Conrad Ludwig Gallus Hermes

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Conrad Ludwig Gallus Hermes (* 6. April 1728 in Hildburghausen [1]; † 1784 in Frickenhausen) war ein Bildhauer des Barock in Franken.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ludwig Hermes war 1750 Geselle der Witwe des Ochsenfurter Bildhauers Leopold Kurzhammer, der 1749 gestorben war. Hermes wird ausdrücklich als Schöpfer der Statue des „Gegeißelten Heilands“ in der Wallfahrtskirche St. Johannes Nepomuk in Gelchsheim erwähnt. [2] Er führte die Werkstatt Kurzhammers weiter, die vor allem im Ochsenfurter Gau Aufträge erhielt. Bereits 1752 ist er allerdings nicht mehr in Ochsenfurt tätig, da sich am 8. Mai des gleichen Jahres der Auber Bildhauer Johann Michael Joseph Auwera um die Aufnahme als Bürger in die Stadt beworben hatte. Ludwig Hermes versucht dies aufgrund seiner anstehenden Verehelichung erst im Jahre 1756. Der Bescheid, den er auf den Nachweis seiner Vermögensverhältnisse [3] vom Ochsenfurter Stadtmagistrat erhält, ist abschlägig-hinhaltend: „Er solle sich noch einige Zeit gedulden und das weitere gewärtigen.“ [4]

Kurze Zeit später, am 20. Februar 1756, heiratete Hermes in aller Heimlichkeit Elisabeth Reinfelder, die Tochter des Dettelbacher Bürgers Thomas Reinfelder, in der Dettelbacher Pfarrkirche. [5] Da der in Dettelbach ansässige Bildhauer Michael Becker befürchtete, Hermes würde sich nach seinem ablehnenden Bescheid in Ochsenfurt, nun in Dettelbach niederlassen, versuchte er die Heirat über eine Beschwerde bei der Magistratsbehörde zu verhindern. [6] [7]

Ludwig Hermes wurde am 25. Februar 1762 als Bürger in Frickenhausen aufgenommen, wo er wahrscheinlich, wie häufig üblich, mehrere Jahre zuvor schon als nicht Einheimischer wohnhaft war.

Das Bildhauergewerbe von Ludwig Hermes ist im Steuerbuch von Frickenhausen nur mit dem geringen Betrag von 20 fl veranschlagt [8], was bedeutet, dass eine weitere Erwerbsquelle nötig war. Hermes lebte mit Sicherheit zum Teil als Häcker von der Bewirtschaftung seiner Weinberge.

Ludwig Hermes verstarb 1784 an „bösem Fieber“ in geringen Verhältnissen, denn die drei Messen für seine Seelenruhe wurden wie für einen Armen ohne Orgelbegleitung gelesen. [1]

Werke (Auszug)[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band 2, Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, S. 265 ff.

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Pfarrarchiv Frickenhausen, Sterbematrikel 1773 und 1784; Taufmatrikel 1780, 21. April, Nennung der 2. Ehefrau anlässlich der Taufe des Sohnes Joh. Georg Lothar Hermes.
  2. Hauptstaatsarchiv München, Abt. I Deutscher Orden 2689
  3. Zum Nachweis seiner Vermögensverhältnisse führte Ludwig Hermes an, dass „Er 180 fl fr. in der fembde Erspahret.“
  4. Stadtarchiv Ochsenfurt, Receßprotokoll, fol. 915
  5. Pfarrarchiv Dettelbach, Matrikel Trauungen 1756
  6. Stadtarchiv Dettelbach, Ratsprotokoll D II/32, fol. 119 ff.
  7. Siehe hierzu: Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, S. 268, Anmerkung 5
  8. Gemeindearchiv Frickenhausen, Ratsprotokolle 1755-63, fol. 405; Steuerbuch Nr. 6, fol. 330, 423