St. Jakobus der Ältere (Versbach)

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St. Jakobus der Ältere in Versbach
Kirchturm und Haupteingang
Innenraum
Blick auf St. Jakobus um 1960

Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere löste Anfang der 1960er Jahre einen Vorgängerbau aus dem 18. Jahrhundert an gleicher Stelle ab.

Lage[Bearbeiten]

Die Pfarreigebäude liegen am Straßenzug Heide auf einer Anhöhe über dem Stadtbezirk Versbach.

Patrozinium[Bearbeiten]

St. Jakobus der Ältere (* am See Gennesaret in Galiläa; † um Ostern 43 in Jerusalem ) Apostel Jesu und Märtyrer, älterer Bruder des Jüngers Johannes, beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Patrozinium ist am 25. Juli.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon seit dem Mittelalter stand an der Stelle der heutigen Pfarrkirche eine Kapelle, die dem hl. Jakobus geweiht war. Offenbar wurde diese nach dem Wegzug der Ritter von Versbach aus den Resten ihrer Burganlage erbaut. Seit 1587 wurde die einstige Kapelle nach eingehender Renovierung als Pfarrkiche genutzt. Bis zu diesem Zeitpunkt diente die vermutlich um das Jahr 1100 gebaute so genannte „Untere Kirche“ an der Pleichach, die dem hl. Stephanus geweiht war, als Pfarrkirche mit angrenzenden Pfarrhof und Friedhof. Da diese Kirche wegen der Überschwemmungen in der Chronik als feucht und finster beschrieben wird, wurde sie nur noch zu besonderen Anlässen gottesdienstlich genutzt und diente später nur noch als Lagerhaus und in napoleonischer Zeit als Stall. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde dieses Gebäude abgerissen, weil es durch ständiges Hochwasser beschädigt war.

1670 wurde ein nachgotischer Kirchturm neben der Jakobskirche errichtet, 1749 wurde das inzwischen baufällige Kirchlein abgerissen und 1754 durch einen Neubau mit barockem Hochaltar und zwei Seitenaltären ersetzt.

Da die Gemeinde Versbach immer stärker anwuchs, gründete man 1898 einen Kirchenbauverein mit dem Ziel, die Kirche zu vergrößern bzw. die alte Kirche abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte das Vorhaben zunichte und man musste sich aufgrund Geldmangels damit begnügen, das alte Gebäude lediglich auszubessern.

Als Pfarrer Walter Stier im Jahre 1954 die Leitung der Pfarrei übernommen hatte, plante man eine neue Kirche. Am 11. Mai 1962 wurde die alte St. Jakobus-Kirche abgerissen und noch im Juni desselben Jahres mit dem Bau der neuen Kirche an der gleichen Stelle begonnen. Bereits am 23. September 1962 konnte die Grundsteinlegung gefeiert werden. Am 15. Dezember 1963 wurde nach nur eineinhalbjähriger Bauzeit die neue St. Jakobus-Kirche von Bischof Josef Stangl eingeweiht.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

St. Jakobus ist eine Saalkirche mit Satteldach und schräger Traufe über trapezförmigem Grundriss mit Trapezchor. Sie hat eine Grundfläche von 800 m², 650 Sitz- und 700 Stehplätze. Der Eingangsgiebel hat ein großes Rundfenster flankiert von zwei wiederverwendeten romanischen Portalen des Vorgängerbaus. Der freistehende seitliche Campanile hat einen überhöhten Spitzhelm auf eingeschossigem Kalksteinsockel und ist 42 Meter hoch. Die Wände bestehen aus unverputztem Kalksteinmauerwerk mit Glaswänden. Die Kirche wurde im Stil der Nachkriegsmoderne vom dem in Würzburg geborenen Architekten Lothar Schlör (1926-2010) erbaut.

Innenraum[Bearbeiten]

  • Großes Holzkreuz, auch als Missionskreuz bezeichnet, aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Es wurde aus der alten Kirche mit in die neue übernommen.
  • Die Kunstwerke im Altarraum stammen vom Vasbühler Bildhauer Max Walter:
    • Der von einer Bronzehülle ummantelte Altar besteht aus einem massiven Steinquader. Der Stein wird sichtbar durch die ausgesparten blütenförmigen Zierornamente, die sich wie ein Schmuckband im oberen Drittel um den Altar ziehen. Im Stein eingelassen befinden sich die Reliquien der Heiligen Bonifatius, Innozenz und Gaudentius.[1]
    • Das bronzene Hänge-Kreuz ist mit einem riesigen Radleuchter, ebenfalls in Bronze geschaffen, verbunden. Es ist die Darstellung einer Vision des himmlischen Jerusalems (Kapitel 21 der Offenbarung des Johannes). Der Radleuchter dient neben dem Schmuck des Altarraumes mit seinen zwölf Lichtern auch der Beleuchtung des Altarraumes, der sein Licht ansonsten nur durch 26 farbig gestaltete Seitenfenster in der Südwand der Apsis bezieht.
    • Ambo und Tabernakel
  • Alle Figuren im Chorraum stammen aus der barocken Vorgängerkirche und entstanden in der Mitte des 18. Jahrhunderts:
    • Madonna mit dem Jesusknaben
    • Kirchenpatron St. Jakobus der Ältere
    • Farbig gefasste Holzskulptur des Hl. Rochus (gestiftet im Jahre 1732)
  • Relief von Max Walter von 1963 im Tympanon über dem Südausgang der Kirche, umrahmt von einem Rundbogen aus romanischer Zeit. Es zeigt Christus als Weltenrichter.
  • Taufbecken aus dem Jahre 1575 vor dem Hauptportal

Kreuzweg[Bearbeiten]

Der Kreuzweg wurde 2003 vom Max Walter geschaffen und ist ein Geschenk der Rochusbruderschaft zum 40. Jahrestag der Kirchweihe.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel auf der rechten Seite der Empore ist ein Werk der Orgelbaufirma E.F. Walcker & Cie. Ludwigsburg und wurde am 19. Januar 1967 eingeweiht. Es handelt sich um eine Schleifladenorgel mit mechanischer Spieltraktur und elektronischer Registration. Sie hat 36 klingende Register, drei Manuale und ca. 2500 Pfeifen.

Geläut[Bearbeiten]

Im Kirchturm befinden sich vier Glocken aus verschiedenen Zeiten, die alle aus der alten Kirche übernommen wurden:

  • Mahlglöcklein, auch „Gängele“ genannt, von vermutlich 1579 (Ø 70cm)
  • Jakobusglocke (Ø 80cm, Ton c)
  • Marienglocke (Ø 90cm, Ton b)
  • Gefallenen-Glocke (Ø 100cm, Ton g)

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Heute bildet die Pfarrgemeinde zusammen mit St. Albert in der Lindleinsmühle eine Pfarreiengemeinschaft.

Seelsorger (Auswahl)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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