Grombühl

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Petrinistraße
Blick auf den Stadtbezirk Grombühl mit der katholische Pfarrkirche St. Josef der Bräutigam
Historische Postkarte von Grombühl (1897)

Grombühl ist ein Stadtbezirk Würzburgs und liegt im Nordosten der Stadt. Eine erste Wohnsiedlung entstand hier in den 1860er Jahren für Angestellte der Eisenbahn.

Geographie[Bearbeiten]

Lage des Stadtbezirks Grombühl in Würzburg

Grombühl ist ein langgestreckter Stadtbezirk, der sich nördlich der Bahnlinie Aschaffenburg - Nürnberg erstreckt. Die ursprüngliche Wohnsiedlung „Grombühl" im Bereich der Flurlagen Unterer Krombühl und Oberer Krombühl gruppiert sich um die Kirche St. Josef und ist durch die Grombühlbrücke mit der Altstadt verbunden. Westlich schließen sich die bekannten Weinlagen des Schalks- und Steinbergs an. Östlich folgen die weitläufigen Anlagen der Universitätsklinik. Nach einer Engstelle an der Aumühle verläuft der Stadtbezirk mit der B 8 weiter nach Osten. Ein Großteil dieser Fläche zählt zum Gewerbegebiet Nürnberger Straße. Der Stadtbezirk umfasst insgesamt eine Fläche von 6,14 Quadratkilometern. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bischof Hermann I. von Lobdeburg stiftete 1232 zwischen Grombühl und Unterdürrbach ein Zisterzienserkloster, welches aber aufgrund des unfruchtbaren Bodens schon 1235 nach Maidbronn verlegt wurde. Eine erstmalige Erwähnung findet sich in einer Urkunde von 1296, in der von „Cranbuhel“ - also Krähenbühl (= Krähenhügel) - die Rede ist. Im oberen Bereich befand sich die Radstatt, ein Richtplatz, wo sich damals ein Galgen befand. Erste Wohnhäuser entstanden für die Angestellten der Eisenbahn nach dem Bau des neuen Bahnhofes 1863 - 1869 in der Grombühlstraße. Bedingt durch die Entfestigung Würzburgs und die steigende städtische Bevölkerung wuchsen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts Stadtteile außerhalb der Kernstadt. Nach Norden bildete sich dabei das Grombühl. 1880 wurde die Grombühlbrücke eröffnet, welche die Schienen zum Bahnhof überquert, woraufhin die Einwohnerzahl stark anstieg. Zu den Einwohnern zählten insbesondere Eisenbahner und Arbeiter aus den Grombühler Fabriken. Am 7. Oktober 1889 versammelten sich 22 Männer im Gasthaus Haas und schlossen sich zum Kirchenbauverein Grombühl zusammen. [2] Für 120.000 Mark wurde ein zentraler Platz erworben und am 19. März 1903 erfolgte die Grundsteinlegung. Die neue Pfarrkirche St. Josef wurde am 9. Juli 1905 geweiht, die Vollendung der Innenausstattung dauerte aber bis 1909. Am 6. Oktober 1909 wird der Straßenbahnbetrieb nach Grombühl aufgenommen. [2] Zwischen 1912 und 1915 wird das Luitpoldkrankenhaus mit 20 einzelnen Gebäuden in Grombühl gebaut. Im August 1917 eröffnet das Rote Kreuz eine Volksküche in Grombühl. Oberhalb des Krankenhauses wird 1930 die Poliklinik und Frauenklinik in einem großen Gebäudekomplex gebaut. Die neue Frauenklinik wird aber schon ab 1932 als Neubau auf dem Gelände der Luitpoldklinik erbaut.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Grombühl stammt nach einer Quelle [3] von dem alten Namen der Feld- und Weinlage, nämlich Krahnbühl (auch Cranbühl), was Krähenhügel heißt. Dort stand einst der Galgen, was schon im Jahr 1296 urkundlich belegt ist.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Vor dem Bau der Grombühlbrücke 1879/80 war lediglich eine Einwohnerzahl von 1.800 Personen verzeichnet. Anschließend stieg die Zahl rapide an, 1890 waren es schon 4.000 Einwohner und um 1900 waren bereits 10.000 Bewohner gemeldet. Im Jahr 2008 wurden 9892 Einwohner des Stadtteils gezählt. Damit stieg die Bevölkerung gegenüber dem Jahr 2000 um ca. 3% an. Zum 31.12.2011 hatte Grombühl 10.118 Einwohner,[4] zum 31.12.2015 waren es 8.718 Einwohner.[5]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Brunnen Uniklinik Bereich D

Brunnen[Bearbeiten]

Mit dem Bau der Universitäts-Augenklinik (Kopfklinik) an der Josef-Schneider-Straße 11 wurden 1973 vier Brunnen errichtet [6], von denen noch drei vorhanden sind:

  • Der Brunnen auf der Terrasse vor dem Haupteingang stammt von Helmut Weber. Aus einer ebenerdigen rechteckigen Wasserfläche erheben sich große Natursteinblöcke. Das Wasser sprudelt in belebtem Wechsel aus den Quellen. Mit der Gestaltung wollte der Bildhauer „ein Stück Natur in die geradlinige, sachliche Architektur einfügen“.
  • Der Brunnen im Innenhof wurde durch Max Walter gestaltet. Ein hoch aufragender, schmaler Brunnenaufbau, aus dem seitlich mehrere halbrunde Schalen ragen, über die das Wasser schrittweise nach unten rinnt.
  • Am Haupteingang des zweiten Bauabschnitts schuf Andreas Sobeck zwei höhenversetzte Wasserflächen, die über einen Wasserfall verbunden sind.
  • Auf der Terrasse an der Ostseite des Hauptgebäudes befand sich ein Brunnen von Dr. Peter Drechseler. Becken und Aufbau wurden zwischenzeitlich wieder entfernt. Aus einem rechteckigen erhöhten Becken ragten 15 verschieden hohe Kupferrohre. Jedes war in unterschiedlicher Höhe und Anzahl mit quadratischen horizontalen Schalen als Wasserträger versehen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Kindertagesbetreuung[Bearbeiten]

  • Kinderkrippe im Evang. Kinderhaus Thomaskirche
  • Krabbelstube Spatzentruhe „Piepmätze“
  • Ökum. Krabbelstube Thomaskirche/St. Josef
  • Kath. Kindergarten Grombühl e.V.
  • Kindertagesstätte „Baumhaus“ - Waldkindergarten
Stadtteilzentrum Felix-Fechenbach-Haus
  • Evang. Kinderhaus Thomaskirche
  • Kath. Schülertagesheim Vinzentinum
  • Kath. Kinder- und Jugendhort Grombühl e.V.

Stadtteilzentrum[Bearbeiten]

Kinder und Jugendliche[Bearbeiten]

Senioren[Bearbeiten]

  • AWO-Seniorentreff Montag und Freitag von 13 bis 18.30 Uhr im Felix-Fechenbach-Haus
  • VDK-Treff jeweils jeden dritten Mittwoch im Monat 14.30 Uhr im Gasthaus zur Gemütlichkeit

Kultur[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine und Gruppen[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßen und Wege[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

  • Grombühl wurde bereits 1909 an das Netz der Straßenbahn angeschlossen. Heute verkehren durch den Stadtteil die Straßenbahnlinien 1 und 5, sowie die Buslinien 13, 24 und 26.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Weppert und Helmut Försch: Alt-Grombühl. Eigenverlag, Würzburg, 2000. (Stadtbücherei Stadtinfo Würzburg - Stadtteil)
  • Heinrich Weppert und Helmut Försch: Grombühl einst, gestern, heute 1895 - 2008. Freundeskreis Geschichtswerkstatt, Würzburg, 2008. (Stadtbücherei Stadtinfo Würzburg - Stadtteil)
  • Heribert Düthmann: Sanierung Grombühl - Platzerweiterung Stadtteilzentrum "Felix-Fechenbach-Haus" - Gabelsbergerstraße. Würzburg, 1994.
  • Horst-Günter Wagner: Grombühl – vom Eisenbahnerviertel zum eigenständigen Stadtteil. Würzburger Geographische Arbeiten 68. Würzburg, 1987.
  • Jörg Braun-Feldweg: Vorbereitende Untersuchungen Würzburg, Untersuchungsgebiet Grombühl. Würzburg, 1975 und 1977

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen der Stadt Würzburg, FA Tiefbau
  2. 2,0 2,1 Peter Moser: Würzburg - Geschichte einer Stadt. Babenberger Verlag, Bamberg 1999, ISBN 3-933469-03-1
  3. Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen Band II. Fränkische Gesellschaftsdruckerei GmbH, Würzburg 1968
  4. Main-Post: Grombühl: Uralt und international (04.09.2012)
  5. Information der Statistikstelle Stadt Würzburg
  6. Werner Dettelbacher: Würzburg, eine Stadt der Brunnen, Echter Verlag, Würzburg 1985, S. 149 f

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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