Zeller Straße

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Zeller Straße  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97082

Bus: Buslinie 7

Zeller Straße heute
Zeller Straße 1895

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Zeller Straße (veraltet auch Zellerstraße) beginnt bei der Alten Mainbrücke am Übergang der Saalgasse in die Dreikronenstraße und setzt sich nach der Zeller-Tor-Brücke ab der Kreuzung mit der Höchberger Straße in Richtung Nordwesten als Frankfurter Straße fort.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Straße führt in Richtung der Gemeinde Zell am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1867[Bearbeiten]

Früher hieß sie Klausentorstraße, welche eben nach dem Klausentor, dem späteren Zeller Tor, führte. Das Klausentor hatte seinen Namen nach dem in der Nähe gelegenen, aber bei Errichtung der neuen Festungswerke abgebrochenen Siechenhaus zu St. Nikolaus bzw. St. Klaus (ein Haus für Pestkranke), das dann an die Straße nach Veitshöchheim verlegt wurde. [1] Die alte Zeller Straße verlief über den Schottenanger zum Zeller Tor. Der Durchstich durch die Stadtmauer erfolgte erst 1870 nach der Auflösung der Festungseigenschaft des Mainviertels im Jahre 1867. [2]

Ab 1882[Bearbeiten]

Durch die städtebauliche Entwicklung in der Zellerau war die Zeller Straße zu eng geworden und musste verbreitert werden. Seit 1882 gingen beim Würzburger General-Anzeiger eine Vielzahl von Leserbriefen ein, dass der enge Zustand der Zeller Straße jeder Beschreibung spotte: „... man sollte es gar nicht meinen, daß man nach Auflassung der Festungswerke jemals eine solche gefährliche Passage, die zu einer Reihe von Unglücksfällen schon Anlaß gab, bestehen lassen konnte.“ Da die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben war, entstand die Frage, wie viele Unglücksfälle noch passieren müssten, ehe sich der Magistrat dazu entschließen würde, dem beklagenswerten Missstand der für den riesigen Verkehr absolut zu schmalen Zeller Straße abzuhelfen. Am 19. April 1899 meldete der General-Anzeiger, dass die Erweiterung der Zeller Straße im nächsten Monat in Angriff genommen werde: „Kurz nach dem 1. Mai, mit welchem Tage die Anwesen Zeller Straße 14 und 26, dem Privatier A. Klingler sesp. dem Kaufmann F. Seiler gehörig, in den Besitz der Stadt übergehen, soll mit dem Abbruch dieser Häuser begonnen werden. Die übrigen zum Zweck der Straßenerweiterung angekauften Anwesen an der Zeller Straße übernimmt die Stadt mit 1. November. Die Abbruchsarbeiten werden in einem Loos hiesigen Baugewerbetreibenden übertragen und müssen in zwei Monaten beendet sein.“

Nach 1945[Bearbeiten]

An der westlichen Zeller Straße und insbesondere an der daran anschließenden Frankfurter Straße erstreckte sich an der Nordseite in der Nachkriegszeit eine Ladensiedlung aus kleinen Holzbaracken. In den Baracken gab es unter anderem einen Fahrradladen, einen Stehausschank, einen Schreibwarenladen, einen Schuhmacher und einen bei Kindern beliebten Verkauf von Süßwaren. Die Ladensiedlung zog sich bis an die Kreuzung Wörthstraße - heute befinden sich stattdessen unter anderem Parkplätze.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Zeller Straße 1895[Bearbeiten]

Ladensiedlung[Bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Hotels[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ehemalige Gastronomiebetriebe[Bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Zeller Straße wurden die folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an/Historische Notizen Verlegejahr
Zeller Straße 3 Für Karl Müller / Karl wurde im März 1911 durch den Beschluss des Amtsgerichts Würzburg wegen Geisteskrankheit entmündigt und am 10. Mai 1911 in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck gebracht. Am 4. Oktober 1940 kam er mit einem Transport in der Zwischenanstalt Großschweidnitz/Sachsen an. Zwei Monate später, am 4. Dezember, teilte die Anstalt Pirna-Sonnenstein dem neuen Vormund Rechtsanwalt Dr. Pfriem mit, dass sein Mündel Karl gestorben sei. Es stellte sich jedoch heraus, dass er mit einem anderen Karl Müller verwechselt wurde, der am 29. November in die Tötungsanstalt verlegt worden war. Aber schon am 21. Dezember teilte man dem Bruder mit, dass sich Karls Befinden „durch eine plötzliche Herzschwäche“ verschlechtert hat und Lebensgefahr besteht. Noch am selben Tag verstarb Karl. Offizielle Todesursache: Kreislaufversagen. Da bekannt ist, dass in der Anstalt Großschweidnitz Patienten schon seit 1939 getötet wurden und auf Grund der überraschenden plötzlichen Verschlechterung von Karls Zustand kann man davon ausgehen, dass auch er getötet wurde. 2018
Zeller Straße 47 Für Anton Kropf / Er kam 1939 im KZ Mauthausen nach einem angeblichen Fluchtversuch zu Tode. 2007

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Jörg Lusin: Würzburg, wie es früher war. Band 1. Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co, Würzburg 1999
  • Jörg Lusin: Würzburg, wie es früher war. Band 2. Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co, Würzburg 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 393
  2. Vergleiche hierzu die Uraufnahme (1808-1864) des BayernAtlas [1]

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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