Spiegelstraße

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Spiegelstraße  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070

Spiegelstraße stadteinwärts (2014)
Westlicher Beginn der Spiegelstraße (2016)

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Spiegelstraße befindet sich in der Würzburger Altstadt und ist Teil der Verbindung zwischen Marktplatz und Mainfranken Theater. Sie zweigt von der Eichhornstraße ab und mündet in die Maxstraße bzw. den Kardinal-Faulhaber-Platz. Die Straßenführung in der jetzigen Form entstand zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.

Geschichte und Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Straße trug historisch verschiedene Namen. In einem Lehensbrief von 1365 wird sie als „Seilergasse“ bezeichnet. Die anliegende „Badestube zum Loche“ gab der Straße in der Folge den Namen „Lochgasse“ oder „Zu dem Loche“. [1] Die Straße führte als Sackgasse von der Eichhornstraße zum Katzenwickerhof (Standort des Mozart-Gymnasiums). Die spätere Bezeichnung Spiegelstraße wird dadurch erklärt, dass die Straße vom Zentrum aus gesehen zum Bürgerspital führte. Aus Spital- wurde dann im allgemeinen Sprachgebrauch Spiegelstraße.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es einige bauliche Veränderungen, verbunden mit der Umgestaltung der Maxstraße und dem Abriss des Katzenwickerhofs. Damals entstanden am Areal des Katzenwickers die Maxschule und zwischen dem Gartenpavillon Ussigheim und dem damaligen Theater die „Schrannenhalle“. Für letztere wurden neun Häuser abgebrochen, worunter sich auch die ehemalige Badestube befand.

Nach 1945 wurde die Verkehrsführung verändert, die teilweise zerstörte Schrannenhalle abgerissen, die Häuserfront am jetzigen Kardinal-Faulhaber-Platz wurde zurückversetzt und die Häuser entlang der Spiegelstraße neu errichtet.

Archäologische Mauerfunde im Juli 2016[Bearbeiten]

Bei der Umgestaltung der Spiegelstraße zur Fußgängerzone kam im Juli 2016 Stadtgeschichte in Form von Mauerresten ans Tageslicht. „Bei der Mauer in der Spiegelstraße handelt es sich eindeutig um einen Wehrgang mit den einwärts gelegenen Stützpfeilern. Diese Mauer besitzt des Charakter einer Wehrmauer, in der der Struktur, aber auch der Entstehung eng verwandt oder übereinstimmend mit den Grundmauern der Stadtmauer aus der Zeit um 1000, die unter der Neubaukirche erhalten ist. Gleiches wird bei dieser Mauer in der Spiegelstraße leider nicht geschehen. Bislang ist die Funktion der Mauer ein Rätsel. Dass die als Mauer der Domherrnkurie Uissigheim so früh und so stark ausgeprägt war, ist eher unwahrscheinlich. Es gab in den früheren Forschung zur frühmittelalterlichen Stadtentwicklung immer wieder Annahmen, dass die Domimmunität durch eine eigene Mauer geschützt wurde, bevor die Bischofsmütze errichtet wurde.“ [2] [3]

Bildergalerie Ausgrabungen[Bearbeiten]

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

  • Die Spiegelstraße ist mit Beschluss des Stadtrates vom Juli 2014 Teil der Würzburger Fußgängerzone und damit ist die Zufahrt nur noch für den Lieferverkehr erlaubt.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Der Gartenpavillon der Domherrnkurie Uissigheim. Das Barockjagdhaus aus dem Jahr 1710 diente einst geselligen Veranstaltungen. Es ist der einzige verbliebene Teil des ehemals großzügig angelegten Gebäudekomplexes des Domherrnhofs Uissigheim. Heute beherbergt es das italienisches Restaurant Le Candele.

Gastronomie und Unternehmen[Bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Mainfranken Theater
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Dom


Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Spiegelstraße wurden die folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Spiegelstraße 2 Für Otto Miltenberger / Im Zuge der Räumung der Heil- und Pflegeanstalt Werneck wurde er am 5. Oktober 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr gebracht. Mit 100 weiteren Patienten transportierte man ihn am 13. November 1940 in die Zwischenanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg, von wo aus er am 10. Dezember 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und wohl noch am selben Tag im Rahmen der Aktion T4 („Erwachseneneuthanasie“) [1] des NS-Regimes ermordet wurde. 2015

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 358
  2. Quelle: Stadtheimatpfleger Hans Steidle
  3. Siehe hierzu auch: Franz Seberich: Die Stadtbefestigung Würzburgs. I. Teil. Die mittelalterliche Befestigung mit Mauern und Türmen. Mainfränkische Hefte 39, Hrsg.: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte, Würzburg 1962, S. 31 ff. (Stadtbücherei Würzburg Drk 1 Seb)
  4. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 7, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 144

Quellen[Bearbeiten]

  • Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band I. Fränkische Gesellschaftsdruckerei GmbH Würzburg 1967. S. 24

Weblinks[Bearbeiten]

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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