Evangelisch-Lutherische Kirche (Uengershausen)

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Evangelisch-Lutherische Kirche Uengershausen
Südwestansicht der Evangelisch-Lutherischen Kirche Uengershausen

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Uengershausen ist eine Evangelisch-Lutherische Pfarrei der Kirchengemeinde Reichenberg-Uengershausen im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Würzburg im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Uengershausen liegt in der Ortsmitte an der Hauptstraße gegenüber der Einmündung Birkenweg.

Geschichte[Bearbeiten]

Wann die Vorgängerkirche gebaut wurde, ist aus den Quellen nicht ersichtlich. Schon lange vor der Reformation war sie die Mutterkirche für Reichenberg-Hattenhausen und Geroldshausen. Die Grundmauern stammen aus einem Saalbau des Jahres 1602, mit Kirchturm auf der Ostseite. Als die Kirchen in Reichenberg, Albertshausen, Lindflur und Geroldshausen umgestaltet, bzw. neu erbaut wurden und mit typisch evangelischen Inneneinrichtungen versehen wurden, ging Uengershausen leer aus, obwohl sie Patronatskirche war. Der Grund lag darin, dass der Patronatsherr für diese evangelische Kirche, Reichsfreiherr Johann Christoph von Wolfskeel, dem katholischen Glauben zuneigte. An der Konfession seiner Uengershäuser Untertanen wagte er nicht zu rütteln, aber die Pfarrer zu Uengershausen wechselten während seines Regiments wegen der schlechten Bezahlung häufig und die Bausubstanz der Kirche sank. Bei Gottesdiensten musste die Masse der Gläubigen auf dem Friedhof stehen, da das Kirchenschiff zu klein geworden war. Schließlich schritt der Ritterkreis auf Drängen der evangelischen Familienmitglieder und der Kirchengemeinde ein und mit deren Hilfe wurde ein Spendenaufruf in allen evangelischen Gemeinden des fränkischen Reichskreises getätigt. Mit diesen Geldern gelang es 1755, ein neues Kirchengebäude zu errichten. Dabei wurde der Turm erhöht. Allerdings wurde auf den Einbau eines zeitüblichen Kanzelaltars verzichtet.

Die letzte umfassende Renovierung der Kirche Uengershausen fand in den Jahren 2005 bis 2008 statt. [1]

Kirchenpatronat[Bearbeiten]

Das wolffskeelische Kirchenpatronat, das in den letzten Jahrzehnten von der Uettinger Linie der Freiherren bzw. Grafen von Wolffskeel ausgeübt worden war, wurde 1949 auf Reichenberg übertragen und erst zum 1. Januar 1970 aufgelöst.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das Gebäude ist ein rechteckiger Saalbau mit Satteldach und Chorturm mit Glockendach, bez. 1602, später verändert.

Innenraum[Bearbeiten]

Das Hochaltargemälde stammt von Eulogius Böhler aus dem Jahre 1902.

Seelsorgsgebiet[Bearbeiten]

Die Uengershäuser Kirche ist für die evangelischen Christen aus dem Ortsteil Uengershausen der Marktgemeinde Reichenberg zuständig. 1874 entschied die königlichen Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg die in Kirchheim lebenden Protestanten der evangelischen Pfarrei Uengershausen zuzuordnen.

Seit 2009 bildet die Kirchengemeinde Uengershausen eine Pfarrei mit der Kirchengemeinde Reichenberg, welche bereits Jahrhunderte zuvor einmal miteinander verbunden waren. Gleichzeitig trat sie damit aus der gemeinsamen Pfarrei mit der Kirchengemeinde Geroldshausen aus, mit der sie jahrhundertelang zusammengeschlossen war. Während Uengershausen in dieser Zeit stets Mutterpfarrei war, ist sie heute nunmehr eine Tochterfiliale von Reichenberg.

Seelsorger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Agenda21-Gruppe Uengershausen: Kirchengeschichte Uengershausen. Würzburg 2008.
  • Friedrich Oertel: Etwas über Pfarrer Simonis von Uengershausen. In: Würzburger evangelisches Gemeindeblatt. Würzburg 1925. Heft 2+3, S. 13-14 & 18-19.
  • ohne Autor: Vor 300 Jahren. Besinnliches aus alten Kirchenbüchern: Uengershausen. In: Würzburger evangelisches Gemeindeblatt. Würzburg 1931. Heft 6, S. 49-51.
  • Ulrich Rüthel: Marktgemeinde Reichenberg - Chronik Zeitleiste. (hier online abrufbar)
  • Ulrich Rüthel: Uengershausen – einige Geschichtssplitter. (hier online abrufbar)
  • Wolfgang Schindler und Ulrich Rüthel: Markt Reichenberg mit seinen Ortsteilen Albertshausen, Fuchsstadt, Lindflur und Uengershausen. Bilder aus vergangener Zeit. 2. Auflage. Horb am Neckar 1990.
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Reichenberg, Nr. D-6-79-176-18

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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  1. Agenda21-Gruppe Uengershausen: Kirchengeschichte Uengershausen. S. 98 ff.