Kreis der Jüngeren

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Der Kreis der Jüngeren war eine Vereinigung junger Literaten und Herausgeber in Würzburg zwischen den beiden Weltkriegen.

Geschichte

Das kulturelle Leben in Würzburg um 1925 hatte mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, soweit es in der Öffentlichkeit stattfand. Dies lag wohl einerseits in den allgemeinen wirtschaftlichen Problemen und andererseits in der Einstellung der Würzburger zu Kultur überhaupt begründet. Deshalb ist es mit diesem Hintergrund um so bemerkenswerter, dass eine kleine Gruppe junger, konservativ eingestellter Männer, die einer ihr als chaotisch erlebten Gegenwartsliteratur ablehnend gegenüberstand [1], in den Folgejahren diesem Trend aktiv entgegenwirkte. 1926 bildeten Ludwig Friedrich Barthel, Hermann Gerstner, Alo Heuler, Rudolf Ibel und Oskar Kloeffel in Würzburg den „Kreis der Jüngeren“ und schlossen sich als solcher auch der seit 1917 bestehenden christlich-konservativen „Gesellschaft für Literatur und Bühnenkunst“ an. [2]

Aktivitäten

1926 erschienen die ersten Drucke des Kreises unter dem gemeinsamen Titel „Begegnung“. Eines der Ziele war, das besondere fränkische Element in der Literatur zu pflegen und zu fördern. Zum Preis von 2,50 Reichsmark wurden fünf Drucke verkauft, in dem jeder der fünf Mitglieder eigene kurze Werke publizierte, z.B. Sonette, Dramenfragmente, Novellen oder kurze literaturwissenschaftliche Darstellungen.

1928 gewann man bekannte fränkische Autoren, wie Elisabeth Dauthendey, Friedrich Schnack oder Leo Weismantel, die sich an der Veröffentlichung einer Textsammlung beteiligten.

1931 brachte der „Kreis der Jüngeren“ erneut eine Sammlung heraus, die „dem schönen Franken“ gewidmet war. Der Band enthält Schriften vieler Autoren, die bereits an der ersten Anthologie beteiligt waren. Ergänzt wurde das Werk durch Selbstdarstellungen bildender Künstler, wie Heiner Dikreiter, Richard Rother, Heinz Schiestl, oder Komponisten, wie Armin Knab, Carl Schadewitz und Hermann Zilcher.

Ende des Kreises

Die Vereinigung bestand bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933.

Mitglieder

Einzelnachweise

  1. Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld. In: Unterfränkische Geschichte. Hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466; S. 414
  2. Richard Zürrlein, a.a.O.

Quellen