König-Ludwig-Haus

Aus WürzburgWiki
(Weitergeleitet von D-6-63-000-65)
Wechseln zu: Navigation, Suche
König-Ludwig-Haus - alter Haupteingang

Das König-Ludwig-Haus ist eine orthopädische Fachklinik des Bezirks Unterfranken und Sitz des Lehrstuhls für Orthopädie der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg. Sie verfügt über 105 Betten auf fünf Stationen. Teil der Klinik König-Ludwig-Haus ist seit dem Frühjahr 2017 das Zentrum für Seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus.

Lage[Bearbeiten]

Das Krankenhaus befindet sich in der Brettreichstraße 11 im Stadtbezirk Frauenland.

Abteilungen[Bearbeiten]

  • Orthopädie (incl. Sportorthopädie und Kinderorthopädie)
  • Würzburger EndoProthetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax)
  • Ambulanz (Poliklinik)
  • Physiotherapie

Namensgeber[Bearbeiten]

Das König-Ludwig-Haus trägt seinen Namen nach dem letzten bayerischen König Ludwig III. von Bayern und wurde 1916 seiner Bestimmung übergeben.

Geschichte[Bearbeiten]

König-Ludwig-Haus 1917

Orthopädie in Würzburg[Bearbeiten]

Die Geschichte der Würzburger Orthopädie reicht weit in das 19. Jahrhundert zurück und gibt durch das Wirken außergewöhnlicher Männer der Charakterisierung Würzburgs als „Wiege der deutschen Orthopädie“ durch Georg Hohmann (1959) historischen Hintergrund und Erklärung.

Bereits 1816 wurde durch Johann Georg Heine im ehemaligen Stephanskloster zu Würzburg die erste orthopädische Heilanstalt im deutschen Sprachraum gegründet. Zu dieser Zeit war Heine schon weit über die Grenzen Würzburgs hinaus als Orthopädiemechaniker und konservativer Behandler orthopädischer Krankheitsbilder wie der Skoliose und dem Klumpfuß bekannt. Der Gründer des König-Ludwig-Hauses war Prof. Jakob Riedinger. Er kam 1887 nach Würzburg, wo er bis 1890 als Assistent an der chirurgischen Klinik im Juliusspital tätig war. 1891 errichtete er eine Privatklinik in der Erthalstraße als Heimstätte für Unfallverletzte und als chirurgisch-orthopädische Heilanstalt. Im Januar 1915 entstand der Plan für den Bau einer neuen Klinik und man erwarb ein entsprechendes Grundstück an der Brettreichstraße.

Der erste Spatenstich[Bearbeiten]

Am 15. September 1915 erfolgte der erste Spatenstich und bereits Mitte 1916 konnte die Klinik, die entsprechend den damaligen Gepflogenheiten einen Ehrennamen aus dem regierenden Herrscherhaus erhielt, als König-Ludwig-Haus ihrem Zweck übergeben werden. Nur ein halbes Jahr nach Eröffnung des König-Ludwig-Hauses starb Jakob Riedinger. Ihm folgte Hans von Baeyer, der jedoch schon zwei Jahre später einen Ruf nach Heidelberg erhielt und dort die Orthopädische Klinik in Schlierbach gründete. Seine Nachfolger waren bis 1935 Konrad Port und bis 1945 Fritz Schmidt.

Zerstörung im 2. Weltkrieg[Bearbeiten]

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde auch das König-Ludwig-Haus zu 80% zerstört, was zu einer vorübergehenden Verlegung der Klinik in das Kloster St. Ludwig bei Wipfeld führte.

Wiederaufbau und Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Unter Kaspar Niederecker erfolgte von 1946 bis 1948 der Wiederaufbau der Klinik. 1962 erhielt August Rütt als Nachfolger Niedereckers den Ruf auf den Lehrstuhl für Orthopädie. Die Entwicklung neuer operativer Techniken wie z. B. der künstliche Gelenkersatz machten in den Folgejahren weitere Baumaßnahmen notwendig. Auf August Rütt folgte 1986 Jochen Eulert, der bis 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie und Ärztlicher Direktor des König-Ludwig-Hauses war. Von 1993 bis 2000 wurde die Klinik vollständig saniert, erweitert und modernisiert.

Die Klinik im 21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Seit 2009 ist Prof. Dr. med. Maximilian Rudert Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie der Universität Würzburg und Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus. Träger der Klinik ist der Bezirk Unterfranken. Gleichberechtigte Mitglieder der Klinikleitung sind der Ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Maximilian Rudert, die Pflegedirektorin Michaela Bach und der Krankenhausdirektor Karsten Eck.

Die Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus verfügt derzeit über 105 Betten, die auf fünf Stationen verteilt sind. Über 300 Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen sind in der Klinik beschäftigt. Im Frühjahr 2017 wurde die Klinik um ein Zentrum für Seelische Gesundheit erweitert.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Bau ist ein dreigeschossiges verputztes Mehrflügelgebäude mit Walmdächern über hohem Kalkstein-Sockelgeschoss. Der Eingangsbereich im Gebäudewinkel ist durch eine Freitreppe mit Portalvorbau betont. Der Bau entstand im Stil des Historismus durch Otto Leitolf zwischen 1915 und 1916 und wurde nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 reduziert wieder aufgebaut. Das Nebengebäude ist ein zweigeschossiger Mansardwalmdachbau im Neobarock, das Hofgebäude ein eingeschossiger Mansarddachbau um 1915. Das Gartentor ist ein Pfeilertor mit Kugelaufsätzen im Neobrarock aus Kalkstein um 1915. Das Gefallenendenkmal zeigt sich als Kalksteinpfeiler mit durchbrochenem schmiedeeisernem Kugelaufsatz im Wiener Sezessionsstil, im Jugendstil aus dem Jahr 1917.

Klinikdirektoren[Bearbeiten]

Liste der Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie und damit der Ärztlichen Direktoren des König-Ludwig-Hauses:

Anschrift[Bearbeiten]

König-Ludwig-Haus
Brettreichstraße 11
97074 Würzburg
Telefon: 0931 - 803-0
Telefax: 0931 - 803-1209

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: König-Ludwig-Haus


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Polzer: Die Orthopädie in Würzburg zwischen den beiden Weltkriegen: Konrad Port [u.] Fritz Schmidt, 1975
  • August Rütt und Wolfgang Küsswetter: Entstehung und Entwicklung des König-Ludwig-Hauses (Die Orthopädie in Würzburg im zwanzigsten Jahrhundert), Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 125-138
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-65

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …