Universitäts-Augenklinik

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HNO- und Augenklinik im Stadtbezirk Grombühl

Die Universitäts-Augenklinik ist eine Fachklinik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und heute eine der größten Augenkliniken bundesweit. Seit November 2014 ist Professor Jost Hillenkamp neuer Leiter des Fachkrankenhauses.

Geschichte[Bearbeiten]

Den Beginn einer (wissenschaftlichen) Augenheilkunde in Würzburg stellen die ab 1766 durchgeführten Augenoperationen des Chirurgen Carl Caspar von Siebolds dar, der beim Grauen Star die getrübte Linse nicht - wie bis dahin üblich - durch den Starstich in das Auge hineindrückte, sondern sie durch einen Starschnitt aus dem Auge entfernte. [1]

1840 wurde Heinrich Adelmann zum außerordentlichen Professor für Chirurgie und Augenheilkunde ernannt und hielt neben seinen Vorlesungen auch eine augenärztliche Sprechstunde ab. [2]

1855 mietete Robert Ritter von Welz in Würzburg einige Räume in einem Privathaus an und behandelte dort Augenkranke. Nachdem er 1857 ein zuvor als Gebärhaus dienendes Gebäude in der damaligen Klinikgasse 6 erworben hatte, eröffnete er dort Würzburgs erste länger bestehende Augenklinik. [3] 1866 wurde er zum ersten Professor der Augenheilkunde an der Julius-Maximilians-Universität ernannt. Nach Barthel von Siebolds ersten, 1802/03 erfolgten [4], und Cajetan von Textors vergeblichen Versuchen, ist es somit das Verdienst von Robert von Welz, die Ophthalmologie (Augenheilkunde) in Würzburg etabliert zu haben. Welz' Nachfolger wurde 1879 Julius von Michel.

Am 1. Mai 1901 [5] wurde das Gebäude der 1900 bis 1912 durch Carl von Heß geleiteten Augenklinik am Röntgenring eröffnet.

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 kam es zu vergleichsweise geringen Schäden am Klinikgebäude. Da die Räumlichkeiten jedoch zur Einquartierung von Soldaten genutzt wurden, übersiedelte die eigentliche Augenklinik in die Brauerei von Kaltenhausen. Nach der Kapitulation wurde das Klinikgebäude in Würzburg vom amerikanischen Militär eingenommen. Zu dieser Zeit ging das Archiv der Augenklinik verloren. [6]

Erster ordentlicher Professor der Augenklinik nach dem Krieg wurde von 1951 bis 1964 Walther Reichling, dem Wolfgang Leydhecker bis 1987 nachfolgte. [7]

1973 wurde der Neubau der Universitäts-Augenklinik im Stadtbezirk Grombühl bezugsfertig.

Nachfolger von Leydhecker waren Anselm Kampik und, nachdem dieser nach München gegangen war, Franz Grehn.

Fachdisziplinen[Bearbeiten]

Das Leistungsspektrum der Klinik umfasst die gesamte Augenheilkunde. Schwerpunkte der klinischen Versorgung sind die Mikrochirurgie des vorderen Augenabschnittes mit besonderer Berücksichtigung des Grünen Stars, des Grauen Stars und der Hornhauttransplantation sowie die Mikrochirurgie der Netzhaut und des Glaskörpers. Desweiteren stehen die Versorgung von Erkrankungen der Lider, Tränenwege und Orbita sowie die Behandlung von Augentumoren im Fokus des Interesses. Es besteht ein Laserzentrum, in dem alle Formen der Laserchirurgie am Auge mit zahlreichen unterschiedlichen Laserverfahren angeboten werden. Die Augenklinik verfügt unter anderem über eine Einheit für refraktive Chirurgie der Hornhaut mit einem der modernsten Excimerlaser sowie eine derzeit von Heimo Steffen geleitete Abteilung zur Behandlung des Schielens.

Abteilungen[Bearbeiten]

Räumlich ist die Augenklinik in eine Augenpoliklinik, drei Stationen, eine Tagesklinik und eine große Operationsabteilung mit insgesamt vier Operationssälen gegliedert. Angeschlossen sind ein Lehrtrakt sowie zahlreiche klinische und wissenschaftliche Labore. Die ambulante Versorgung ist neben der allgemeinen Poliklinik in Spezialsprechstunden gegliedert.

Forschungsschwerpunkt[Bearbeiten]

Die Schwerpunkte der Grundlagenforschung der Klinik liegen auf den Gebieten der Zellbiologie des Augenvorderabschnitts, der Elektrophysiologie des Sehsystems und der Entwicklung von überregional angewandten Messverfahren zur Kunstlinsenberechnung am Auge.

Leitende Chefärzte[Bearbeiten]

Förderverein[Bearbeiten]

Zur Unterstützung der Augenklinik hat sich der Verein der Freunde und Förderer der Universitäts-Augenklinik Würzburg e. V. gegründet. Seit 1911 wird die Klinik durch die Dr. Josef-Schneider, Anna- und Franziska-Stiftung unterstützt.

Kontakt[Bearbeiten]

Universitäts-Augenklinik
Josef-Schneider-Straße 11
97080 Würzburg

ÖPNV[Bearbeiten]

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Robert-Koch-Straße/Uni-Klinikum Bereich B/C


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Fischer: Geschichte der Augenklinik zu Würzburg. Würzburg 1971
  • Frank Krogmann: Streifzug durch die Geschichte der Augenheilkunde in Würzburg. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 20 (2001), S. 87-95

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Leydhecker: Der Beginn der wissenschaftlichen Chirurgie und Augenheilkunde in Würzburg durch Carl Caspar von Siebold (1736-1807). Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 10 (1992), S. 101-106
  2. Frank Krogmann: Streifzug durch die Geschichte der Augenheilkunde in Würzburg. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 20 (2001), S. 87-95; S. 91
  3. Rita Stauber: Robert Ritter von Welz, medizinische Dissertation, Würzburg 1983, S. 33 f.
  4. Hans Körner: Die Würzburger Siebold. Eine Gelehrtenfamilie des 18. und 19. Jahrhunderts. Johann Ambrosius Barth-Verlag, Leipzig 1967 (= Lebensdarstellungen deutscher Naturforscher, 13), Neudruck (Verlag Degener & Co.) Neustadt a. d. Aisch 1967 (Fortdruck für die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aus: Deutsches Familienarchiv, 34-35), S. 173
  5. C. Hess: Die neue Universitäts-Augenklinik in Würzburg. Zeitschrift für Augenheilkunde 6 (1901), Nr. 3, S. 203–208; S. 203
  6. Heinz Fischer: Geschichte der Augenklinik zu Würzburg seit 1855. Medizinische Dissertation, Würzburg 1968, S. 51-53 (zitiert)
  7. Frank Krogmann: Streifzug durch die Geschichte der Augenheilkunde in Würzburg. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 20 (2001), S. 87-95; S. 93

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