Julius von Michel

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Professor Julius von Michel

Prof. Dr. Julius von Michel (* 5. Juli 1843 in Frankenthal/Pfalz; † 29. September 1911 in Berlin) war Facharzt für Augenheilkunde und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ab 1861 studierte er an der Universität Würzburg Medizin, wurde 1863 Assistent am Physiologischen Institut in Zürich bei dem später auch in Würzburg als Ordinarius tätigen Adolf Fick und wurde nach der Rückkehr nach Würzburg 1866 promoviert. 1867 bestand er in München das Staatsexamen. Seine Laufbahn als Assistenzarzt begann am Krankenhaus seiner Heimatstadt Frankenthal. Er spezialisierte sich auf Augenheilkunde und wechselte 1868 als Assistenzarzt an die Züricher Augenklinik. 1870 kehrte er nach Deutschland zurück und nahm am Frankreich-Feldzug teil. Zur Fortsetzung seiner Studien kam er danach an das Physiologische Institut in Leipzig. 1872 habilitierte sich Michel in Leipzig für das Fach Augenheilkunde. Ein Jahr später wurde er als außerordentlicher Professor an die Universität Erlangen berufen, wo er zum 1. Januar 1875 eine ordentliche Professur erhielt und 1878 als erster die Zentralvenenthrombose des Auges als Ursache einer Sehkraftverschlechterung beschrieb.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1879 bewarb er sich um den vakanten Lehrstuhl für Augenheilkunde an der Universität Würzburg, den er nach einem Erlass vom 1. Januar 1879 [1] als Nachfolger von Professor Robert Ritter von Welz zum 1. April desselben Jahres antrat. Der von 1899 bis 1901 erfolgte Neubau der Universitäts-Augenklinik am Röntgenring ging auf Michels Engagement zurück. Bereits 1879 hatte er schon den maroden Zustand der „Welz-Klinik“ in der Klinikgasse 6 kritisiert und sich zunächst geweigert, dort Kranke zu behandeln. [2] 1899 gründete er zusammen mit Hermann Kuhnt die renommierte Zeitschrift für Augenheilkunde. Im Frühjahr 1900 erhielt Michel einen Ruf an die Friedrich-Wilhelms-Universität nach Berlin und begann seine dortige Tätigkeit am 1. Mai 1900. Michels Nachfolger auf den zunächst unbesetzten Lehrstuhl wurde zum 1. August 1900 Carl Heß.

Rektor der Universität[Bearbeiten]

Von 1899 bis 1900 war Michel Rektor der Universität.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wegen seiner Verdienste um die Augenheilkunde wurde Michel am 31. Dezember 1894 der Verdienstorden der Bayerischen Krone (Ritterkreuz I. Klasse) verliehen.

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Seit 1862 war Michel Mitglied des Corps Rhenania Würzburg

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rita Stauber: Robert Ritter von Welz, medizinische Dissertation, Würzburg 1983, S. 56
  2. Rita Stauber, a.a.O., S. 33 f. und 56

Weblinks[Bearbeiten]