Oswaldkirche (Giebelstadt)

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Evangelisch-Lutherische Oswaldkirche, die Pfarrkirche des Marktes Giebelstadt

Die Oswaldkirche ist eine Evangelisch-Lutherische Pfarrei im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Würzburg im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg.

Kirche

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche in Giebelstadt liegt in der Ortsmitte des Marktes Giebelstadt hinter dem Zobelschloss am Marktplatz.

Geschichte

Zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung um 820 war Giebelstadt bereits ein bedeutendes Dorf mit einer adligen Eigenkirche. Dies kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, da die ersten christlichen Gräber, als eine merowingische Reihengräberanlage, die sich im Ostteil des Dorfes befindet, um ca. 600 n. Chr. einsetzen und hundert Jahre später abrupt enden. Daraus ist zu schließen, dass die Toten der Siedlung Giebelstadt auf dem Friedhof um die Dorfkirche, wohl einer einfachen Holzkirche, beerdigt wurden.

Urkundlich belegt ist erst eine Kirche 1311, als die beiden Adeligen Walter Geyer und Friedrich Zobel von Giebelstadt eine Seelsorgerstelle stiften. Ein Teil des Dachstuhls der heutigen Kirche, dessen Bauholz teilweise im Jahre 1411 gefällt wurde, könnte aus einem Kirchenbau des 15. Jahrhunderts stammen, der im Bauernkrieg im Jahr 1525 beschädigt oder zerstört wurde. 1601 führten die Patronatsherren, die Zobel von Giebelstadt, die Reformation ein. Die heutige Kirche wurde 1673 von Hans Gottlob von Zobel aus der „Friesenhäuser Linie“ erbaut.

Baubeschreibung

Die evangelisch-lutherische Oswaldkirche ist ein einfacher Saalbau mit Westturm aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der im ausgehenden 17. Jahrhundert durch den Einbau der rechteckigen Fenster und der darüber gesetzten Rundbogengiebel sein heutiges, barockes Äußeres erhielt. Folgenschwer waren die Renovierungsarbeiten zur Zeit des Klassizismus im Jahr 1825. Die Innenrenovierung 1961 bis 1965 stellte die Kirche in ihrer ursprünglichen farblichen Schönheit wieder her.

Kirchturm

Beachtenswert ist der schlanke, fünfgeschossige Westturm der heutigen Kirche mit seinem glockenförmigen Helm. Er ist wohl älter als Chor und Langhaus der Kirche, deren Altar im Osten des Kirchenraumes steht, und könnte der Turm einer Vorgängerkirche aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts sein. Möglicherweise ist er ein Teil der vormaligen, möglicherweise im Bauernkrieg zerstörten Kirchenburganlage, an den der Kirchenbau im 16. Jahrhundert angelehnt wurde.

Innenraum

Innenraum

Altar, Kanzel und der Wandepitaph in Giebelstadt sind Werke der Windsheimer Renaissancekünstlerfamilie Brenck. Georg Brenck, der Ältere und sein gleichnamiger Sohn Georg Brenck, der Jüngere schufen charakteristische Altäre, Kanzeln und Epitaphe der Renaissancezeit und des frühen Barock.

Der Taufstein wurde 1596 vom Gaukönigshöfer Bildhauer Hans Rappolt geschaffen.

Grabelege der Adelsfamilien Zobel und Geyer

Die Zobel'sche Grablegekirche birgt mehrere für die Genealogie der Zobel und Geyer bedeutende Grabsteine und exemplarische Beispiele der Epitaphentwicklung des 16. und 17. Jahrhunderts. Das kunsthistorisch bedeutendste Werk ist ein Epitaph aus marmoriertem Holz, das „Grab-Wand-Denkmal“ der Amalia Zobel, geborene Truchsessin von Wetzhausen, eine Arbeit der Künstlerfamilie Brenck.

Orgel

1673 schuf der Rothenburger Orgelbaumeister Georg Siegmund Leyser (* in Bonnland; † 1708) die erste Orgel für Giebelstadt. 1868 erfolgte ein Neubau durch Georg Friedrich Steinmeyer aus Oettingen. 1982 wurde von der Firma Deininger und Renner, ebenfalls aus Oettingen, die heutige Orgel eingebaut.

Gottesdienste

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

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