St. Afra (Maidbronn)

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Ehemalige Klosterkirche St. Afra in Maidbronn
Innenraum der ehemaligen Klosterkirche
Riemenschneideraltar „Beweinung Christi“

Die Kuratiekirche St. Afra ist das katholische Gotteshaus des Rimparer Ortsteils Maidbronn.

Patronat[Bearbeiten]

Afra von Augsburg (* auf Zypern (?) oder in Afrika (?), † um 304 auf dem Lechfeld) endete als Märtyrerin auf Geheiß des römischen Kaisers Diokletian. Patrozinium ist am 7. August.

Geschichte[Bearbeiten]

Die im späten 13. Jahrhundert errichtete Kirche des Zisterzienserinnenklosters war ursprünglich doppelt so lang wie heute. Das Haus gegenüber dem heutigen Kircheneingang (Pfarrbücherei und Wohnung des Seelsorgers) wurde 1885 auf den Grundmauern des Westteils der Kirche errichtet. Dort befand sich der Schwesternchor, auf dem die Chorschwestern - meist adlige Damen, weil nur sie lesen konnten - siebenmal am Tag das „Chorgebet“ sangen.

Daneben gab es die „Laienschwestern“ mit reduzierter Gebetsverpflichtung, die die Handarbeiten verrichteten. Da die Schwestern in strenger Klausur lebten und das Kloster nicht verlassen durften, waren für Wirtschaft, Verwaltung und die dazu erforderlichen Außenbeziehungen sogenannte Konversen, d.h. Laienbrüder, zuständig, die ebenfalls auch nach der Ordensregel lebten.

Die Chorschwestern betraten die Kirche durch die (heute noch etwa in der Mitte der rechten Längsseite sichtbare, etwas unter dem Bodenniveau der heutigen Kirche liegende) Verbindungstür zwischen Kloster und Kirche. Von dort aus begaben sie sich - von den übrigen Mitfeiernden streng getrennt - über eine (nicht mehr erhaltene) Wendeltreppe in den Schwesternchor, der an der heutigen Empore begann.

Auf die strenge Trennung von Kloster und Außenwelt weist heute noch die Durchreiche hin. Sie ermöglichte es, über eine Drehscheibe Waren und Geld auszutauschen, ohne in Kontakt miteinander zu kommen. Kloster und Kirche wurden im Bauernkrieg 1525 verwüstet, das Kloster 1581 von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn aufgehoben. In der Folgezeit wurden Teile der Klostergebäude abgerissen, die Kirche verkleinert und mit einem neuen Turm versehen.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Außenbau[Bearbeiten]

Die ehemalige Klosterkirche der Zisterzienserinnen war ein Saalbau mit geradem Chorschluss. Vom ursprünglichen Bau aus dem 13. Jahrhundert ist der Ostteil mit Laienkirche und Chor erhalten. Dieser dient heute den katholischen Christen als Gotteshaus. Der Westturm mit Pyramidendach wurde im frühen 19. Jahrhundert erneuert. Rund um die Kirche sind noch Reste der ehemaligen Klosteranlage erhalten.

Innenraum[Bearbeiten]

Hauptanziehungspunkt vieler Touristen und Kunstfreunde ist der berühmte Altar „Beweinung Christi“ von Tilman Riemenschneider aus den Jahren zwischen 1523 und 1526. Dieser Altar ist Riemenschneiders letztes Werk. Die Kreuzwegstationen stammen vom Münchner Kunstmaler Franz Krombach aus dem Jahr 1886.

Im Innenraum ist das (heute zugemauerte) Südportal zu sehen, durch das die Nonnen vom Klostergebäude her die Kirche betraten (der Boden der Kirche lag damals tiefer als der des heutigen Gottesdienstraumes). Die Chorschwestern gelangte durch diese Türe herein und begaben sich, von den übrigen Mitfeiernden streng getrennt, über eine (nicht mehr erhaltene Wendeltreppe in den Schwesternchor, der an der heutigen Empore begann. Unter dem Schwesternchor befand sich eine (nicht mehr erhaltene) Unterkirche, die wohl u.a. als Grablege diente.
Das ehemalige Südportal zeigt einen Engel mit zwei Flügeln, der in den Händen das Wappen der Zisterzienser hält: von rechts unten nach links oben einen geschachteten Schrägbalken, von links unten nach rechts oben einen Abts- bzw. Äbtissinnenstab.

Auf die strenge Trennung von Kloster und Außenwelt weist heute noch die Durchreiche hin, in der sich sonst eine Drehscheibe befand, mit deren Hilfe Waren und Geld ausgetauscht werden konnten. Damit blieb die Abgeschiedenheit von der Außenwelt im Kloster bewahrt, und es wurde trotzdem der Austausch von Waren ermöglicht, die für das Leben im Kloster unverzichtbar waren.

Kuratiegebiet[Bearbeiten]

Zum Seelsorgsgebiet gehört nur der Ortsteil Maidbronn. Die Kuratie gehört organisatorisch zur Pfarrei St. Peter und Paul (Rimpar).

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

PG Rimpar Logo.jpg

St. Afra ist Teil der Pfarreiengemeinschaft Gemeinsam unterwegs - St. Afra und St. Peter und Paul.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Klosterkirche St. Afra Maidbronn. Faltblatt der Pfarrgemeinde Maidbronn, Kulturausschuss, Juli 2016
  • Informationstafeln in der Klosterkirche
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Baudenkmäler in Rimpar, Nr. D-6-79-180-43

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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