Kapuzinerstraße

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Kapuzinerstraße  

Stadtbezirk: Altstadt/Haug
Postleitzahl: 97070

Seniorenheim Hueberspflege in der Kapuzinerstraße 4
Julianum in der Kapuzinerstraße 6

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Kapuzinerstraße (früher: Kapuzinergasse) in der Würzburger Altstadt schließt nordöstlich an die Balthasar-Neumann-Promenade an und führt in einem leichten Bogen zum Rennweger Ring.

Namensgeber[Bearbeiten]

Früher trug der Straßenbereich ab der Wolframgasse stadtauswärts den Namen Kartäusergasse. Bereits 1348 hatte sich die Kartause Engelgarten in Würzburg angesiedelt. Das Gelände der Kartause erstreckte sich etwa zwischen der heutigen Kapuziner- und Ludwigstraße und dem Rennweger Ring. Der hinterste Teil der Straße hieß einst Wallgasse, da die Straße an den Wällen der barocken Stadtbefestigung abschloss.

Namensgeber der Kapuzinerstraße war das Kapuzinerkloster St. Kilian und St. Franziskus, welches seit Julius Echters Regierungszeit im vorderen Bereich der Straße angesiedelt war. Dieses wurde ebenso wie die Kartause im Zuge der Säkularisation aufgelöst, die zugehörigen Gebäude verkauft oder abgebrochen. [1]

Historische Gebäude[Bearbeiten]

  • An der Ecke Theaterstraße und Kapuzinerstraße befand sich einst der Von-Sandsche-Hof, ein frühbarockes Bürgerhaus. Die nach dem 2. Weltkrieg verbliebene Ruine wurde 1952 entfernt.
  • Das Anwesen Kapuzinerstraße 2-4 wurde ursprünglich durch Balthasar Neumann errichtet. Als großzügiges eigenes Wohnhaus geplant, tauschte er die Gebäude dann gegen den Huttenschen Hof in der Franziskanergasse und ließ sich dort nieder.
    • Haus Nummer 2 ist daher auch als Hutten-Hof bekannt. Heute beherbergt dieses Gebäude die Rotkreuzklinik. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude bis 1950 wieder errichtet. Der Fassadenschmuck erinnert an den barocken Baustil des früheren Bauwerks. Im Garten befindet sich ein barocker Brunnen mit einem Bären und einem Löwen, den Wappentieren derer von Hutten. Links und rechts vom Brunnen befinden sich schmiedeeiserne Tore zwischen kräftigen Torpfeilern, die jeweils eine Kugel als Abschluss haben. Diese Brunnen-Tor-Anlage wurde schon frühzeitig unter Denkmalschutz gestellt [2].
    • Haus Nummer 4, auch unter den Bezeichnungen Zobel'scher Hof bzw. Hueberspflege bekannt, beherbergt heute eine Einrichtung des Bürgerspitals. Die Hueberspflege (ehemals Hospital zum heiligen Joseph) wurde 1794 als Stiftung des Stadtrates Adam Josef Hueber für arme, ledige, dienstunfähige Mägde gegründet. Bereits 1796 bezog das Stift hier den Von-Zobelschen-Hof. Die Gebäude wurden beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstört und standen dann zunächst leer. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1956. Das Relief über dem klassizistischen Portal erinnert an den Stifter.
  • Oegg-Haus bzw. Hof Bentheim, Kapuzinerstraße 3
  • Kapuzinerstraße 6: „Julianum“. 1607 durch Julius Echter von Mespelbrunn als „Seminarium Nobilium“ gegründet, wurde es nach der Säkularisation unter der Bezeichnung „Königlich Adeliges Julianeum“ durch König Ludwig II. von Bayern wieder belebt. Zu dieser Zeit wurden auch die Räumlichkeiten im Gerhardschen Hof in der Kapuzinerstraße bezogen. Es war ein hoch angesehenes Erziehungsinstitut für den adelige Nachwuchs. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Seminar auch für bürgerliche Schüler geöffnet. Das kriegszerstörte Gebäude wurde bis 1954 in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung wieder errichtet. Heute ist das Julianum Studienseminar, Internat und Tagesheim für Schülerinnen und Schüler.
  • In der Kapuzinerstraße 8 war früher die Karthaus-Kaserne. [3]
  • In der Kapuzinerstraße 25 befand sich im 19. Jahrhundert die Brauerei zum Kartäuser.
  • Originalgetreu wiedererrichtet wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Karthäusermühle der ehemaligen Kartause Engelgarten mit seinem Spätrenaissancegiebel. Es befindet sich in der Kapuzinerstraße 31 (Ecke Eichstraße).

Einrichtungen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Residenzplatz, Handwerkskammer


Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Kapuzinerstraße wurden folgende Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Kapuzinerstraße 21 Für Raphael und Laura Frankenfelder / Am 27. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und vermutlich dort oder in der Nähe im Winter 1941/42 ermordet. 2018
Kapuzinerstraße 21 Für Emma Goldstein / deportiert am 25. April 1942 nach Izbica, ermordet in Izbica 2010
Kapuzinerstraße 21 Für Jenny Hausmann / deportiert am 25. April 1942 nach Izbica, ermordet vermutlich in Izbica 2010
Kapuzinerstraße 21 Für Eva Thalheimer / deportiert am 23. September 1942 nach Theresienstadt, weiter deportiert am 22. Oktober 1942 nach Treblinka, ermordet in Treblinka 2010
Kapuzinerstraße 21a Für Bertha Löbmann / deportiert am 18. August 1942 von Frankfurt a. M. nach Theresienstadt, dort am 5. Novembr 1942 ermordet 2012

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 211
  2. Gärten und Grünanlagen in Würzburg - Ihre Entwicklung und Bedeutung, Ausstellungskatalog einer gleichnamigen Ausstellung des Staatsarchivs Würzburg und des Stadtarchivs Würzburg anläßlich der Landesgartenschau Würzburg 1990, Bonitas Bauer, Würzburg 1990, S. 199 ff., ISBN 3-921635-15-2
  3. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 13 und 36 („Gardistenbau-Kaserne“)

Quellen[Bearbeiten]

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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