Institut für Musikforschung
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Das Institut für Musikforschung beschäftigt sich hauptsächlich mit der jüngeren und älteren Musikgeschichte und gehört zur Philosophischen Fakultät I der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Lage
Der Sitz des Instituts ist der ehemalige Hof zum Kleinen Stern in der Domerschulstraße.
Geschichte
Die seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bestehende Disziplin Musikwissenschaft beschäftigt sich aus unterschiedlichen Perspektiven grundsätzlich mit allen Fragen zu Musik und ihren Erscheinungsformen. Dabei steht sie in steter Wechselwirkung und enger Beziehung zur Musikpraxis, die der Forschung in Geschichte und Gegenwart immer neue Impulse und Inhalte liefert, während sie ihrerseits von der Musikwissenschaft beeinflusst wird. Würzburg erhielt 1960 einen Lehrstuhl für Musikwissenschaft, dessen Anfänge durch das Wirken von Georg Reichert und seinem damaligen Assistenten Martin Just geprägt waren. Nachfolger Reicherts wurde 1968 Wolfgang Osthoff. 1978 erhielt der inzwischen habilitierte Martin Just die zweite Professur für Musikwissenschaft. 1996 übernahm Ulrich Konrad die Leitung des Instituts. 2004 kam der neu geschaffene Lehrstuhl für Musikpädagogik ans Institut; erster Inhaber war Friedhelm Brusniak. 2008 entstand aus dem ursprünglich in der Residenz beheimateten Würzburger Institut für Musikwissenschaft und durch Zusammenlegung mit den musikwissenschaftlichen Instituten Bambergs und Erlangens das heutige Institut für Musikforschung. Dessen Geschäftsführender Vorstand war bis 2023 der Inhaber des Lehrstuhls für Musikwissenschaft I, Ulrich Konrad. Von 2009 bis 2011 war Ralf Jäger Inhaber des neu geschaffenen Lehrstuhls für Ethnomusikologie; seit 2018 ist es Juniper Hill.
Forschungsgebiete
- Atelier Klangforschung
- Die einstimmige Musik des lateinischen Mittelalters
- Sämtliche Vokalwerke von Johann Pachelbel (1653-1706)
- Richard Wagner (Briefe und Schriften)
- Robert Schumann (Späte Vokalsymphonik, Schriften, Neue Zeitschrift für Musik)
Instrumentensammlung
Das Institut verfügt über eine reichhaltige Sammlung an Musikinstrumenten und Tonträgern u.a.:
- Geschichte der Klavierinstrumente
- europäische Instrumente
- ostasiatische Instrumente und rituelle Klangwerkzeuge aus Japan und Tibet
- Flöten und Blasinstrumente der Welt
- Schallplattensammlung Wolfgang Früh
Carillon
Das Carillon der Universität Würzburg aus dem Jahr 2004 wurde von der Königlichen Glockengießerei Petit en Fritsen in Aarle-Rixtel (Niederlande) hergestellt und im Februar 2005 in der ehemaligen Glockenstube des Turms der Neubaukirche eingebaut. Das Institut bietet praktische Stunden im Carillonspiel an.
Professoren und Dozenten (Auszug)
- Max Peter Baumann (Musikethnologe)
- Friedhelm Brusniak (Musikpädagogik)
- Rudolf Dangel (Harmonielehre; Gründer des Akademischen Orchesters und des Collegium Musicum Vocale e.V.
- Frohmut Dangel-Hofmann (Musikwissenschaft)
- Horst-Willi Groß (Palestrina-Kontrapunkt; bis Anfang der 1980er Jahre Domkantor von Mainz)
- Andreas Haug (Musik des vorneuzeitlichen Europas)
- Bernhard Janz (Historische Musikwissenschaft)
- Martin Just (Historische Musikwissenschaft)
- Ralf Martin Jäger (Musikwissenschaft mit den Schwerpunkten auf der Neuen Musik und der Ästhetik)
- Oskar Kaul (Musikhistorie)
- Ulrich Konrad (Musik der europäischen Neuzeit)
- Wolfgang Osthoff (Musikwissenschaft)
- Georg Reichert (Musikwissenschaft)
- Eckhard Roch (Musiktheorie)
- Elena Ungeheuer (Musik der Gegenwart)
- Reinhard Wiesend (Musikwissenschaft)
- Martin Zenck (Historische Musikwissenschaft)
Siehe auch
- Hermann Zilcher
- Carillon
- Hochschule für Musik
- Akademisches Orchester der Universität Würzburg
- Hof zum Kleinen Stern
Kontakt
- Institut für Musikforschung
- Domerschulstraße 13
- 97070 Würzburg
- Telefon: 0931 - 31-82828