Hofspitalkirche

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Klassizistische Fassade der ehemaligen Hofspitalkirche

Die Hofspitalkirche war die Kirche des Spital zu den 14 Nothelfern im Mainviertel.

Geschichte[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Gotteshaus wurde als spätgotische Kirche des Hofspitals im Jahre 1496 begonnen und am 1. April 1498 von Fürstbischof Lorenz von Bibra geweiht. Das Spital wurde 1494 durch Johann von Allendorf gegründet, dem ersten Propst des Adeligen Säkularkanonikerstiftes St. Burkard und Kanzler des Hochstifts Würzburg. In der angrenzenden Spitalgasse ist hinter der Kirche noch der alte Zugang zum einstigen Spital in Form eines Torbogens mit Inschrift zu finden.

Neubau[Bearbeiten]

1793 wurde die alte, baufällig gewordene Kirche abgerissen und nach Plänen des fürstbischöflich-würzburgischen Hofarchitekten Adam Salentin Fischer ein Neubau im klassizistischen Stil errichtet. Die Altäre und Kanzel aus dem Jahre 1753 wurden durch die Vermittlung der Zisterzienserpatres vom Kloster Bronnbach, die damals von Allersheim aus die Seelsorge in Gützingen ausübten, nach Gützingen gebracht und dort in der neugebauten Kirche St. Andreas und Jakobus der Ältere aufgestellt. Den Innenraum der neu errichteten Hofspitalkirche gestaltete Heinrich Alois Geigel. [1] Der Neubau der Kirche war eine in ganz moderner Weise geplante und in zwei Bauabschnitten durchgeführte Baumaßnahme von hoher baukünstlerischer Qualität. An der Hofspitalkirche befand Würzburgs bedeutendste Fassade des reinen Klassizismus mit einem überhöhenden Dachreiter. Der Neubau wurde am 25. November 1794 durch Weihbischof Andreas Joseph Fahrmann geweiht.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die ehemalige Hofspitalkirche ist ein Saalbau mit Satteldach und fluchtendem gerade schließendem Chor, Putzmauerwerk mit gotisierenden Spitzbogenfenstern als Reminiszenz an den spätgotischen Vorgängerbau, Sandsteinfassade mit eingestelltem Säulenportikus auf die Alte Mainbrücke ausgerichtet, klassizistisch und gleichzeitig früher Historismus.

Ende als Gotteshaus[Bearbeiten]

Bevor der Innenraum der Kirche ein Opfer des Bombenangriffes auf Würzburg am 16. März 1945 wurde, hatte er schon 1934 Schaden erlitten. Bis dahin war er als einheitlicher im Stil der Erbauungszeit ausgestatteter Raum erhalten geblieben. Die Kirche hatte drei geweihte Altäre und alles passte im Stil zusammen. Plötzlich aber empfand man es als Fehler, dass das Riemenschneider-Relief schlecht sichtbar war. Um dies zu ändern, wurden zwei klassizistische Altäre vernichtet; für die in diese Altäre integrierten beiden älteren Figuren brach man Wandnischen, die heute noch sichtbar sind. Für das Relief der 14 Nothelfer wurde dann in Augenhöhe eine eigene Nische, wo das Relief lange Zeit auf dem Altar gestanden hatte.

Heute befindet sich das Vierzehn-Nothelfer-Relief aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders im Mainfränkischen Museum.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Heute nutzt die profanierte Kirche die Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens als Spitäle als Ausstellungsraum.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Ragaller: Zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Würzburg, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. v. Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 353-373, S. 353