Würzburger Ratsbecher

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Silberner Ratsbecher

Die Würzburger Ratsbecher sind eine Serie von Silberschmiedearbeiten, die seit 1732 auf Grund einer Stiftung des Ratsherrn und Bürgermeisters Johann Nikolaus Ferdinand Schmidt entstanden. Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeitler führte in Anlehnung daran die Verleihung eines Silbernen Ratsbechers für besondere Verdienste ein.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Ratsbecher bestehen aus Silber und haben eine Höhe von etwa 15 cm. Die Außenseite ziert ein Stadtwappen. Die historischen Ratsbecher weisen je nach ihrer Entstehungszeit zusätzlich zum Stadtwappen variierende Ornamente auf. Die Innenseite und Teile der Ornamentik wurden vergoldet.

Ratsbecher-Stiftung[Bearbeiten]

Nikolaus Ferdinand Schmitt war in der Barockzeit Ratsherr sowie Konsulent am kaiserlichen Landgericht Würzburg. Er war gewählter Stubenmeisters der Stadt und betreute als solcher das Stubenamt. D.h. er war für die Verwaltung, Ausgabe und Verbuchung des silbernen Tischzeugs und Geschirrs der Stadt zuständig. Im Jahr 1704 stiftete Schmitt ein Willkommbuch, in das sich Gäste des Rates nach dem Leeren des Willkomm-Pokales eintrugen. 1709 verließ er das Amt des Stubenmeisters, als er zum Oberbürgermeister gewählt wurde.

1724 hinterließ er der Stadt eine Stiftung mit 600 Gulden Kapital, die fortan „Ratsbecher-Stiftung“ genannt wurde. Denn ihr Zweck war es, immer einen silbernen Becher zu stiften, wenn eine Tochter eines Ratsherrn heiratete. Erstmals erfolgte dies im Jahr 1732 für die Tochter des Ratsherrn Papius mit Hofrat Schild.

Geschichte[Bearbeiten]

Über die weiteren Verleihungen im 18. Jahrhundert finden sich keine Überlieferungen. Bekannt ist, dass zwischen 1829 und 1919 etwa 80 Exemplare des Ratsbechers verliehen wurden. Anfangs lagen die Kosten für einen Becher bei 20-30 Gulden, nach der Reichsgründung mussten rund 75 Goldmark aufgewendet werden. Auf Grund der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Stiftung ihr Kapital, ein einstelliger Restbetrag wurde der Wohlfahrt überwiesen und die Stiftung aufgelöst. Der damalige Oberbürgermeister Hans Löffler hat mit seinen berufsmäßigen Stadträten den Stiftungsbrauch aus eigenen Mitteln fortgeführt, bis 1933 die Nationalsozialisten die Macht im Rathaus übernahmen.

Mit einem der historischen Ratsbecher (entstanden nach 1880) wurde 1949 Dorothy McRae Beebe geehrt, die Initiatorin der Städtepatenschaft Faribaults mit Würzburg. Ihr Sohn stellte fast 50 Jahre später den Becher dem Mainfränkischen Museum zur Verfügung. [1] [2]

„Silberner Ratsbecher“[Bearbeiten]

Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeitler führte dann einen „neuen Ratsbecher“ in Anlehnung an die historischen Exemplare ein, der seitdem als „Silberner Ratsbecher“ für Verdienste verliehen wird.

Geehrte Persönlichkeiten (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Max H. von Freeden: Die Würzburger Ratsbecher in: Würzburg heute - Mainfränkische Zeitschrift für Kultur und Wirtschaft, Heft 31/1981, S. 22 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]