Ferdinand von Schlör

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Bischof Ferdinand von Schlör, um 1900
Wappen von Bischof Ferdinand von Schlör

Dr. Ferdinand von Schlör (* als Ferdinand Schlör am 2. März 1839 in Richelbach; † 2. Juni 1924 in Würzburg) war 83. Bischof von Würzburg von 1898 bis 1924.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Vor seiner Ernennung zum Bischof wirkte Ferdinand Schlör mehr als 25 Jahre als Erzieher, Jugendseelsorger und Pädagoge, zuletzt 1880 als Direktor des Studienseminars Julianum in Würzburg.

Nach dem Studium der Theologie, bei dem er auf akademische Lehrer wie Hergenröther und Hettinger traf, wurde Ferdinand Schlör am 5. März 1898 von Prinzregent Luitpold von Bayern zum Bischof ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 24. März 1898 der Bamberger Erzbischof Joseph von Schork; Mitkonsekratoren waren Franz Leopold von Leonrod, Bischof von Eichstätt, und Joseph Georg von Ehrler, Bischof von Speyer. Schlör war der letzte Würzburger Bischof, der einen Adelstitel bekam. Am 26. Juli 1903 konsekrierte er die Maria-Schmerz-Kapelle am Pfülben in Randersacker

Schell-Streit[Bearbeiten]

Kurz nach Schlörs Amtsantritt brach der „Schell-Streit“ aus. Hermann Schell, Professor für Apologetik, christliche Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Würzburg, war eng mit der innerkatholischen Auseinandersetzung um den Reformkatholizismus verbunden. Dessen Vertreter forderten unter anderem mehr Pluralität und den Dialog mit den gesellschaftlichen Zeitentwicklungen. 1899 wurden einige von Schells Werken von Rom auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Vor allem das „ausgleichende Wesen“ von Bischof Schlör hat dazu beigetragen, dass die „Schellfrage“ gütlich gelöst werden konnte.

Enklave in Thüringen[Bearbeiten]

Ausgehend von der katholischen Enklave Wolfmannshausen, die vom Bistum Würzburg betreut wurde und als einzige betreute Pfarrei zu Sachsen-Meiningen gehörte, hatte sich katholische Gemeinde auch im benachbarten Meiningen und Hildburghausen weiter ausgebreitet. Ferdinand von Schlör und der ihn unterstützende Priester Kilian Josef Meisenzahl pflegten gute Beziehungen zu den Herzögen Georg II. und später Bernhard III. Auch andere benachbarte Bistümer leisteten Aufbauarbeit, so das Erzbistum Bamberg zum Beispiel in Sonneberg oder das Bistum Paderborn für Pößneck oder Saalfeld. Am 9. Juli 1917 stimmte das Herzogliche Staatsministerium zu, dass die bestehenden Kuraten zu Pfarreien erhoben würden und sich in Meiningen ein Bischöfliches Kommissariat bilde. Die gesamte Entwicklung ging einher mit der Errichtung neuer Kirchen.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Er war Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Cheruscia Würzburg im Kartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen und Stifter des nach ihm benannten Studienseminars Ferdinandeum.

Das Ende seiner Amtszeit[Bearbeiten]

Schwer für ihn war, dass der Bamberger Erzbischof Johann Jakob von Hauck am 7. Juni 1920 zum Apostolischen Administrator des Bistums Würzburg ernannt werden musste, da Schlör wegen seines hohen Alters (81 Jahre) nicht mehr in der Lage war, das Bistum ordnungsgemäß zu leiten; er starb 1924. [1]

Bilder[Bearbeiten]

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach Ferdinand von Schlör ist die Schlörstraße im Stadtbezirk Frauenland benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 1803–1957, Würzburg 1965, S. 73–80.
  • Hans-Michael Körner: Die Katholische Kirche, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 13-52, S. 29-31.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Wittstadt Würzburger Bischöfe 742-1979 Echter Verlag 1979, S. 85


Vorgänger Amt Nachfolger
Franz Joseph von Stein Bischof
1898 - 1924
Matthias Ehrenfried


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