Fliegerhorst Gelchsheim

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Der Fliegerhorst Gelchsheim war ein Militärflugplatz zwischen Gelchsheim und Oellingen im Landkreis Würzburg.

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1935 legte die Luftwaffe den Ausweichflugplatz zum Fliegerhorst Giebelstadt an. Um ihn entsprechend versorgen zu können, wurde er mit der Gaubahn verbunden. Der Abzweig zum Fliegerhorst befand sich in Gelchsheim östlich der Bahnüberquerung an der Baldersheimer Straße. [1]
  • Nahe der Rippach wurden unterirdische Tankanlagen gebaut und die Flugplatzgebäude an der Landstraße, die mitten durch den Flugplatz ging, als Bauernhof getarnt. Vier Jahre später kamen noch vier oberirdische Bunker als Munitionshallen hinzu.
  • Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Fliegerhorst zum Einsatzflughafen erster Ordnung [2], von dem aus die Piloten hauptsächlich Angriffe auf Ziele in Frankreich flogen. 1940 errichtete man auf dem nördlich zum Flugplatz angrenzenden Areal ein Feldmunitionslager, eine Zweigstelle der Luft-Hauptmunitionsanstalt Oberdachstetten. In den Baracken wurde Beutemunition zur Wiederverwendung bearbeitet.
  • Kurz vor Kriegsende sprengten Soldaten im März 1945 vor ihrem Abzug die militärischen Einrichtungen. Die Amerikaner besetzten schließlich den Platz.
  • Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Standort an die Staatliche Erfassungsstelle für öffentliches Gut (StEG) [3] übergeben, die auf dem Gelände einen Sprengplatz errichtete. Bis 1952 wurden hier Munitionsfunde gesprengt. Danach wurden die Flächen landwirtschaftlich genutzt.

Bodenkontamination[Bearbeiten]

Drei der Brand- und Sprengplätze - zu Flugplatzzeiten standen hier Baracken - sind mit pflanzenschädlichen Schwermetallen verseucht, wie eine Detailuntersuchung 2010 ergab. Die Rückstände von Kupfer und Zink liegen in der oberen Bodenzone, was sich vor allem negativ auf das Wachstum der Pflanzen auswirkt. Weil die Prüfwerte weit überschritten sind, muss auf den betroffenen Flächen der Boden ausgetauscht werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Heute finden sich kaum mehr Spuren vom Flugplatz sowie von den Gleis- und Brückenanlagen.
  2. Fliegerhorste der Luftwaffe auf lexikon-der-wehrmacht.de
  3. Die StEG - Staatliche Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut m. b. H. (München) war nach dem Zweiten Weltkrieg Treuhänderin von öffentlichem Gut und unterlag nicht nur der Aufsicht des Länderrates und der Landesregierungen, sondern auch der Kontrolle von Militärregierung und Armee. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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