Bahnhof Würzburg-Heidingsfeld Ost

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Bahnhof Würzburg-Heidingsfeld Ost (Ostbahnhof)
Nordseite (mit Haupteingang)
Nordseite (mit Haupteingang)
Südseite (den Gleisen zugewandt)

Der Bahnhof Würzburg-Heidingsfeld Ost ist ein ehemaliger Bahnhof im Stadtbezirk Heidingsfeld an der Bahnlinie nach Ansbach und Treuchtlingen bei km 133,9. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Bahnhof geschichtlich bedingt meist Ostbahnhof genannt. Einer Reaktivierung der Station als Haltepunkt Würzburg-Heidingsfeld Ost hat der Stadtrat im Februar 2015 seine Zustimmung erteilt.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt östlich des Altorts an der Straße Am Ostbahnhof und der Kirchhofstraße südwestlich des Heidingsfelder Friedhofs. Südlich verläuft die Eisenbahnstraße parallel zur Bahnlinie Würzburg-Treuchtlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1864 eröffnete Heidingsfeld als damals noch selbsständige Gemeinde den Ostbahnhof. Seit der Eingemeindung 1930 gehört der Bahnhof zu Würzburg. Bis in die 1970er Jahre gab es noch ein umfangreiches Dienstleistungsangebot: Bis 1975 eine Stückgutabfertigung und bis 1976 eine Abfertigung für Reisegepäck. Der Service wurde von der Bundesbahn jedoch kontinuierlich reduziert. Karten konnte man ab 1979 bis zur Einführung der Fahrkartenautomaten nicht mehr im Bahnhof, sondern nur noch beim Schaffner kaufen. Im September 1987 wurde der Personenverkehr endgültig eingestellt. [1] Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird heute teils gewerblich teils privat genutzt. Die Außenbahnsteige wurden zwischenzeitlich abgebaut.

Bahnhofsgebäude[Bearbeiten]

Das denkmalgeschüttzte Hauptgebäude ist ein zweieinhalbgeschossiger Walmdachbau mit eingeschossigen Seitenflügeln, entlang der Gleisseite angebaute Perronüberdachung auf Holzsäulen, Sandsteinquaderbau mit sparsamen Gliederungen in spätklassizistischem Stil, um 1860 erbaut. Das Nebengebäude ist ein eingeschossiger Satteldachbau mit Laderampe, Sandsteinquaderbau mit sparsamen Werksteingliederungen in gleichem Stil aus gleicher Zeit.

Bahnhofsanlage[Bearbeiten]

Der Bahnhof Würzburg-Heidingsfeld Ost [2] besteht aus dem stattlichen Empfangsgebäude mit befestigtem Hausbahnsteig und zwei weiteren unbefestigten Bahnsteigen, sowie Güter- und Rangiergleisen. Er verfügte früher auch über eine Güterhalle mit Verladestation (u.a. Laderampe) und über Industriegleisanschlüsse für Betriebe des Gewerbegebiets Winterhäuser Straße. Die entsprechenden Anlagen sind teilweise noch erhalten, werden aber nicht mehr genutzt.

Eine Fußgängerunterführung zur Eisenbahnstraße ermöglicht den Bewohnern der den Gleisen gegenüber liegenden Wohnsiedlung am Katzenberg den Zugang zum Bahnhof.

Zukunft[Bearbeiten]

Über eine Reaktivierung des Personenverkehrs wurde fortlaufend diskutiert. Zuletzt gab Oberbürgermeister Christian Schuchardt am 9. Februar 2015 im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass eine Ertüchtigung und Reaktivierung des Bahnhofs als barrierefreier Haltepunkt Heidingsfeld Ost dank eines Sonderfinanzierungsprogramms des Freistaates Bayern und damit verbundenen Fördergeldern durchaus möglich wäre. Der Haltepunkt soll zur barrierefreien Erschließung zwei Aufzüge - jeweils einen vom Bahnhofsvorplatz zur Personenunterführung und von der Personenunterführung zum Mittelbahnsteig - erhalten. Vier Millionen Euro würde die Ertüchtigung kosten, von denen wiederum etwa 300.000 Euro den städtischen Haushalt belasten würden. Die Kosten entstehen der Stadt Würzburg durch die Öffnung der Fußgängerunterführung zu den Bahnsteigen, sowie durch die Schaffung von Fahrrad- und PKW-Stellplätzen. Ob der Bahnhof auch zur Eisenbahnstraße hin barrierefrei ausgebaut werden soll ist noch offen, müsste dann aber ebenfalls von der Stadt finanziert werden. [1] Die Natur- und Heimatfreunde Heidingsfeld befürworteten die Reaktivierung, kritisierten allerdings in diesem Zusammenhang die Rückbaumaßnahmen der Straßenbahnlinie 3 durchs Städtle in den vergangenen Jahren. [3] Der Stadtrat sprach sich in einer Abstimmung am 26. Februar 2015 mit einer Mehrheit von 44:1 für die Reaktivierung des Ostbahnhofs aus und sicherte die finanzielle Beteiligung der Stadt zu. [4] Die Inbetriebnahme des Bahnhaltepunkts soll im Dezember 2019 erfolgen.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bis Juni 2001 verfügte der Bahnhof noch über eine regelmäßige Straßenbahnanbindung der Linie 3. Seit deren Einstellung wird der Verkehr von Bussen der Buslinie 16 (Haltestelle Waltherschule bzw. Haltestelle Ostbahnhof) wahrgenommen, die Linie 3 fährt seitdem auf den Heuchelhof. Für eine mögliche Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs der Stammstrecke der Linie 3 waren die Gleise am Vorplatz des Ostbahnhofs wie auch auf der gesamten Heidingsfelder Innenstadtstrecke bis zum Abzweig Haltestelle Reuterstraße lange noch vorhanden. Ab 2014 wurden jedoch die Gleise und Oberleitungen vollständig zurückgebaut und die Weiche am Abzweig Reuterstraße ausgebaut. Heute lässt sich der einstige Schienenverlauf nur noch erahnen.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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