Bürgerspitalkirche

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Bürgerspitalkirche
Relief „Krönung Mariens durch die Dreifaltigkeit“ (um 1718) von Jakob van der Auwera an der Westseite der Bürgerspitalkirche. Das Relief wurde dort nach dem Wiederaufbau 1945 angebracht und hatte früher seinen Platz über dem Portal des Hauses Semmelstraße 22.

Die Bürgerspitalkirche ist die Hauskapelle am Bürgerspital zum Heiligen Geist an der Ecke Semmelstraße/Theaterstraße.

Geschichte

Der gotische Kirchenbau mit Spitzhelm am Eingang der Semmelstraße ist einer der wenigen erhaltenen historischen Bauteile der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist.

Die Exemtion von der Pfarrei St. Johannes in Stift Haug durch Bischof Gottfried III. von Hohenlohe fand am 23. Juni 1319 statt. Der Bau einer bereits bestehenden Kapelle ist unbekannt.

Die heutige Bürgerspitalkirche ist ein schlichter Saalbau mit eingezogenem, gewölbtem Chor und wurde am 13. April 1371 durch Weihbischof Waltherus de Capella geweiht. Die Kapelle wurde im Markgräfler Krieg beschädigt und zwischen 1561 und 1571 unter der Leitung von Paul von Wurmbs renoviert und erneut konsekriert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche durch die Schweden 1631 zerstört. Nach dem Wiederaufbau fand die Konsekration von drei Altären durch Weihbischof Johann Melchior Söllner am 8. September 1650. statt. Die letzte Zerstörung bis auf die Grundmauern war beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945. Dabei wurde der 1742 von Johann Georg Wolfgang van der Auwera geschaffene Hochaltar mit dem Altarblatt von Wolfgang Högler ebenso ein Raub der Flammen wie die Seitenaltäre aus dem Jahre 1764 von Johann Peter Wagner. Zwischen 1954 und 1956 fand der Wiederaufbau der Kapelle statt. Die Sanierung der Kirche und die Neugestaltung des Chorraumes durch Julian Walter aus Vasbühl wurde 1994 vollendet.

Patrozinium

Wie das gesamte Spital, so ist auch die Kirche dem Heiligen Geist geweiht. Patrozinium ist das Pfingstfest.

Innenraum

Im Inneren befinden sich an den Wänden einige Grabdenkmäler:

Des weiteren schmückt auf der rechten Stirnseite des Langhauses vor dem Chor eine Figur des Heiligen Johannes des Täufers von Lukas Anton van der Auwera aus dem Jahre 1760 die Kirche, auf der linken Stirnseite eine gotische Sandsteinmadonna mit Kind, gemeißelt um 1420 von einem Würzburger Meister. Im Hochaltar befindet sich eine silbergetriebene Madonna mit Kind, die vom Münchner Goldschmied Franz Keßler geschaffen und 1730 dem Bürgerspital gestiftet wurde. In einer Nische steht eine spätgotische Holzfigur der Heiligen Barabara aus der Schule Tilman Riemenschneiders, die um 1510 entstanden ist.

Historische Abbildungen

Geläut

Im Dachreiter befindet sich eine Einzelglocke.

Zugehörigkeit

Die Kirche gehört zum Pfarrsprengel der Hauger Pfarrei und wird heute von der Pfarreiengemeinschaft Würzburg Innenstadt mitbetreut.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Kartenausschnitt

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