Jagdschloss Mädelhofen

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Fundamentreste des ehemaligen Jagdschlosses Mädelhofen
Luftbild der Fundamentreste aus nordwestlicher Richtung
Luftbild der Fundamentreste (Draufsicht)
Modell des Jagdhauses Mädelhofen (1994) nach den Plänen von Balthasar Neumann (talseitige Ansicht)

Das Jagdschloss Mädelhofen sollte als Fürstbischöfliches Jagdhaus erstellt werden, es wurde jedoch niemals fertig gebaut.

Lage und Erreichbarkeit

Die Fundamentreste des ehemaligen Jagdschlosses befindet sich in der Gemarkung von Waldbrunn am westlichen Rand der Flurlage Brunnrain ca. 1,5 km südöstlich von Mädelhofen und sind über den Aalbach-Radweg zu erreichen. Von Waldbüttelbrunn kommend, zweigt ca. 270 m nach Überquerung der Kreisstraße WÜ 12 links der Weg zur Jagdschloss-Ruine ab.

Geschichte

Südöstlich von Mädelhofen nahe der heutigen Anschlussstelle Helmstadt der Bundesautobahn 3 bzw. Bundesstraße 468 sollte das Jagdschloss Mädelhofen entstehen. Rechnungen der Hofkammer [1] zufolge wurde das Land für den Bau des Jagdschlosses vom Kloster Oberzell gekauft. Von der Bekanntgabe am 22. April 1724 bis zum Baubeginn am 19. Juni entwarf Hofbaumeister Balthasar Neumann für den Würzburger Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn Pläne für eine Architektur, die vor allen Einflüsse seiner im Jahr zuvor getätigten Reise nach Paris zeigen: zentrales Treppenhaus und gegenüberliegender Hauptsaal. Das Bauholz transportierte man vom eigenen Guttenberger Forst an, da das Holz hier billiger zu erstehen war als vom Kloster Oberzell. Die Baukosten wurden durch das Oberjägeramt bezahlt. Zwei Rechnungen der Guttenberg Vogtei bestätigen, dass das Bauholz aus dem Guttenberger Forst kam.

Nach dem plötzlichen Tod des Bauherrn Schönborn am 18. August 1724 wurden die Bauarbeiten durch seinen Nachfolger Christoph Franz von Hutten eingestellt, der Rohbau 1725 bis auf die Grundmauern abgerissen und die Baumaterialien anderweitig verwendet. Das Bauholz wurde nach einer Bestandsaufnahme durch das Amt Heidingsfeld, welches für Eßfeld, Waldbüttelbrunn, Gerbrunn, Kleinrinderfeld, Kist und Goßmannsdorf zuständig war, zurück nach Würzburg transportiert. Auf den Fortschritt des Bauwerks bis zu seinem Baustopp und Abriss kann man schließen, wenn man die Rechnung für den Abriss betrachtet: 40 Arbeitskräfte wurden für zwei Wochen Arbeit entlohnt. Außerdem hatte von Schönborn bereits 6000 Gulden investiert, die Fertigstellung hätte nochmals 2000 Gulden gekostet. Wahrscheinlich stand somit bereits das zweite Stockwerk.

Baubeschreibung

Geplant war die Errichtung eines zweigeschossigen Baus mit Mansardenwalmdach und ovalem Mittelrisalit.

Wiederentdeckung

Während eines Routinefluges der Autobahnpolizei per Hubschrauber wurde das in Vergessenheit geratene Areal am 13. Juni 1990 zufällig wieder entdeckt und aufgrund der erstellten Luftbilder archäologisch ausgewertet. Die ansässigen Bauern hatten bereits früher immer von gefundenen Steinen berichtet. Nach der Sicherung ging der Grund und Boden in staatlichen Besitz über. Die Grundmauern des ehemaligen Jagdschlosses wurden restauriert und stehen heute unter Denkmalschutz.

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Erläuterungen

  1. Die Hofkammer war damals das „Finanzministerium des Hofstiftes“, Vorsitzender war der Hofkammerpräsident. Die Hofkammer finanzierte den Fürstbischof und seinen Hofstaat sowie die Gästeverpflegung, Besoldung und Pension der Beamten und Bausachen.

Kartenausschnitt

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