hermann Schell (* 28. Februar 1850 in Freiburg im Breisgau; † 31. Mai 1906 in Würzburg) war katholischer Theologe und Philosoph sowie Rektor der Universität Würzburg.

Leben und Wirken

Er wurde am 1. März 1850 auf den Namen Jacob Hermann Schell getauft. [1] 1868 trat er in das dortige Theologenkonvikt Freiburg ein und studierte an der Universität Philosophie und Katholische Theologie.

Studium und Priester in der Diözese Würzburg

Nachdem er 1870 aus disziplinarischen Gründen aus dem Konvikt entlassen wurde, wechselte Schell an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nach seiner Priesterweihe am 17. August 1873 durch den Würzburger Bischof Johann Valentin von Reißmann war er zunächst sechs Jahre lang Kaplan und Religionslehrer in Amorbach und Obertheres. 1879 setzte er sein theologisches Studium in Rom fort. 1881 zurückgekehrt, arbeitete er in der Seelsorge in Margetshöchheim, Dimbach und Marktheidenfeld, während er gleichzeitig seine theologische Dissertation fertigstellte mit dem Titel Das Wirken des dreieinigen Gottes. Die Arbeit wurde im November 1883 an der Eberhard Karls Universität Tübingen als Doktorarbeit anerkannt und 1885 publiziert.

Professor in Würzburg

Bereits zum Wintersemester 1884/85 wurde er in Würzburg als Extraordinarius für Apologetik, Christliche Kunstgeschichte und Archäologie berufen. 1888 wurde er dort schließlich Ordinarius für Apologetik und Christliche Archäologie. 1890 übernahm er zudem die Vertretung der Dogmatikprofessur und ab 1894 kamen die vergleichende Religionswissenschaft und die Christliche Kunstgeschichte hinzu. Drei Mal war er Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg. ein Wohnhaus befand sich in der Friedenstraße 25.

Publikationen

Zwischen 1889 und 1893 legte er seine dreibändige Katholische Dogmatik vor. Eine ordentliche Berufung auf den Dogmatiklehrstuhl scheiterte aber an einer Intervention des Bischofs. 1895 bis 1896 veröffentlichte Schell die ersten beiden Bände seiner Gesamtapologetik unter dem Titel „Die göttliche Wahrheit des Christentums“. Seine beiden Reformschriften „Der Katholicismus als Prinzip des Fortschritts“ (1897) und „Die neue Zeit und der alte Glaube“ (1898) machten ihn international bekannt, brachten ihm aber einen Eintrag im Index ein. Schell war dadurch persönlich sehr betroffen, unterwarf sich aber dieser Entscheidung und blieb seiner Kirche treu.

Auseinandersetzungen mit anders denkenden Theologen, besonders mit dem Dompfarrer Karl Guido Braun, belasteten Schell, trotz des Rückhaltes durch den Würzburger Bischof Ferdinand von Schlör, gesundheitlich sehr. Am 31. Mai 1906 verstarb er mit erst 56 Jahren an Herzversagen.

Die seinerzeit indizierten Thesen Schells sind inzwischen durch das Zweite Vatikanische Konzil weitgehend anerkannt worden.

Rektor der Universität Würzburg

Von 1896 bis 1897 war Schell Rektor der Universität. Über dem Eingang der während seines Rektorats bezogenen Neuen Universität am Sanderring ließ er den Wahlspruch „VERITATI“ (Der Wahrheit) [2] [3] anbringen.

Mitgliedschaften

Schell war seit seiner Studentenzeit in Würzburg bis zu seinem Tode Mitglied des K.St.V. Walhalla Würzburg im KV und engagierte sich auch noch später im KV. Er wurde Ehrenmitglied weiterer Katholischer Studentenverbindungen in Würzburg, darunter die K.D.St.V. Cheruscia Würzburg (1898), die K.D.St.V. Gothia Würzburg (1901) und die K.D.St.V. Thuringia Würzburg (1904), alle im CV. Für die K.D.St.V. Thuringia Würzburg stiftete er in der Gründungsphase der Korporation deren Wahlspruch „Vorwärts und Aufwärts“.

Posthume Würdigung

Nach Professor Schell wurde das Hermann-Schell-Institut der Universität Würzburg und die Hermann-Schell-Straße im Stadtbezirk Frauenland benannt.

Letzte Ruhestätte

Grabstätte

Hermann Schell wurde auf dem Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs werden dort im so genannten Fakultätsgrab weitere verstorbene Dozenten der katholischen Fakultät bestattet. Die Professoren Josef Zahn (1862-1945), Berthold Altaner (1885-1964), Fritz Hofmann (1902-1977), Theobald Freudenberger (1904-1994), Heinz Fleckenstein (1907-1995) und Rudolf Schnackenburg (1914-2002) fanden dort ihre letzte Ruhestätte.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hermann Schell aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.