Schrannenhalle

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick von der Maxstraße auf die Schrannenhalle und das Stadttheater (1909)
Ruine der Schrannenhalle (1949)

Die Schrannenhalle, ab 1930 auch Stadthalle genannt, bestand bis 1945.

Lage[Bearbeiten]

Die Halle befand sich am heutigen Übergang der Spiegelstraße zum Kardinal-Faulhaber-Platz, parallel zum damaligen Stadttheater. Das Gebäude wurde 1856 bis 1859 errichtet, kurz nach der Entstehung der Maxstraße, die damals bis zum Ludwigsbahnhof (heute Mainfranken Theater) führte. Neun alte Häuser der ehemaligen Lochgasse (heute Spiegelstraße) waren dafür abgerissen worden. Für Planung und Ausführung des Gebäudes in Maximilians-Gotik war Stadtbaurat Joseph Scherpf zuständig.

Gebäudenutzung[Bearbeiten]

Die Halle war eigentlich als Getreidebörse angelegt. Jedoch wurde noch während des Baus der Getreidemarkt (die Schranne) liberalisiert und der vorherige „Schrannenzwang” aufgehoben. So diente das Gebäude schließlich als Lager und Umschlagplatz verschiedener Waren. Außerdem fanden im Großen Saal im Obergeschoss Versammlungen, Bälle und Ausstellungen statt. Die Räumlichkeiten beinhalteten auch das Magazin für die Dekoration des benachbarten Stadttheaters. Vom 5. bis 8. Mai 1910 fand hier, um nur eine der vielfältigen Nutzungen der Schrannenhalle zu nennen, z.B. eine für die 1911 folgende Fertigstellung der neuen Würzburger Universitäts-Zahnklinik bedeutsame Versammlung des Zentralvereins Deutscher Zahnärzte statt. [1]

1914-19 wurde das Gebäude als Kaserne genutzt. Beim Bombenangriff im März 1945 wurde die Halle teilweise stark zerstört. Die erhaltenen Teile wurden zu Gunsten einer veränderten Straßenführung abgerissen.

Abbildungen[Bearbeiten]

  • Eine Fotographie der Schrannenhalle (Teil des Gebäudes) findet sich in der Reihe Archivbilder. [2]
  • Die Gebäudeansicht von Süden als Lithographie nach dem Bauplan ist abgedruckt in Ansichten aus dem alten Würzburg. [3]

Quellen[Bearbeiten]

  • Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999, ISBN 3-933469-03-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Kater: Zur Ikonographie des Würzburger Professors der Zahnheilkunde Andreas Michel, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 5 (1987), S. 363-370, S. 363 f.
  2. Grübel und Wesely:Würzburg. 100 Jahre Stadtgeschichte in historische Fotografien. Sutton Verlag GmbH, Erfurt 1998, S. 25
  3. Ansichten aus dem alten Würzburg. Teil III. Öffentliche Bauten und Höfe. Kataloge des Mainfränkischen Museums, Band 13, Würzburg 2000, ISBN 3-932-461-16-9