Kilian Müller

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Kilian Müller

Kilian Müller (* 2. November 1897 in Wolkshausen; † unbekannt) war von 1935 bis April 1945 Bürgermeister Wolkshausen von Wolkshausen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jugend und Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Kilian Müller wurde als Sohn der Landwirtseheleute Sebastian Müller und Margarete Leuchs in Wolkshausen im Haus Nr. 9 geboren. Er erlernte den Beruf des Landwirts am elterlichen Hof.

Am 13. Juni 1916 rückte er als Wehrpflichtiger zum Ersatzbataillon des 22. Bayerischen Infanterieregiments in Landau/Pfalz ein. Nach erfolgter Grundausbildung wurde Müller zu einem Maschinengewehrlehrgang geschickt, welchen er im April 1917 erfolgreich abschloss. Anschließend versetzte man ihn zur 2. Maschinengewehr-Kompanie des 23. Bayerischen Infanterieregiments an die Westfront. Dort machte er die Kämpfe im Wytschaetebogen und in Flandern mit. Anschließend lag die Einheit vor Verdun und Lothringen. Im Frühjahr 1918 nahm Müller als MG-Schütze an der deutschen Frühjahrsoffensive teil.

Während der Kämpfe an der Matz wurde er am 12. Juni 1918 durch Artilleriegeschosssplitter an Kopf, Wange und an der linken Hand verwundet. Die Verwundung war so schwer, dass ihm die linke Hand abgenommen werden musste. Noch im Lazarett wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Zur Genesung verlegte man ihn ins Reservelazarett Glauchau, wo er das Kriegsende erlebte. Am 25. Mai 1919 wurde er mit Versorgung für seine Kriegsbeschädigung aus der Armee entlassen und kehrte auf den Hof nach Wolkshausen zurück. Am 25. April 1921 heiratete er Sabina Lanny aus Waldbrunn und bewirtschaftete weiter den Hof.

Politische Entwicklung[Bearbeiten]

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten trat Kilian Müller am 1. Mai 1933 unter der Mitgliedsnummer 2676903 in die NSDAP ein und begründete zusammen mit anderen örtlichen Landwirten und Handwerkern die NSDAP-Zelle Wolkshausen, welche zur Ortsgruppe Gaukönigshofen gehörte. Als Kriegsversehrter trat er auch der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung (NSKOV) [1] sowie dem Reichsluftschutzbund (RLB) [2] und der Nationalsozialistische Volkswohlfahr (NSV) [3] bei.

Bürgermeister von Wolkshausen[Bearbeiten]

Am 10. September 1933 wurde er in den Gemeinderat bestimmt und nach dem freiwilligen Ausscheiden von Franz Mall am 23. August 1935 neben den NSDAP-Mitgliedern Adam Bullinger und Alfons Korbmann, als einer von drei Vorschlägen des Beauftragten der NSDAP Josef Pappenberger zur 1. Bürgermeisterwahl gestellt. Er wurde zum 1. Bürgermeister gewählt und übernahm, mit dem, durch die Umsetzung der Deutschen Gemeindeordnung von 9 auf 6 Gemeinderäten verschmälerten Gemeinderat, die Amtsgeschäfte.

In seiner Amtszeit wurde im Frühjahr 1936 eine Motorspritze für die Freiwillige Feuerwehr Wolkshausen angeschafft. Weiterhin erließ er eine neue Ortspolizeivorschrift. Am 26. Februar 1936 wurde eine Grenzänderung der Gemarkung und Angleichung an die Grenzen der politischen Gemeinde beschlossen, um die durch Flurbereinigungen erfolgten Grenzverschiebungen gegenüber Herchsheim, Giebelstadt, Sächsenheim, Euerhausen, Acholshausen und Rittershausen zu im Kataster zu erfassen. Außerdem wurde die Errichtung eines Kriegerdenkmals in der Sebastianikapelle ausgeführt. 1938 führte die Gemeinde Wolkshausen ein achtes Volksschuljahr ein. Für die örtlichen Mitglieder der Hitlerjugend wurde zudem die Anlage eines Sportplatzes ausgeführt sowie ein HJ-Heim im Gemeindehaus eingerichtet.

Während des Krieges musste Bürgermeister Müller sich um die Unterbringung von Evakuierten aus dem Rheinland kümmern, die Anträge für den Familienunterhalt der Angehörigen eingezogener Soldaten prüfen sowie die finanzielle Belastung der Gemeinde durch den Krieg abmildern.

Zeit nach 1945[Bearbeiten]

Mit dem Einmarsch der Amerikaner am 1. April 1945 wurde Müller als politischer Leiter inhaftiert. Im Entnazifizierungsprozess 1946 wurde er trotz des Verdachts einer 1936 erfolgten Denunziation bei der Gestapo als Mitläufer eingestuft, da ihm nur eine nominelle Mitgliedschaft im Nationalsozialismus nachgewiesen werden konnte und seine Kriegsdienstbeschädigung zu seinen Gunsten ausgelegt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Erläuterungen und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung (NSKOV) war eine der NSDAP angeschlossene Wohlfahrtseinrichtung für Schwerkriegsbeschädigte und Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Der Reichsluftschutzbund (RLB) war ein öffentlicher Verband für den deutschen Luftschutz in der Zeit des Nationalsozialismus. Weitere Informationen bei Wikipedia [2].
  3. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) wurde am 18. April 1932 durch die Nationalsozialisten als eingetragener Verein gegründet und am 3. Mai 1933, nur wenige Monate nach der Machtergreifung, zur Parteiorganisation der NSDAP erhoben. Weitere Informationen bei Wikipedia [3].