Kleinschrod

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Kleinschrod

Die Würzburger Beamtenfamilie der Kleinschrod bzw. Kleinschroth (Schreibweise weicht je nach Religionszugehörigkeit oder Wohnsitz ab) wurde ab 1850 in den Ritterstand und 1859 in den erblichen Freiherrenstand erhoben.

Namensherkunft

Über die Deutung des Namens (die Schreibweise der Endung mit t, d, dt, th, tt wechselt willkürlich) sagt der Namensforscher Prof. Dr. L. Steinberger aus München: „Wie ich aus Heintze-Cascorbi, die deutschen Personennamen und aus E. Förstermann, Altdeutsches Namenbuch, entnehme, gibt es einen germanischen Personennamen Scrot oder Scroto, der mit althochdeutsch scrotan, mittelhochdeutsch schroten = hauen, schneiden zusammenhängt und anscheinend einen auf Kampf bezüglichen Ausdruck enthält. Ein solcher Scrot bzw. Scroto mag einen gleichnamigen jüngeren Bruder gehabt haben, der zum Unterschied von ihm der kleine Scrot bzw. Scroto genannt wurde. Dieser wäre dann der Ahnherr der Kleinschrod“.

Geschichte

In einer Urkunde vom 17. März 1340, in der der Würzburger Kanoniker Kraft von Speckfeld seinem Neffen Einkünfte vermacht, wird unter anderen auch schon ein Conradus dictus Kleinschrot de Erlach (Conrad genannt Kleinschrot aus Erlach) erwähnt. Dieses genannte Erlach bezeichnet die Wüstung zwischen Riedenheim, Gelchsheim und Sonderhofen. 1424 verkauft Ludwig von Hutten an den Ehrbaren Hannsen von Ehenheim genannt der Jüngere, seinen Hof in Pfahlenheim (heute Ortsteil von Hemmersheim an der Gollach) mit Namen, „wo der kleine Schrott uff sytzt“.

Von dort aus verbreitet sich die Familie in fast alle umliegenden Orte bis Rothenburg, Würzburg, Ochsenfurt. Von Gülchsheim aus verzweigt sich um 1700 eine Line u.a. nach Erlach, Lindflur, Fuchsstadt, Albertshausen, Gnodstadt, Herchsheim und Würzburg. Diese gehörten zum evangelischen Familienzweig, die nach der Reformation und Gegenreformation in der Markgrafschaft Ansbach gewesen sind. In den zum Fürstbistum Würzburg gehörenden Orten haben sich katholische Linien in Oellingen, Eichelsee, Hopferstadt, Tiefenthal, Zeubelried oder Riedenheim niedergelassen.

Ein starker katholischer Zweig ist seit 400 Jahren in Ochsenfurt ansässig und verbreitet sich von da aus auch nach Würzburg, wo Mitglieder nach dem Dreißigjährigen Krieg als fürstbischöfliche Beamte in Würzburg bzw. in würzburgischen Ämtern auftauchen. Deren Nachkommen studierten, wie die Universitätsmatrikel ausweisen, an der Universität Würzburg, in Bamberg und Göttingen.

Wappenblasonierung

Das Wappen zeigt auf blauem Grund beigefarben links eine aufgerichtete Armbrust und rechts ein Jagdhorn mit grünem Tragegurt. Die Helmzier besteht einem Jagdhorn mit grünem Tragegurt. Die Helmdecken sind blau-beige.

Familienmitglieder (Auszug)

Siehe auch

Weblinks