DenkOrt Deportationen Spiegelstraße

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DenkOrt Deportationen in der Spiegelstraße

Der DenkOrt Deportationen Spiegelstraße (auch: Würzburger Koffer) erinnert an die ersten beiden Judendeportationen in Würzburg.

Lage

Lage der Schrannenhalle im PHARUS-Plan Würzburg 1914

Der DenkOrt befindet sich in der Spiegelstraße im Stadtbezirk Altstadt, ganz in der Nähe von der Stelle, wo einst die Schrannenhalle stand.

Einweihung des DenkOrts

Die Einweihungsfeier des DenkOrts Deportationen Spiegelstraße fand am 27. Oktober 2020 in Anwesenheit von Oberbürgermeister Christian Schuchardt auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz statt und wurde von Schülerinnen und Schülern des Matthias-Grünewald-Gymnasiums musikalisch begleitet. Grußworte sprachen Marat Gerchikov (stellvertretender Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken) und Schülerinnen und Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums.

Beschreibung

Ein Koffer aus Beton mit einem Teddybär, einer Zahnbürste und einem Tagebuch mit einigen Sätzen des damals zwölfjährigen Helmut Mai erinnern symbolisch an das Schicksal von 202 Kindern, Frauen und Männern, die sich am 27. November 1941 an der Schrannenhalle einfinden mussten, um von dort aus von den Nazis in den Tod geschickt zu werden. Im transparenten Koffergriff steht ein Stück Stacheldraht für die Konzentrationslager, die das Ziel der Deportationen waren. Die Gestaltung des Koffers übernahmen Schülerinnen und Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in Würzburg mit ihrem Kunstlehrer Felix Röhr. In Bildhauer und Steinmetz Thomas Reuter fanden sie einen starken Unterstützer.

Der Koffer ist ein Spiegelstückkoffer zum DenkOrt Deportationen 1941-1944 auf dem Vorplatz des Würzburger Hauptbahnhofs. Neben den Koffern auf dem zentralen unterfränkischen Mahnmal, steht jeweils ein identisches Gepäckstück in den Gemeinden. Diese Zwillinge bilden in den Gemeinden, so auch in Würzburg in der Spiegelstraße und am Dürrenberg im Stadtbezirk Heidingsfeld, einen eigenen „kleinen“ „DenkOrt“.

Geschichte

Am 27. November 1941 verließ der erste Transport mit 202 Jüdinnen und Juden aus Würzburg die Stadt. Diese Würzburger Deportation gehörte zu der ersten Gruppe der seit Herbst 1941 systematisch durchgeführten Transporte, mit denen das Reichssicherheitshauptamt die „Endlösung der Judenfrage“ in Deutschland einleitete. Mitten in der Nacht mussten die Menschen zu Fuß den Weg von der Schrannenhalle zum Güterbahnhof/Ladehof in der Aumühle zurücklegen. Die zweite Deportation abgehend von der Schrannenhalle erfolgte am 24. März 1942.

Hatte die Gestapo die ersten beiden Transporte in der Würzburger Stadthalle abgefertigt, so nutzte sie für die nächsten drei Termine von April bis September 1942 den Platz'schen Garten.

Bildergalerie

Siehe auch

Weblinks

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