Julianum

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Hauptgebäude von der Ecke Kapuzinerstraße/Hofstallstraße her gesehen
Gartenansicht des Julianums
Julianum Gartenseite (vor 1880)

Das Julianum ist ein Studienseminar, Internat und Tagesheim für Schüler und Schülerinnen ab der 4. Klasse. Es befindet sich in der Kapuzinerstraße 6 (ehemaliger Gerhardscher Hof).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Einrichtung geht auf das 1607 durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gegründete „Seminarium Nobilium“ zurück. König Ludwig II. von Bayern ließ es 1880 unter dem Namen „Königlich adeliges Julianum" wieder eröffnen. Heute wird das Studienseminar von der Stiftung Studienseminar Julianum betrieben. Stiftungs- und Seminardirektor ist seit 1990 Martin Adler.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das ehemalige Hofbeamtenwohnhaus ist ein dreigeschossiger Dreiflügelbau mit Mansardwalmdach, Putzmauerwerk mit sparsamer Werksteingliederung aus dem Jahr 1726 im Stil des Barock. Zugehörig ist eine Hofmauer mit zwei Rustikatoren aus Sandstein aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1952-54.

Internat und Tagesheim[Bearbeiten]

Im Julianum können Mädchen und Jungen ab der vierten Klasse aufgenommen werden. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis ca. 20 Jahren besuchen Würzburger Mittel- und Realschulen, Gymnasien oder Berufsfachschulen. Darüber hinaus gibt es Studentenzimmer. Das Julianum setzt sich zum Ziel, die gesamte Persönlichkeit eines jeden Schülers und jeder Schülerin gezielt zu fördern. Neben dem Erlernen der Arbeitsfähigkeit und der Einübung des Zusammenlebens in einer Gruppe Gleichaltriger stehen sozialer Einsatz, die Entwicklung religiöser Werthaltung und die Ausbildung individueller Fähigkeiten im Mittelpunkt des Erziehungskonzepts[1].

Geschichte des Julianums[Bearbeiten]

  • 1607: Fürstbischof Julius Echter unterzeichnet den Stiftungsbrief für das „Seminarium Nobilium“. Das Seminar wird zunächst in der Alten Universität untergebracht und von Jesuiten geleitet. Zielgruppe waren junge Männer aus Würzburger und fränkischen Adelsfamilien.
  • 1631: Im Dreißigjährigen Krieg werden die Seminarien durch König Gustav II. Adolf von Schweden geschlossen.
  • 1726: Auf Grund des gesunkenen Kapitalstocks werden neben Freizöglingen auch Konviktoren aufgenommen.
  • Ab 1747 wirkt Balthasar Neumann als Lehrer für Militärarchitektur am adeligen Seminar.
  • 1803: Auflösung des adeligen Seminars und Umwandlung in einen Stipendienfonds.
  • 1880: Wiedererrichtung des adeligen Seminars durch König Ludwig II. von Bayern unter dem Namen „Königliches adeliges Julianeum“. Eröffnung im Oktober mit 13 Zöglingen. Sie besuchen das Alte Gymnasium und erhalten zusätzlich Unterricht in Fechten, Tanzen, Musik und modernen Fremdsprachen. Im gleichen Jahr wird das Anwesen Kapuzinerstraße 6 erworben.
  • Ab 1886 besuchen die Zöglinge das Königliche Neue Gymnasium (heute Riemenschneider-Gymnasium).
  • 1908 Zukauf des Anwesens Gardistenstraße 3 und 5.
  • 1918/19: Abnahme der Zahl der adeligen Zöglinge, Verschlechterung der finanziellen Situation des Seminars. Erstmals werden nun auch bürgerliche Schüler aufgenommen.
  • 1937: Alle geistlichen Direktoren der staatlich beaufsichtigten Internate werden durch die Nationalsozialisten entlassen, das trifft auch das Julianum. Die Leitung wechselt in den Folgejahren mehrfach.
  • 1945: Der Heimbetrieb wird eingestellt. Zerstörung von Gebäude, Einrichtung, Archiv und Bibliothek beim Bombenangriff am 16. März..
  • 1950: Wiederaufnahme des Betriebs. Zunächst auf dem Areal des Augustinerklosters, dann im Anwesen Friedenstraße 3.
  • 1952: Wiederaufbau des Hauptgebäudes Kapuzinerstraße 6 unter Leitung des Regierungsbaumeisters Hubert Groß in Anlehnung an die historischen Pläne.
  • 1953: Einzug mit 54 Schülern.
  • 1954: 4. Februar: Einweihung des neuen Hauses durch Bischof Julius Döpfner.
  • 1960: Erstmals werden auch Tagesheimschüler aufgenommen.
  • 1967/68: Ein Erweiterungsbau wird entlang der Kapuzinerstraße errichtet.
  • 1971: Mit Dr. Werner Neubig wird erstmals ein Laie zum Seminardirektur bestellt. Der Erziehungsstil in der Einrichtung ändert sich. Eigeninistiative und Selbstverantwortung der Schüler werden gestärkt.
  • 1974: Zu Internat und Tagesheim tritt der Zweig der Hausaufgabenhilfe.
  • 1978: Die Turnhalle und Studierräume für Tagesschüler werden fertiggestellt.
  • 1983: Die Öffnung des Julianums für Mädchen wird beschlossen.
  • 2007: Feier des 400. Gründungsjubiläums. [2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Festschrift 400 Jahre Studienseminar Julianum 1607-2007. Hrsg.: Stiftung Studienseminar Julianum. Würzburg, 2007
  • Friedrich K. Hümmer: Das von Fürstbischof Julius gestiftete Seminarium nobilium (K. Adelige Julianum) zu Würzburg. Jubiläums-Festgabe. Würzburg, 1905 (UB 20/NZ 97959 H887)

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage Julianum: Konzept
  2. Festschrift 400 Jahre Studienseminar Julianum 1607-2007. S. 14-22

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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