Marktplatz

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Marktplatz  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070


Unterer Markt mit Obelisk
Oberer Markt mit Marienkapelle

Der Marktplatz von Würzburg ist ein Platz an der Marienkapelle in der Altstadt mit regelmäßigen Märkten und Festen / Veranstaltungen. Er gliedert sich in den Oberen Markt (östlich, am Falkenhaus) und den Unteren Markt (südwestlich, mit Obeliskbrunnen). Nördlich von der Marienkapelle liegt, nur durch eine schmalen Durchgang getrennt, der Marienplatz.

Von Juni 2007 bis Ende 2008 wurde der untere Marktplatz für 6,8 Millionen Euro saniert. Dabei wurde die Ein- und Ausfahrt zur Marktgarage geschlossen, die entsprechende Zufahrtsstraße gesperrt und die Oberfläche neu gepflastert. Auch einige neue Sitzgelegenheiten wurden eingerichtet. Trotz des gleichzeitigen Baus des Petrini-Hauses ist der Markt aufgrund der Umgestaltung etwa um 1.000 Quadratmeter „gewachsen“.

Am Marktplatz befinden sich auch das Falkenhaus und das 2008 errichtete Petrini-Haus (Forum) sowie viele Geschäfte und Cafés.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Ab dem 9. Jahrhundert gab es einen periodischen Fernhandelsmarkt in Würzburg. Dafür erteilt König Ludwig der Fromme zwischen 814 und 832 das Zollrecht (inkl. Marktzoll). Der Makt befand sich an der Bischofskirche und dem Bischofshof. 918 wird das Zollprivileg für den Markt von König Konrad dem Jüngeren erneuert, ebenso wie von König Heinrich I.
  • 1030 wird das Zollrecht an den Bischof übergeben. Von nun an findet der Markt täglich statt.
  • Ab Mitte des 11. Jahrhunderts wird auf der neu entstandenen Straße zum Dom der Markt abgehalten.
  • Mit der neu errichteten Mainbrücke wird um 1133 auch die Marktstraße (heute Domstraße) erneuert.
  • Vor dem Dom (östliche Domstraße) wird ab 1328 jährlich am 19. Oktober ein Jahrmarkt veranstaltet.
  • 1342: Eingeführter Wein darf nur auf dem Markt verkauft werden. Außerdem wurden weitere Beschränkungen und Steuern erhoben, um den lokalen Wein zu fördern.
  • Als die Juden für die Pest verantwortlich gemacht wurden, wurde das jüdische Viertel am heutigen Marktplatz und der Marienkapelle 1349 teilweise zerstört. An dieser Stelle werden um 1434 weitere Gebäude abgerissen um den Platz zu vergrößern und dort Turniere abzuhalten. Das Areal war bis dahin recht heruntergekommen und es dauerte lange ihn von Schutt zu befreien.
  • 1381 wurde die Fronleichnamsprozession in Würzburg eingeführt und verlief vom Dom über die damalige Marktstraße Richtung Main.
  • Am 12. Januar 1479 findet ein Ritterturnier auf dem Judenplatz (heutiger Unterer Markt) statt. Dazu musste das Gebiet zuvor eingeebnet werden. Im gleichen Jahr wird auch die dortige Marienkapelle fertiggestellt.
  • 1484 findet ein weiteres Turnier statt.
  • Gegen Ende des 15. Jahrhunderts werden immer mehr Lebensmittel an diesem Platz angeboten. Vor allem Erzeugnisse des Garten- und Feldbaus, wodurch der Name Bauernmarkt oder Grüner Markt entstand.
  • Auf dem Judenplatz findet der Viehmarkt statt. Kranke Tiere müssen ab 1585 am Main verkauft werden.
  • 1670 wird auf der Ostseite des Unteren Markts der Antonio-Petrini-Komplex des Dietricher Spitals erbaut.
  • 1685 wird das ursprüngliche Petrini-Haus erbaut.
  • 1697 wurde der Markt gepflastert.
  • 1727 wird am Oberen Markt der Balthasar-Neumann-Komplex des Dietricher Spitals erbaut.
  • Von 1739 bis 1745 ließ Friedrich von Schönborn den Marktplatz erneuern. 1738 wurde schon das neue Kaufhaus am Markt errichtet.
  • 1751 erhält das Haus zum Falken seine ornamentierte Rokoko-Fassade.
  • 1805 wird der Marktbrunnen (mit Obelisk) aufgestellt. Die Reliefs folgen 1808 und werden 1881 erneuert.
  • 1824 wird die Klosterkirche St. Barbara abgerissen, um einen Durchgang (heute Rückermainstraße) zwischen Fischmarkt und Grünem Markt (Unterer Marktplatz) zu schaffen.
  • 1895/96 wird das Hôtel de Wurttemberg am Oberen Markt zur Straßenverbreiterung der Sandgasse (heute: Schönbornstraße) abgerissen.
  • Bist 1900 fand hier der „Christmarkt” statt bevor er zeitweise in die Juliuspromenade verlegt wurde.
  • In den 1960ern entstanden unter dem Marktplatz die Marktgaragen.
  • In den 1970ern entstand am Unteren Markt eine Zufahrt zur Marktgarage (Tiefgaragenspindel).
  • Am 15. März 1972 wurde der neugestaltete Marktplatz „wieder seiner Bestimmung übergeben“. [1]

Sanierung (ab 2000)[Bearbeiten]

  • 2000 wurde der östliche Teil des Unteren Markt neu gestaltet und dabei den Marktständen ein markantes Glasdach spendiert. Der restliche Markt wurde vorerst wegen Geldmangel nicht saniert.
  • 2003 beschloss der Stadtrat einen Teil des westlichen Marktes zu verkaufen, so dass dort ein Gebäude entsteht wie es auch schon vor 1945 der Fall war.
  • Den Zuschlag für das Grundstück bekam die VR-Bank für 2,5 Millionen Euro. Dieses Geld wurde für die Neugestaltung des Marktes verwendet. Außerdem folgten noch 3,2 Millionen Euro aus der Städtebauförderung, 700.000 Euro durch die WVV, den Rest zahlte die Stadt.
  • Von Juni 2007 bis Ende 2008 wurde der westliche Teil des Unteren Marktes für 6,8 Millionen Euro saniert. Dabei wurde die untere Zufahrt zur Marktgarage in die Karmelitenstraße verlegt und das Petrini-Haus eröffnet. Insgesamt wurde die Fläche des Markt um etwa 1000 Quadratmeter erweitert.
  • Im Zuge der Verlegung der oberen Marktgaragenzufahrt von der Eichhornstraße zum Hof Emeringen in die Martinstraße wurde zur barrierefreien Erschließung der Tiefgarage ein zusätzlicher Treppenzugang und ein Aufzug in gläserner Umfassung am oberen Markt errichtet und Anfang 2014 fertiggestellt. Der Häckerbrunnen wurde dafür etwas versetzt und im Sommer 2014 wieder an die Wasserversorgung angeschlossen. Es gab Planungen, bei den Bauarbeiten gleich die gesamte Möblierung des oberen Marktes neu zu gestalten [2]. Die 1985 entstandenen Sitzrondelle („Sitzwarzen“) sollten durch abbaubare Sitzgelegenheiten ersetzt werden, um in der Platzbelegung bei Märkten und Veranstaltungen flexibler zu sein. Jedoch wurden die Planungen vom Stadtrat dann auf unbestimmte Zeit verschoben. In den nächsten Jahren steht ohnehin die Sanierung der Tiefgaragendecke im Bereich des oberen Markts an. Die Platzgestaltung wird wohl erst nach dieser Maßnahme verändert. [3]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Lage, Verkehr, Parken[Bearbeiten]

Märkte und Verkaufsmessen[Bearbeiten]

Feste Verkaufsstände (Unterer Markt)

Jährliche Veranstaltungen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

(im Uhrzeigersinn ab dem Falkenhaus)

Oberer Markt:

Unterer Markt:

Läden an der Marienkapelle:

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Webcam[Bearbeiten]

  • Webcam-Bilder vom Oberen- und Unteren Markt (Aktualisierung alle 60 Sekunden)

Stolpersteine[Bearbeiten]

Am Marktplatz wurden die folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Marktplatz 3 Für Theobald Drechsler / Nach kurzem Aufenthalt in der Kreis-, Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen kam er mit dem T4 („Erwachseneneuthanasie“) [1] - Transport Nummer 4 am 27. Juni 1941 in die Tötungsanstalt Hartheim/Linz und wurde vermutlich noch am Tag seiner Ankunft getötet. 2016

Siehe auch[Bearbeiten]

Fernsehbeitrag[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruno Rottenbach: Es ist ein hartes Handwerk, eine schöne Frau zu sein. Das Bild des heutigen Würzburg nach dem Wiederaufbau - Die Europastadt öffnet sich zum Main. In: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 263-280; S. 266 (zitiert)
  2. Main-Post: „Oberer Marktplatz: Neues Gesicht ohne Sitzwarzen“ (26. Februar 2013)
  3. Main-Post: „Ruhevariante“ für den oberen Markt“ (23. Oktober 2013)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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