Wöllrieder Hof

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Wöllrieder Hof
Ortstyp Weiler
Gemeinde Rottendorf
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Wöllrieder Hof
Wöllrieder Hof
Historische Aufnahme des Wöllrieder Hofes

Der Wöllrieder Hof (Gut Wöllried) ist ein Ortsteil der Gemeinde Rottendorf im Landkreis Würzburg unmittelbar an der östlichen Stadtgrenze zu Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Westlich von Rottendorf an der Bundesstraße 8 liegt am Hang, der zur Landleite hin abfällt und deren Tal sich an Gerbrunn vorbei nach Randersacker zieht der Wöllrieder Hof. Ehemals zu Würzburg gehörig, wurde das Gut 1803 von der kurpfalz-bayerischen Übergangsregierung nach Rottendorf eingemeindet und gehört auch mit der Wiederkehr der bayerischen Herrschaft 1814 weiterhin zu Rottendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Gutshof Wöllried ist denkmalgeschützt und 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Eine Ansiedlung muss schon längere Zeit vorher bestanden haben. Als Siechenhaus [1] für Aussätzige („domus leprosorum in Velderiede“) [2] findet der Wöllrieder Hof 1252 Erwähnung. [3] Im Jahre 1333 wird der Würzburger Franziskaner-Minorit Werner von Rothenburg als Prokurator des Siechenhauses genannt. 1342 übernahm das Würzburger Bürgerspital den Wöllrieder Hof bis zum 2. September 1376, als Gerhard von Schwarzburg diesen übernahm (und im Gegenzug das zum Bürgerspital gehörende Dorf Laub [4] von der Steuerpflicht befreite). [5] Bis 1979 der Gutshof in den Besitz der Stadt Würzburg kam, wechselten die Besitzer des Anwesens häufig. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde von dem damaligen Besitzer Professor Philipp Adam Ulrich der Kartoffelanbau und der Anbau von Klee als Zwischenfrucht im unterfränkischen Raum eingeführt. Mittlerweile befindet sich der Hof und große Teile der landwirtschaftlichen Flächen in Besitz des Würzburger Stadtrates Wolfgang Roth. Heute dienen die Gebäude der gehobenen Eventgastronomie.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Name Wöllried deutet auf eine Siedlungsstätte an einem Sumpfgelände hin. Schon frühere Namensformen wie Welderied (1230) und Velderied (1245) zeigen als Grundwort „ried“ an, das im Mittelhochdeutschen das Wort Schilfrohr, Sumpf- oder Riedgras, aber auch der damit bewachsene Grund bezeichnet. „Welde“ oder „Velde“ können als Feld oder Fläche interpretiert werden.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das Herrenhaus ist ein zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Walmdach und Glockentürmchen von Ende des 18. Jahrhunderts. Die Scheune ist ein Bruchsteinmauerwerksbau mit Halbwalmdach aus gleicher Zeit und die Nebengebäude stammen aus dem 18./19. Jahrhundert.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hof liegt direkt an der alten Bundesstraße 8 zwischen Würzburg und Rottendorf.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Rottendorf/Wöllrieder Hof


Unternehmen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Reiterclub Wöllrieder Hof e.V. (Wöllried 1)

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitterwieser: Zur Geschichte des Wöllriederhofes und der übrigen Leprosen- oder Sondersiechenhäuser Würzburgs, Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg 52 (1910)
  2. Bruno Rottenbach: 660 Jahre Bürgerspital. In: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 268-280; S. 269b
  3. Franz Gerstner: Die Spinne im Netz europäischer Verkehrslinien, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 396-409, S. 400
  4. Wikipedia-Artikel: Laub (Prichsenstadt)
  5. Bruno Rottenbach: 660 Jahre Bürgerspital. In: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 268-280; S. 273 f. (Randspaltentext)

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