Rothof

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Rothof
Ortstyp Weiler
Gemeinde Rottendorf
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Bundesland Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Eingemeindung 1. Januar 1803
Wegkreuz am Ortseingang

Rothof ist ein Ortsteil der Gemeinde Rottendorf im Landkreis Würzburg. Er besteht aus den Weilern Unterer, Oberer und Mittlerer Rothof, wobei letzterer erst 1937 entstand.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Cosmas und Damian im Weiler Rothof

1956 wurde mit dem Bau einer Filialkirche begonnen und 1958 wurde die den Heiligen Cosmas und Damian geweihte katholische Kirche St. Cosmas und Damian (Rothof) fertig gestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

1144 überweist der Würzburger Domprobst Otto von Estenfeld seiner Stiftung, dem Dietricher Spital, zehn Hufen [1] im Rodungsland, 1148 weitere sechs Hufen, die er teilweise von seiner zu Estenfeld begüterten Verwandten gekauft hatte. Die Gebäude dieses Gutes standen bis zu ihrem Abriss im Jahre 1787 in der Nähe des heutigen Autobahnrastplatzes. Im 12. Jahrhundert hat das Würzburger Benediktinerinnenkloster St. Afra einen Güterkomplex erworben, der zur Unterscheidung als niederer oder unterer Rothof bezeichnet wurde. Rothof gehörte, anders als das zentfreie Rottendorf, gerichtlich zur Zent Estenfeld-Rimpar. Von 1275 stammt die erste urkundliche Erwähnung im Dekanatsbuch von Stift Haug. Der untere Rothof wurde, nachdem er mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, großenteils von dem langjährigen Schultheißen Hans Merklein (1575-1600) angekauft. Nach mehreren, größtenteils kirchlichen Besitzern erwarb Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn 1580 den Rothof für seine Stiftung Juliusspital. Die etwa 225 ha umfassende Fläche verfügte über einen eigenen Weinbau (der Flurname Weinbergsäcker erinnert daran) sowie eine Schäferei, deren Bestand schon um 1600 sich auf 500 Tiere belief. 1646 suchten Marodeure aus der kaiserlichen Armee in der Endphase des Dreißigjährigen Krieges die Weiler heim. Nachdem der Weiler verwaltungs-, schul- und kirchenmäßig vorher nach Estenfeld ausgerichtet war, wurde Rothof 1803 nach Rottendorf eingemeindet.

Neuaufbau im Dritten Reich[Bearbeiten]

Die eigentliche Geburtsstunde des Rothofs in seiner heutigen Dimension war jedoch erst später, als er 1937 an die Reichsumsiedlungsgesellschaft zwangsverkauft und an Familien vornehmlich aus Hundsfeld bei Hammelburg, Blasweiler, Kaltenborn und Wildflecken, die ihre Felder an Truppenübungsplätze verloren hatten, im unteren und mittleren Rothof angesiedelt wurden. Errichtet wurden die Höfe als Musteranlagen auf Flächen des von den Nationalsozialisten enteigneten Juliusspitals. Die Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUGes) war 1935 als Vollzugsorgan der Reichsstelle für Landbeschaffung für die Neuansiedlung oder Entschädigung von für Zwecke der Wehrmacht enteigneten Grundbesitz eingerichtet worden. Grundlage dafür bildete das Gesetz über die Landbeschaffung für Zwecke der Wehrmacht vom 29. März 1935. Aus Hundsfeld wurden insgesamt 18 Familien umgesiedelt. Heute noch ziert deshalb ein barockes Wappen aus Hundsfeld die straßenseitige Fassade der Kirche und auch das Taufbecken stammt aus der alten Hundsfelder Kirche.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die älteste Namensform, 1279 urkundlich als „curia Rodenhoven“ erwähnt, lässt nur die Übersetzung Rodungshof zu.

Kultur[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Altes Schulhaus
  • Kultureller Höhepunkt im Weiler ist das Maifest, das jeweils am 1. Mai mit der Maibaum-Aufstellung im Unteren Rothof beginnt. Das Fest wird von der Freiwillige Feuerwehr Rottendorf organisiert und lockt viele Auswärtige in den kleinen Ort. [2]
  • Das Backhausfest fand in Rothof 2014 das dritte Mal statt. Organisiert vom Rottendorfer Partnerschaftskomitee wird dabei der gemeindeeigene Backofen im unteren Rothof angeschürt und es wird am Vortag Brot frisch gebacken. Am Tag des Festes werden in der Glut Käseblootz und Zwiebelblootz gebacken, die bei dem kleinen Fest mit Bremser, Kaffee und anderen Getränken serviert werden. Die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Troarn wird in der Dekoration aufgegriffen. [3]
  • Erwähnenswert ist das Fest am Vatertag, bei dem gelegentlich auch Musikgruppen auftreten und der Innenhof des Gasthof Englert zu einem großen Biergarten umgenutzt wird.
  • Kirchweih: Jeden Pfingstmontag erst Gottesdienst, danach Festbetrieb an der alten Schule.

Sehenswertes[Bearbeiten]

► Siehe Baudenkmäler in Rothof

Vereine[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

1939 eröffnete eine einklassige Volksschule mit acht Jahrgängen, die bis 1969 bestand und dann in die Volksschule Rottendorf eingegliedert wurde.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Verbindungsstraße nach Rottendorf war ein in den 1960-er Jahren asphaltierter Feldweg mit Geschwindigkeitsbeschränkung und hohem Reparaturbedarf. Bis zu 25.000 Euro kosteten die Sanierungsarbeiten jährlich, die vor allem durch das Abbrechen der Bankette und des Asphalts an den Fahrbandrändern verursacht wurden. [4] 2011 wurde begonnen, südlich der alten Trasse eine neue Fahrbahn mit Entwässerungsrinne auszubauen. Vorteil der neuen Lage war vor allem die Bündelung der Straße mit den Bahngleisen der Bahnlinie Würzburg-Bamberg und ein damit gesunkener Flächenverbrauch. Die Einweihung der neuen Verbindungsstraße erfolgte im Mai 2012 mit der Pflanzung eines Speierlings am Ortseingang vom Unteren Rothof. [5] Des Weiteren existieren noch asphaltierte Straßenverbindungen zu den Dettelbacher Stadtteilen Effeldorf und Euerfeld sowie nach Estenfeld. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um offizielle Ortsverbindungsstraßen. Diese Verbindungen dürfen nur für Land- und forstwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Auch als Radweg sind diese Straßen ausgewiesen.

ÖPNV[Bearbeiten]


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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