St. Andreas (Sanderau)

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St. Andreas
Pfarrort Sanderau
Pastoraler Raum Würzburg Süd-Ost
Diözese Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Anschrift Breslauer Straße 24,
97072 Würzburg
Telefon 0931-7 12 32
Telefax 0931-88 04 675
E-Mail pfarrbuero.sanderau
@bistum-wuerzburg.de
Webseite Internetseiten St. Andreas und St. Adalbero
Seelsorger Tobias Fuchs
Blick auf die kath. Pfarrkirche St. Andreas (2025)
Blick auf die kath. Pfarrkirche St. Andreas in der Sanderau (2011)
Südansicht der kath. Pfarrkirche St. Andreas in der Sanderau (2018)

Die katholische Pfarrkirche St. Andreas liegt im Würzburger Stadtbezirk Sanderau in der Breslauer Straße.

Patrozinium

Der Apostel Andreas (* in Bethsaida/Syrien; † 30. November 60 in Patras/Griechenland) wurde als Patron gewählt, weil der Dom - einst dem Hl. Andreas geweiht - in „Kiliansdom“ umbenannt wurde. Andreas war ebenso wie sein Bruder Simon Petrus ein Apostel Jesu Christi. [1]

Geschichte

Infolge der gestiegenen Einwohnerzahl in der Sanderau in den frühen 1960er Jahren, beschloss der Würzburger Stadtrat 1962 einen Bebauungsplan „Südliche Sanderau“, in dem ein neues Gemeindezentrum für Katholiken vorgesehen war. Am 8. Juni 1962 wurde durch Beschluss des Bischöfliches Ordinariats die Kath. Kirchenstiftung „St. Andreas“ errichtet. Am 1. Oktober 1965 wurde die Teilung von St. Adalbero vollzogen und die Pfarrei St. Andreas selbständig. Sie ist abgegrenzt durch die Sonnenstraße, Randersackerer Straße bis Gemarkungsgrenze Würzburg und den Main.

Die Suche nach einem geeigneten Bauplatz für die neue Pfarrkirche zog sich hin. Als Mitte der 1960er Jahre die große Bautätigkeit in der südlichen Sanderau begann, konnte die Kirchenverwaltung St. Andreas an der neu entstandenen Breslauer Straße ein Gelände von 3.800 m² erwerben. Mit der Planung der Kirche und des Pfarrzentrums wurde Architekt Lothar Schlör, gebürtiger Sanderauer mit Architekturbüro in München, beauftragt.

Die Pfarrkirche St. Andreas wurde ab 1967 erbaut, die Vorarbeiten aber bereits im Herbst 1965 begonnen. Am 17. September 1967 fand durch Pfarrer Bruno Zeisner die Feier der Grundsteinlegung statt. Am 30. November 1968 wurde sie von Bischof Josef Stangl konsekriert.

Baubeschreibung

Im Souterraingeschoss des auf rechteckigem Grundriss errichteten Pfarrzentrums befinden sich Gruppen-, Gemeinde- und Neben- sowie Technikräume und eine Tiefgarage. Der Hauptraum wird über Außentreppen erschlossen. Zwei dieser Außentreppen befinden sich im Nordosten und flankieren die Taufkapelle. Weitere Zugänge mit Außentreppen befinden sich im Nordosten neben der hier intergierten Sakristei und im Nordwesten mit direktem Zugang zum Mainufer.

Der Hauptraum ist von einer ungleichschenkligen Pyramide überdacht, unter deren höchsten Punkt die Altarinsel eingerichtet wurde. Die Pyramide ruht auf einem von acht Pfeilern getragenen Stahlbetonring, sodass sich um diesen Kernraum an allen vier Seiten ein offener, breiter und flachgedeckter Umgang entwickelt. Dieser Umgang öffnet sich gegen Süden über eine Kolonnade aus Rundpfeilern zur Sakraments- und Werktagskapelle, über deren nach Westen orientiertem Altarraum sich der Glockenturm aufbaut. Dem Glockenturm steht als Pendant die oben erwähnte Taufkapelle im Osten gegenüber, die als turmartiger Anbau konzipiert ist. Das Bodenniveau dieser Taufkapelle ist deutlich niedriger, weshalb dieser Raum von der Kirche her über eine abgehende Treppe erreicht wird. Im Zentrum der Kapelle befindet sich ein Taufbrunnen, der bis zum Grundwasserspiegel abgetieft ist.

Die Belichtung des in Sichtbeton erbauten Kirchenraums, der auf auf Schotterpfählen ruht, die acht Meter tief in den Boden gerammt wurden, erfolgt indirekt über schlitzartige Fenstergauben in den Pyramidenkanten, durch Lichtschlitze am Boden und der Decke entlang der Ost- und Nordseite, durch vertikale Lichtbänder, indirekt über den Altarraum der Sakraments- und Werktagskapelle und über eine runde Lichtöffnung in der Taufkapelle.

Unter der Kirche befindet sich im Souterrain das Gemeindehaus mit den oben genannten Räumen von Pfarrsaal und Gruppenräumen. Dieser Bereich wird über eine abgehende Außentreppe von Süden her erschlossen. Die Räume mit ihrer überlieferten, bauzeitlichen Ausstattung charakterisiert wesentlich das Stirnholzparkett, der Sichtbeton und das Sichtmauerwerk in Kalksandstein sowie die in tiefem Rot furnierten Türblätter. Hervorzuheben sind die Beleuchtungskörper im nordwestlichen Gruppenraum.

Zum Pfarrzentrum St. Andreas zugehörig steht das in Sichtbeton und Sichtmauerwerk in Kalksandstein errichtete, zweigeschossige Pfarrhaus, das unmittelbar südlich anschließt und ebenso wie das Pfarrzentrum ein Souterrain- und ein Obergeschoss umfasst. Letzteres ist mit einem unter dem Niveau des Parkplatzes verlaufenden Gang direkt mit den Gemeinderäumen des Pfarrzentrums verbunden. [2]

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Künstlerische Bedeutung

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Marseille durch den Architekten Le Cobusier (1887-1965) mit dem „Unité“ der erste vollständig in roh belassener Sichtbetonbauweise konzipierte Mietwohnhausbau errichtet. Fasziniert von der skulpturalen Qualität des in Schalung gegossenen Baustoffs Beton und den durch die Holzschalung zufällig entstehenden Unregelmäßigkeiten, die der rauen Oberfläche einen individuellen Charakter mit „fehlerhaften“ Gestaltungseffekten verlieh, bezeichnet Le Cobusier diese Hapik als „béton brut“ (roher Beton, Sichtbeton), womit er zugleich den Stilbegriff des „Betonbrutalismus“ dieser Epoche vorgab.

Der Bau neuer Kirchen in den durch die Flüchtlingsströme enorm expandierenden Vorstadtsiedlungen der Bundesrepublik Deutschland führte auch im Bistum Würzburg zu einer kaum zu spezifizierenden Vielfalt an Sakralbauten, die keinem gültigen Muster oder Ideal folgten, sondern eine Fülle von verschiedenen und gleichermaßen gültigen Gebäude- und Raumkonzepten hervorbrachte, die sich vor allem in einem Aspekt einander angleichen, indem sie die liturgischen Reformideen des Zweiten Vatikanischen Konzila umsetzen. [2]

Ausstattung

Kirchenschiff der katholischen Pfarrkirche St. Andreas mit Blick auf den Altarraum

Das Altarkreuz aus Aluminiumguss mit fünf Amethysten verziert ist ein Werk vom Vasbühler Künstler Max Walter aus dem Jahr 1974. An der konchenförmigen Rückwand der Altarinsel hat der Würzburger Künstler Max Fritz in den Jahren 1976/77 drei Wandbehänge geschaffen, die die Anbetung der Hirten, die Passion Christi und das Abendmahl darstellen und im Laufe des Kirchenjahres entsprechend gewechselt werden. An der nördlichen Kirchenwand ist die Hälfte einer Doppelmadonna aus Sandstein aus dem Jahr 1698, die ehemals vor der Wallfahrtskirche Maria im grünen Tal in Retzbach aufgestellt worden war. Da sie sehr verwittert war, wurde für dort von dem Würzburger Bildhauer Adolf Friedrich eine Kopie geschaffen, das Original wurde hierher gebracht.

An der Ostwand hängen fünf Passionsbilder aus Holz von Max Walter und an der West- und Nordwand sind anstatt der sonst üblichen Apostelleuchter in zwölf Nischen die Namen der Apostel in Mosaik eingeschrieben.

Die Orgel baute Norbert Krieger aus Retzbach im Jahre 1973.

Das Gotteshaus bietet insgesamt 1.500 Besuchern Platz.

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Sakraments- und Werktagskapelle

Die Kapelle befindet sich im südlichen Teil der Kirche und hat einen Zelebrationsaltar aus Beton. Der Bronzetabernakel von Max Walter aus dem Jahr 1969 wird von einem stilisierten Lebensbaum mit fünf Kerzen getragen. Neben einer Holzfigur des Kirchenpatrons St. Andreas hängen an der Südwand sieben Ikonen von Karl-Heinz Fülbier aus Bad Kissingen aus den Jahren 1980-1986 (von links nach rechts):

  • Maria, Hilfe der Christen
  • Christus, der Herr der Herrschenden (im Eigentum der Unio Catholico, Würzburg)
  • Geburt Christi
  • Taufe Christi
  • Verklärung Christi auf dem Berge Tabor
  • Erweckung des Lazarus: Jesus, umgeben vom Propheten Jesaya und den Aposteln Petrus und Andreas.

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Taufkapelle

Links neben dem Haupteingang befindet sich die Taufkapelle mit nur einer Lichtöffnung, die genau oben über dem Taufbrunnen aus Beton ist. Das Kreuz mit Bronzekorpus wurde 1980 von Adolf Friedrich aus Würzburg gestaltet. Das Gemälde von Alfons Klühspies von 1974 zeigt eine abstrakte Darstellung „Das Licht besiegt die Finsternis". Das Emaille-Bild von Lil Schulz aus München zeigt Noah mit der zerbrochenen Arche und wurde von Isolde und Heinrich Ragaller gestiftet.

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Seelsorger (Auswahl)

Pastoraler Raum Würzburg Süd-Ost

Die Pfarrei St. Andreas ist Teil der Untergliederung Würzburg Süd des Pastoralen Raums Würzburg Süd-Ost.

Verwaltungssitz

Pfarrei St. Andreas Würzburg (Sanderau)
Breslauer Straße 24
97072 Würzburg
Telefon: 0931 - 71232
Telefax: 0931 - 8804675
E-Mail: pfarrbuero.sanderau@bistum-wuerzburg.de

Trivia

Die kath. Pfarrkirche St. Andreas wurde als einer der Drehorte für die Verfilmung des Romans „ATHOS 2643“ von Nils Westerboer ausgesucht. Der Spielfilm wird von dem Regisseur und Drehbuchautor David Wnendt inszeniert. Für die Dreharbeiten blieb die Kirche vom 13. Oktober bis 21. November 2025 geschlossen. [3]

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-1095
  • Hubert Betz: Vor 50 Jahren: Grundsteinlegung in St. Andreas. in: Sanderauer Pfarrbrief, Winter 2017, S. 19
  • Thomas Wehner (Bearb.): Realschematismus der Diözese Würzburg. Dekanat Würzburg-Stadt, 1992, S. 57 f.

Weblinks

Hinweise und Einzelnachweise

  1. Informationen über den Apostel Andreas bei Wikipedia [1]
  2. 2,0 2,1 Dr. Christian Dümler, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Schloss Seehof, Memmelsberg bei Bamberg, 26. Februar 2026
  3. Main-Post: „Filmproduktion in Würzburg-Sanderau: St. Andreas Kirche wird zum Science-Fiction Schauplatz“ (2. November 2025)

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