St. Andreas und St. Jakobus der Ältere (Gützingen)

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Katholische Kuratie St. Andreas und St. Jakobus in Gützingen
Chorturm von St. Andreas und St. Jakobus d.Ä.

Die Kuratie St. Andreas und St. Jakobus im Büttharder Ortsteil Gützingen liegt oberhalb der Kreisstraße WÜ 35 am Kirchplatz in der Ortsmitte.

Patrozinium[Bearbeiten]

Die Filialkirche verfügt über ein Doppelpatronat:

  1. Erster Kirchenheiliger ist der Hl. Andreas (* in Bethsaida oder in Kafarnaum,† 30. November 60 (?) in Patras). Er war Apostel Jesu und starb als Märtyrer. Er war Bruder des Simon Petrus und wie dieser von Beruf Fischer (Markusevangelium 1, 16).
  2. Zweiter Kirchenheiliger ist Jakobus der Ältere (* am See Gennesaret in Galiläa, dem heutigem Jam Kinneret in Israel, † um Ostern 43 in Jerusalem in Judäa, heute in Israel), Apostel Jesu und Märtyrer, älterer Bruder des Jüngers Johannes; beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Patrozinium ist am 25. Juli.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Pfarrei Allersheim betreute die Filialen Herchsheim, Gaubüttelbrunn und Gützingen. Herchsheim wurde 1321 zur selbständigen Pfarrei erhoben, 1448 Gaubüttelbrunn. So verblieb Gützingen als Kuratie der Pfarrei St. Walburga und St. Georg (Allersheim). Die heutige Chorturmkirche ist ein Saalbau mit eingezogenem Chor und östlichem Chorturm mit Zwiebelhaube und wurde 1792 gebaut. Vorher stand schon an dieser Stelle eine gotische Kirche, von der noch der Rest des Sakramentsaltares erhalten ist und in die Außenmauer des Kirchturmes eingefügt wurde. Auf diesem Reliefbild erkennt man das Angesicht Christi im Schweißtuch der Veronika.

1897 wurde die Kaplanei Gützingen selbständig mit einem Lokalkaplan. 1910 wurde die neue Sakristei gebaut und 1915 die Orgel angeschafft. Unter Pfarrer Anton Keller aus Gaubüttelbrunn fand 1978/79 eine grundlegende Renovierung der Kirche statt.

Inneneinrichtung[Bearbeiten]

Der Hochaltar, die beiden Seitenaltäre und die Kanzel wurden 1753 unter der Regierung des Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenclau-Vollraths geschaffen, der von 1749 bis 1754 regierte. Sein Wappen schmückt den Hochaltar. Die Altäre und Kanzel standen einst in der Hofspitalkirche in Würzburg. Da die Hofspitalkirche baufällig war, wurde sie in den Jahren 1793/94 neu gebaut. Die Altäre und Kanzel wurden durch die Vermittlung der Zisterzienserpatres vom Kloster Bronnbach, die damals von Allersheim aus die Seelsorge in Gützingen ausübten, nach Gützingen gebracht und in der neugebauten Kirche aufgestellt.

Das Hochaltarblatt „Vierzehnheiligen“ trägt die Inschrift „Oswald Onghers fecit 1682“ und war für den schon 1682 errichteten Hochaltar in der Hofspitalkirche geschaffen worden. 1753 wurde es in den damals neuen Altaraufbau übernommen und kam dann 1793 nach Gützingen. Der rechte Seitenaltar in Gützingen ist geschmückt mit einem Altarblatt des hl. Leonhard, des hl. Andreas und des jugendlichen Johannes, des Täufers. Den linken Seitenaltar ziert ein Bild der hl. Anna und der Mutter Gottes.

Die am Chorbogen stuckierte und von Putten gehaltene Vorhangimitation ist eine Arbeit aus dem Spätrokoko. Ebenfalls aus dem Spätrokoko stammen die Stuckumrahmungen der Deckengemälde im Kirchenschiff und im Chor, sowie an der Brüstung der Empore und an den vierzehn Kreuzwegstationen.

Besondere Beachtung verdienen auch die frühgotische Sebastian-Statue, die Statuen der Orts- und Kirchenpatron Andreas und Jakobus sowie die vier Evangelisten an der Kanzel und die Barockstatuen der Mutter Gottes und des hl. Wendelinus.

Die Orgel wurde 1915 als pneumatisches Werk von der königlich-bayerischen Hoforgelfabrik Steinmeyer & Co. Oettingen/Bayern gebaut. Sie besteht aus 2 Manualen und Pedal, mit insgesamt 9 Registern und einem abgeschwächten Register im Pedal. Die Orgel besteht aus 581 Pfeifen aus Metall und Holz. Am Prospekt ist nur klassizistisches Schnitzwerk angebracht, bestehend aus Ovalen, Lorbeerfestons und Medaillons. Der Prospekt könnte in die Zeit um 1792 datiert werden, als die Kirche erbaut wurde und mit einer Orgel das Firma Ehrlich aus Mergentheim ausgestattet war. 1995 wurde sie von der Firma Weiß aus Zellingen renoviert.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Wegkapelle[Bearbeiten]

Wegkapelle

Am Ortsrand von Gützingen befindet sich an der Kreisstraße WÜ 35 an der Einmündung zum Ort eine Wegkapelle aus dem Jahre 1958.

Pfarreigebiet[Bearbeiten]

Die Kuratie ist zuständig für die Katholiken in der Gemarkung Gützingen.

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Die Kuratie St. Andreas und St. Jakobus gehört heute zur Pfarreiengemeinschaft Giebelstadt–Bütthard.

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Mit freundlicher Unterstützung von Frau Friederike Langeworth, M.A., Archivpflegerin Markt Giebelstadt

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …