Heilig Geist Kirche (Dürrbachau)


Die ehemals katholische Heilig Geist Kirche aus dem Jahr 1958 befindet sich in der vorderen Dürrbachau. Ursprünglich war rund um die Kirche ein Neubaugebiet geplant. Diese Überlegungen wurden dann aber zu Gunsten eines ausgewiesenen Gewerbegebietes verworfen. Aus diesem Grunde liegt die Kirche etwas abseits des eigentlichen Kuratiegebiets.
Patrozinium
Der Name erinnert an das Pfingstereignis, dem Fest des Heiligen Geistes, der auf die Apostel herabkam, als diese in Jerusalem versammelt waren. Patrozinium ist das Pfingstfest.
Geschichte
Die Kuratie gehörte usrpünglich zur Pfarrei St. Gertraud in der Altstadt. Eine Kaplaneistiftung wurde dort bereits am 19. November 1924 gegründet. Die Bildung der Tochterkirchengemeinde und der Bau der Heilig Geist Kirche geht auf eine Initiative des Weihbischofs Alfons Kempf zurück. Geweiht wurde das Gotteshaus am 18. Mai 1958 durch Bischof Josef Stangl. 1960 wurde die Kaplaneistiftung in eine Kuratiepfründestiftung umgewidmet.
Zum Jahresende 2025 wurde das Kirchengebäude mit dem angrenzenden Pfarrsaal an die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirchengemeinde St. Marqos in Würzburg verkauft. [1] Der Verkauf des Gotteshauses hatte sich aufgrund der baulichen, finanziellen und personellen Entwicklung bei den Gläubigen und Ehrenamtlichen sowie nach der Gebäudebewertung der Diözese Würzburg in die Kategorisierung E abgezeichnet. Die äthiopische Gemeinde ist seit Jahren schon Gast in der Heilig Geist Kirche und feiert hier ihre religiösen Feste und Gottesdienste. Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche gehört zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Seit dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 n. Chr. eint fast alle christlichen Konfessionen das gleiche Glaubensbekenntnis. Die Gemeinde der Kuratie Heilig Geist Dürrbachau wurde nicht aufgelöst. Sie gehört weiterhin zum Pastoralen Raums Würzburg Nord-West, behält ihre Kirchenverwaltung und ihr Vermögen. Die 450 Mitglieder wurden der Pfarrei Unterdürrbach zugelegt und haben die dortige Kirche St. Rochus und St. Sebastian als neue Pfarrkirche zugewiesen bekommen. [2]
Baubeschreibung
Der Bau ist in Form dreier Parabeln konstruiert, die Ziegelwände sind fensterlos gehalten. Der ovale Rotsandsteinquaderbau auf gerundetem Dreiecksgrundriß mit Stutzkuppel [3] aus Beton gilt architektonisch als Beispiel der Nachkriegsmoderne. Erhellt wird der Raum durch drei große Segmentfenster im Kuppelbereich. Planung und Bauleitung der Kirche erfolgten durch die Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler aus Frankfurt am Main. 1990 wurde die Sakristei erweitert. Der Pfarrsaal im südwestlichen Anbau verband die Kirche mit der ehemaligen Dürrbacher Schule.
Ausstattung

Tabernakelstele und Taufstein wurden aus Alpenserpentin gefertigt. Das raumhohe Altarbild von Karl Clobes aus dem Jahre 1960 zwischen zwei Säulen zeigt den Gekreuzigten auf Wolken. Julius Bausenwein schuf 1961 die Bronzefigur der Muttergottes mit dem herrschenden Kind. Der Tabernakel aus dem Jahr 1958 stammt von Goldschmied Josef Amberg, der Ambo aus Bronze wurde 1977 von Willibald Blum aus Aschaffenburg geschaffen. Der Kreuzweg, zu zwei Bildfresken zusammengefasst, von Karl Clobes aus dem Jahre 1961 wurde beim Verkauf der Kuratie 2025 ausgebaut und fand eine neue Heimat in der kath. Pfarrkirche St. Josef in Oberdürrbach. [4]
Orgel
Die 16-stimmige Orgel mit mechanischer Traktur erbaute Norbert Krieger aus Retzbach.
Krypta
Zur Krypta führen Treppen beiderseits des Altarraums. Sie wird für Werktagsmessen, Jugendgottesdienste, Trauungen und stille Andacht genutzt. Curd Lessig gestaltete hier 1958 die Fenster, welche die Sakramente der Kirche symbolisieren.
Seelsorger (Auswahl)
- Leo Giegerich (1958-1962)
- Alfons Wiesler (1963-1967)
- Günther Schubert (1976-1983)
- Alfred Rost (1983-2000), Kuratieverweser
- Helmut Rügamer (2000-2011)
- Alfred Singer (2012-2014)
- Sebastian Herbert (2015-2020)
- Wolfgang Senzel (2020-2022)
- Christian Nowak (2022-2025)
Pastoraler Raum Würzburg Nord-West
Die Pfarrei Heilig Geist Kirche ist Teil der Untergliederung Dürrbachtal-Veitshöchheim des Pastoralen Raums Würzburg Nord-West.
Verwaltungssitz
- Kuratie Heilig Geist Würzburg (Dürrbachau)
- Pfarrei St. Rochus und St. Sebastian Würzburg (Unterdürrbach)
- Dürrbachtal 67
- 97080 Würzburg
- Telefon: 0931 - 95543
- E-Mail: pg.duerrbachtal@bistum-wuerzburg.de
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-777
- Thomas Wehner, Realschematismus der Diözese Würzburg, Dekanat Würzburg-Stadt, Echter-Verlag Würzburg, 1992, S. 91 f.
Weblinks
- Kuratie Heilig Geist Würzburg (Dürrbachau) auf den Internetseiten des Bistums Würzburg
- Internetseiten der Pfarreiengemeinschaft Dürrbachtal
- Heiliger Geist in Heiligenlexikon.de
- Kuratie Heilig Geist im DenkmalAtlas 2.0
Erläuterungen und Einzelnachweise
- ↑ Main-Post: „Kirche verkauft: Äthiopisch-orthodoxe Gemeinde übernimmt katholische Kirche in Würzburg“ (20. Dezember 2025)
- ↑ Main-Post: „Die Würzburger Heilig-Geist-Kirche ist nun ein äthiopisch-orthodoxes Gotteshaus“ (9. Januar 2026)
- ↑ Stutzkuppel: Kuppel, die an den Seiten senkrecht beschnitten ist
- ↑ Pressestelle Ordinariat Würzburg (POW): „Historischer Schritt im Dürrbachtal“ (16. Januar 2026)
